2 Kabbala Kabiren
Kabbäla, d. h. die empfangene Lehre, worunter man ursprünglich sowol die nicht-mosaischen heiligen Bücher als die mündlich überlieferte Lehre verstand, nennt man seitdem 12. Jahrh. die allmälig zu einer eigenen Schule und Literatur ausgebildete Gehcim-lehre der Juden, deren Elemente schon in dem pers.-macedon. Zeitalter sichtbar werden undderen Grundlage die oriental. Emanationslehre ist. Bei Philo, im Talmud und den Mi-draschim finden sich allerdings theologisch-philosophische Darstellungen, welche zum Theilvon den Spätem ausgenommen wurden; doch das erste kosmogonische Buch ist das Buch„Jezirah" (deutsch vo-n Meyer, Franks. 182!», t.), aus dem 7. Jahrh., das dem Aki b a(s. d.) untergeschoben wurde. Jndeß erst seit der letzten Hälfte des 12. Jahrh. zog die Ge-heimlehre, die anfangs nur über Gott und Schöpfung sich ausbreitete, Exegese, Moralund Philosophie in ihre Sphäre und wurde so zu einer mystischen Religionsphilosophie.Die dieser Materie in den folgenden drei Jahrhunderten gewidmeten zahlreichen Schriftenlehrten den geheimen Sinn der heiligen Schrift und ihrer Auslegungen, der Hagadas, diehöhere Bedeutung der Gesetze, sowie durch Anwendung göttlicher Namen und heiligerSprüche Wunder thun. Auch fertigten die Kabbalisten Bücher, die sic den ältesten Auto-ritäten unterschoben, ;. B. im l 5. Jahrh. das aramäisch geschriebene, dem Simeon benJochai, einem Schüler Akiba's, beigelcgte Buch „Sohar", welches die Bibel der jüngernAnhänger der Kabbala wurde. Ihre Gegner waren die Philosophen und zum Theil dieTalmudisten. Einen neuen Schwung erhielt die in Magie und Buchstabenklauberei aus-geartete kabbalistische Weisheit gegen Ende des 16. Jahrh. durch ihre Lehrer in Palästinaund Italien. Die CH asidim (s. d.) in Polen halten sie für wichtiger als den Buchstabendes Gesetzes. Seit Neuchlin beschäftigten sich auch christliche Gelehrte, z. B. Knorr vonNosenroth, mit der Kabbala.
Kabeljau, ein Seefisch aus der Gattung 6u<1u, und der Abthcilung der Kehlflos-ser, von graugelber Farbe und drei bis vier Fuß Länge. Man findet ihn in allen nördlichenMeeren zwischen -10—75" der Br., auch an den engl, und uorweg. Küsten, vorzugsweisehäufig jedoch auf der Bank von Neufundland, wo sein Fang von vielen hundert Fahrzeu-gen zugleich betrieben wird und von solcher Wichtigkeit ist, haß über die Berechtigung der-selben Seekriege geführt worden sind. Er ist ungemein gefräßig und daher leicht durch An-geln zu fangen, zugleich aber auch so fruchtbar, daß ungeachtet jener großartigen Fischereiniemals eine Verminderung bemerkt wird. Nur im frischen Zustande trägt dieser Fischden angeführten Namen; getrocknet an der Luft heißt erStockfisch und ist dann ein un-gemein wichtiger Handelsgegenstand nach Spanien, Portugal, Italien und der Levante;g°s^" »-'chtz;'- nennt mau ihn Klippfisch; gepökelt heißt er Laberdan.
Aus der Leber Wird d^L^trv»^uui chs. d.), ein wichtiges Arzneimittel, bereitet.
Kabeljaus, s. Hoeks. -
Kabeltau nennt man im weitern Sinne jedes AnkcrkalyNm-r»tz«Lach^das leich-teste zum Wurfanker gehörige.
Kabiren, geheimnißvolle Gottheiten, die in Ägypten, Phönizien, Kleinasien undGriechenland verehrt wurden. In leßterm Lande geschah dies vorzüglich im Samothrake,Lemnos, Jmbros und Theben, wo überall Mysterien und Weihungen orgiastischer Artmit ihrem Cultus verbunden waren; die berühmtesten dieser Mysterien und Weihen wa-ren die von Samothrake. In Kleinasien blühte ihr Cultus vorzüglich bei den Pergame-ncrn, in Phönizien zu Berytus und in Ägypten zu Memphis. Bei den dunkeln, unvoll,ständigen und widersprechenden Nachrichten, welche uns die Alten über die Kabiren hinter-lassen haben, ist-es natürlich, eincstheils, daß sie ein Hauptgegcnstand gelehrter Untersu-chungen, Vermuthungen und Grübeleien geworden, andcrnthcils, daß hieraus die verschie-denartigsten Ansichten über sie hervorgegangen sind, die bis jetzt kein anderes Resultat er-geben haben, als daß es bei der Natur des Überlieferten völlig unmöglich ist, über sie voll-kommen ins Reine zu kommen. Denn weder in Angabe ihrer Abstammung, noch ihrerNamen, noch ihrer Anzahl, noch ihrer bildlichen Darstellung, noch ihres Cultus, noch ihrerBedeutung stimmen die Alten überein, und es geht im Allgemeinen nur so viel mit Ge-wißheit hervor, daß sie von untergeordneten Göttern abgeleitet wurden, ihren Sitz auf Er-den hatten und mit den Kureten, Korybanten und Daktylen verwandte, unheimliche, viel-