Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
725
Einzelbild herunterladen
 

©itjlttttb (SfaatSttetfaffuitg) 725

Unrecht 6cabfTdt>tigen y/ , aud) bic blofje 9Röglid)feit einet folgen Vorauöfebung audgcfchtef*fen wirb. SRatt nimmt ed ald einen anerfannten unb bewährten ©ag an, bafj ein bivectetimb enffdüebener Vcrfttd), bie Vcrfaffung ju »etniebten, eine Vieberlegung bet ^Regierungin ffet) fcl)liege, bed) über bie gtage, «aclcf>e -Staublungen einen fotd)en Angriff auf bic ßon*ftitution auemactien, ift feine ©ntfebeibung Oorhanbcn. 35cr©injclne enbiid) hat gegen9Riö*bräune ber ©ewalt bie mirffatnen ©djugmittel iitber.S>abead=6orpuö = 9lcte (f.b.), ivtber Klage gegen ben Veamten, bet 33cfd)merbc bei bent Parlament unb in ber ^reffreiheit.SScgcn perfönlid)er2lnfoberungcn an ben .König gibt ed fein @crid)t, unb cd ifl nur berSBegübrig, ftd) an ben ©roffanjlcr $u wenben, bamit biefer, nach Unterfucfjung ber ©ad)e, betnKönige ratfjc, eine gerechte goberung ju befriedigen. 3n fRealflagen aber gegen ben .Königfind befonbere SRerfjtsmittel juläfjtg. SBad bie Vefchränfttng ber Königdgewalt in ben ein*je(ncn3n>eigcn ber©taatdBerwaltung betrifft, fo gibt cd $. S5. in2lnfel)ung berfRedttöpflcge,wcldje bie Vermittlerin jwifdjen ber öffentlichen ©ewalt unb ber inbioibucllen greifet feintuuf, für ben König fowie für bad SRinifierium faum eine SOtögiidjfcit, ben Sauf berfelbenjit flöten. ®er König ifl nur S3efd)ü|er ber gefe§lid)en Drbnung, allein bie Vollflrecfungfrebt ifjm nid)t ju. 6r fann feinem ^taatebeamten größere S3efttgniffe beilegen, ald if)mburd) bad ©efefc felbfl gegeben ftnb, unb alle bie Verfügungen, welche bie befonbern tecb>t=lieben Verljältniffe ber einjelnen SBürger betreffen, ftnb, wenn fte nicht Bott ben ©eriebtenattdgeben, null unb nichtig. Sluch bad 33egnabigungöred)t bed Königd ifl fehr cingefrhränft.©d fantt Weber bie SRed)te einzelner SBürger beeinträchtigen, noch ben Sauf ber einmal erl)o*betten Unferfuchnng in bem galle hemmen, wenn bad Unterhaud gegen bie höhetn ©taatd*biener ald Slnfläger auftritt. 5Racf) gefälltem Urtheil fann ber .König $wat bie eigentliche©träfe gans ober sunt $h e ^ erlaffen, aber bie Unfähigfeit ju öffentlichen Ämtern, welchemit mehren Verbrechen, wohin namentlich ber SÖtidbraucf) ber öffentlichen ©ewalt gehört,gcfe|lich Bcrfnüpft ift, nicht aufheben. 25aher findet aud) bei älnflagen auf Verlegung berS)abead=©orpud*2lctc eine förtiglirfje ^Begnadigung nicht flatt. Von einer ^Begnadigung wegeneiner genteinfchäblichen ^anblung fann nidft eher ©cbrauch gcmad)t werben, ald bid biefetbeabgethan ifl, unb überhaupt gilt auch bei ©nabenbriefen ber ©a§, bafj, wenn fte auf falfd)eVorfpiegelungen gegründet find, bie ©erichte fte ald nichtig oermerfen. ®a in ben ©naben*briefen jeberjeit bad Verbrechen bed S3cgnabigten genau angegeben fein muf, fo wirb gewifnicht leid)t ein gefährlicher Verbrecher begnadigt werben. Vgl. ©hittg,Treatiseonthelaw ofprerogatives of the crown and the relative duties and rigths of the subject" (Sonb. 1 820),®ie Sufammenfehung bed ^artamentd h aftc it>re erfle ©runblagc cbenfalld fd£>onin ber angelfächf. ^Periobe erhalten; in den erflert feiten ber normann. Periode befam fteburch bad Sehndfpfiem eine befonbere gorm, inbem hauptfächlid) nur bie unmittelbaren Va*fallen der .Krone ftd) bretmal im3al)te, JuSBcihnaditen, Dflern unb ^ftngflen, am Äofe ein*fanden. Unter Heinrich III. nahm der Ufurpator, ©imon öon SRontfort, ©raf Bon Seicefler,wieber feine 3uflud)t jur allgemeinen Volfdoerfammlung, inbem er 1205 jwei 3lbgeorbneteaud ber SRitterfchaft jeder ©raffdjaft unb jwei Bon jeder föttiglichcn ©fabt* ober Vurgge*meinbe (cities unb boroughs) berief. SIbgefehen nun batton, ob bied wirtlich eine Veiterungunb nicht eine alte ©ewohnheit war, fo würbe fte wenigflend fogletd) Bon Heinrich III., alder wieber jur greifet und jur ^Regierung gelangt war, beibehalten. 35icfe ©fände warenmeifl in ©inent SRaume »erfammelt, nur bei fchwicrigett gäüen traten bie Prälaten, bieSSarone unb bie 9litterfd)aft mit ben ©täbten (bie gemeine Sanbfdiaft), für ftd) jufammett;boef) übergaben fte bem .Röntge ihre Slntwortcn gemeinfdjaftlid). ©rft unter ©buarb III.,132777, wurde bie Swenniutg in ein Dberhaud (House of peers), in welchem ftch ö* cPrälaten mit bem weltlichen ^jerrenflanbe, unb in bad Unterhaud ober bad $aud ber ©e*meinen (House of comnmns), tn welchem ftd) bie fRitterfchaft mit ben ©täbten Bereinigte,ju einer bleibenden ©inrichtung. ®ic 6rjbtf(f>öfe unb Stf^öfe waren oermöge ihrer geifl*liehen SBürbe SRitglieber bed Dbethaufed, abgefehen baoon, baf nach der normann. ©robe*rung ihre ©üter jugleid) $u Sehndherrfdhaften gemadjt unb allen Pflichten berfelben unter*worfen worben waren. Vor Heinrich VIII. gehörten auch 27 infulirte läbte unb jwei ^rtorenju ben geifllichen ©tanbedhetren, allein burd) bie Aufhebung ber Klöfler Berfchwanbcn fle. ®ieweltlichen $)aird waren nicht immer Bon $Red)töwegen 9Ritglieber bed ^5arlamentd, fonbern