©ttglattb (äScIfSvetfaffuttij) 719
gewig fein, bag 6. fclbß bei einem pafßöen Verhalten burd) baS SSovbiib feiner Snßitutioneneinen grögern ßinflitg auf bie ßntwiefelung ber Staaten auSjuüben fortfatjren wirb, alsbet biogen SSaffengewalt ttnb phhßfehen Übermacht je möglich iß.
Sie engl. üßolfSöerfaffung hat ebenfalls bie brei Stänbe, welche man in anbernSäubern antrifff, ben .derrenßanb ober f)ol;en 9lbel (Nobility), bie 9titterfd;aff ober ben nie»bern 9lbel (Gentry) unb ben Sürgerftanb (Commonalty) ; bie ©eißlidjfeit macht feinenStanb im Bolfe auS, fonbern gehört in ifjren »erfdßebenen Stufen allen breien an. Sieengl. ©efege unb Sitten erfennen jeboef) nur jwei Stänbe, ben 9lbel, unter welchem bloS berhotje 9tbel »crßanben wirb, unb bie ©emeinen, ju welchen auef) ber niebere 9lbet gehört.Siefer SfanbeSunferßhicb bringt feine Spaltung tn ben Berhältniffen beS BolfS bevbov,weil bie gamilten beS 9lbelS burcfjauS mit bem Bürgerßanbc »erßhmoljen bleiben, inbembaS 9lbelS»orred)t nur immer auf ben älteßen Sohn übcrgel)t, weil ber 2Beg ju ben f)öcf)flenStellen unb SBürben bem Bcrbienße wenigßenS gefegUd) unb in ben wichtigßen ZweigenbeS öffentlichen SienßeS auch factifch offen fiehf, unb weil ber 9lbel fein üöorrecht geniegt,burch welches in bem 9?tchtabeltgcn baS Selbßgefühl beleibigf ober in ben Seiftungen für bie©efammtpeit baS ©efep ber ©leichheit »erlebt würbe. Sic Stellung aller Stänbe gegenein*anber iß burch bie SBerfajfung fo gut georbnet, bag etn Sebcr immer wieber beS 9lnbern be*barf, unb bag ber Vornehme ben fd)önßcn unb belohncnbßen SSfjeit fetneS öffentlichen 2Bir*fcnS nur burch ©unft unb Vertrauen ber ©eringern erlangen mag. Ser niebere 9lbel aber,welcher in manchen anbern Sänbern burch feine befonbern StaatSinterejfen unb SBorjüge inein feinbfeligeS Berbältniß gegen baS föolf »erfept wirb, ifl in ß. Weber ßaatSrechttid) nochfactifch »on bem Bürgerßanbe getrennt, ßr Iß im Parlament mit ihm im $aufe ber ©e»meinen »creinf, unb was ftch burch Sletg, ©lücf, SBiffenfchaft ober SEalent über bie gemein*famc 5DJaffe erhebt, tritt ohne 9lbelsbrief, nicht burch bie ©unß ber ©rogen, fonbern burch.fein Berbienß »on ^Rechtswegen in feine SReihen. fRie ifi eS ben ßnglänbern eingefallen, biehohem fird£>licf>en äßürben »on ber ©eburt abhängig ju machen; niemals hat ftch *h r 3lbelbabttreh »on ber -Kation 51 t trennen »erfudjt, bag er auch »on ber SRutter Seite abelige 9lb*funft erfobert ober ba»on bie Succefßonöfäi)igfeit in Samiliengüfer unb bie höchßen 9lbeIS*würben abhängig gemacht hätte, ß. hat nod) SRaria unb Slnna als Königinnen auf bemSElwone gefchen, beren SRutter, 9lnna .fjpbe, bie Tochter eines Slböocatcn war. Keine Steuer*freiheit, feine Ungleichheit »or bem ©efepe macht ben 9lbel 51 t einer Beßhwerbe für bie i'tbri*gen Bürger; nur »on manchen ©emeinbebienfien ftnb bie wenigen SorbS frei, unb ihrSRedft, in ßriminalfad)en »on bem Dberfiaufe beS Parlaments gerichtet ju werbet^ ifi, baihnen Solches bebeutenbe Kofien macht, fein ©egenßanb beS SReibeS, obfefjon eS mieberholtangefochten würbe.
3n ber 33ilbungSgefd)ichte beS engl. 91 b e l S fprtcht ftch jenes ©runbgefe| aus, welchesman in bem ganzen ©ange ber engl. ©efefjgebung unb Betfaffung finbef, nämlich treue«Seßhaften an ben alten ßinrichtungcn, »erbttnben mit allmältgem, jeitgemägem, wicwol(angfamem Sorfbilben. Ser jepige 9Tbel trägt nod) manche f3üge »on Sem, was er fchonunter ben 9lngelfachfen war. ßinen ßrbabel in bem gegenwärtigen Sinne fannten biefefreilich nidß; einen eigentlichen ©eburtSabel bilbeten nur bie 9ltl)elinge, bie Söljne unbnächffen Berwanbteit beS Königs, ©leiden fRang unb gleiches 9led)t mit ihnen hatte berßrjbifchof beS SanbcS »ermöge feiner geiftlichen SBi'trbe, nicht als ©runbbejlfier. SaS Sanbwar in ©aue getijetlt (SljireS, fpäfer ßountieS, ©raffchaften), an beren Spi|e ein ßalbor*man ober 9llb er man (f. b.) ftanb, »on ben Säncn ßarl (f. b.) genannt, aber nur alsfönigticher ^Beamter ohne ßrblichfeit. Unter ben S»eien genoffen bie Siencr beS Königs unbber fOornehmcn, bie Sfhane, auSgejeichnete ^Rechte, aber auch % ©tanb war feineSwegSerblich abgefd)toffen; auch ber bloge Sanbbaiter (ßeorl) fonnte ßch, wenn er ein beßimmteS©runbeigenthum befag unb unter gewiffen SSebingungen, baju erheben. Ser Kaufmannerlangte bie SBiirbe eines Sh a » / fobalb er auf feine Koßen brei Seereifen gemacht hatte,unb wer nur ritterliche SBaffen ßch anfdjaffen fonnte, um ben König »on einem Sip jumanbern ju begleiten, hafte auch »h nc 2anbeigentf)um fchon eine SRittelßufe jum SEhan er»reicht. Sreie 95auetn in mannigfaltigen ßolonat»crhältniffen (ßeorls, ßotfetS, 95owerS,S5ureS, b. i. Bauer) unb leibeigene Siener, fowol 51 ml perfönlidjen Sienfte als jum Sanbbau