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4 (1845) D bis Entern
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706
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706 ©ttbemtP (gttbltdjet

Dffenbarung u. f. w. ffflan fcf)on, baf brr fogenattnfe 5ttf)eidmuS f)iev hoch nicht ohne©ott ifl. Gbenfo wie b’Sllemberf bejeigt auch $clbetiud in feinem SBerfe „De l’csprit" bemGhrifienthume fietd bie gröfte Achtung. 3ff bied nun £euchelei? Sann aUerbtngd muftebte-SBcltanfchauung ber Gncpflopäbiflen in tt)ver Gonfequenj ju bem ©ebanfen führen, benItrgcunb bed Uniberfumd nicf>t in einem Söcfen aufer ihm, fonberti in if>m feibft ju fuepen,woju auef) bad „Systeme de la natme" »on Solbad) ed fo jiemltch bringt; fobann ift edbefannt genug, baf biefe ^)f)t(ofop^en fiep Biel über SMgion luftig machten unb baf fte, wieauch SBoltaire tpat, ihre freien Slnftcpten gefliffentlicf) unb auf aUe mögliche Sßeife ju ber=breiten fudjten. 3 ft ed alfo nur $>ftfftgfeit, baf fte baneben ©ott befielen laffen unb bed6 f)rifienff)um$ mit ©firfurefjt ermähnen? ©ewif nicht. Sie Oteligion, fagt b’Sllentberf, patben 3wecf, auf ©tauben unb «Sitten $u roirfeit; bic Grfenntnif Soffen, wad ift, fällt ber5>t)itofopt>ic anheim. Sie ^J^itofoptjen hatten allerbingS fein Sntcreffe an ben ©egenfiänbettber Steligion; fte liefen fte bapingeftellf unb befefjäftigten fiep mit ben Gefaprungdgegen*ftänben unb ber weltlichen SJtoral, bereit Urfpruttg fte in bem ©clbft, in ber ©etbftliebe(amour de soi, nicht ju berwecpfeln mit amottr propre, Gigenliebe) fucfjten; fäntpffen aberübrigend mehr nur gegen ^Jfaffenthum unb Slberglauben ald gegen bad Ghrifientpum. 3uberjenigen 9luffaffung bed mcnfcplicpen Söcfcnd, welche gegenwärtig in ber ^>E>t(ofopt>ie auf»getreten ift, hatten fte.ed in ber Tpat nidt>t gebraut; fte blieben in ber 3<wfplitterung ber Gr*fahrungen bed Gin^elnen befangen; fte gelangten jum ©elbft, aber nicht jum ©clbftbe*wuftfein. SBenn Gütige bann ben ropen Ggoidmud, bie Sehre, baf ber SKenfd) nur tpunmüffe, wad ihn gelüfic, prebigten, fo fam bied baher, baf fte bad ©elbft in feiner Ginjelpeitauffaffen, ohne Sewuftfein über bad allgemeine SBcfen bed ÜJtenfcpen.

©nbetnic ober Gnbentifche Kranfpeit ift eine folche, bie unter ben Bewohnerneiner gewiffen Stabt ober ©egenb fortwäprenb bie tiorherrfchenbe ift. ©ie fantt entmeberbem betrejfenben Sanbfiricpe ganj eigenthümlich fein, b.p. anberwärtd gar nicht »orfontmen,wie bie Stabefpge (f. b.), ober auch * n anbern ©egenben gefunben werben, aber wenigerzahlreich auf einer ©teile. ©0 ftnb in Stieberungen mit ©ümpfen bie SBechfelfteber, auf»ielen ©ebirgen bie Kröpfe, in engen eingefcploffenen Schälern bie ©frofeln unb ber Kreti*nidrnud, in ben Tropenlänbern bie Seberfranfpeiten enbentifch- Sic enbemifchen Kranfpeifenftnb bebingt burch fiimatifche Ginflüffe, namentlich burch bie Temperatur, ben Suftbrucf,bie herrfthenben SSMnbe, ben SBaffcrgepalt ber Suft, bie Sludbünfiungen bed Bobend, biecfjemifche Befcpaffenpeit bed Trinfwafferd unb enblich bie noch fehr unbefannten eleftrifcpenunb magnetifchen Berpältniffe, bie ftch in oerfchiebenen Sanbjfricpen offenbar gan$ eigen*tpümlicp gefialten. Sa ferner alle biefe Singe auf ben Gparafter bed Thier* unb ^ftanjen*reiepd einen gewiffen Gtnfluf üben, fo ftnb auch bie Staprungömitfel mitunter ald Urfacpcnber Gnbemien ju rechnen. ©0 ift bie enbcntifche Kranfpeit ber ©frofeln unter ben Be*wohnern eined Sanbfiricpd, bie aud Slrmutp lebiglich auf ben ©enuf ber Kartoffeln ange*wiefenftnb, aud biefem ©runbe allein fchon leicht $u erflären, unb cbenfo bie enbemifchen•fjautfranfpeiten an ©eefüfien burch ben faft audfcplieflichcn ©enuf bon gifepen. -^terjufommt nocp bie Strf ber SBopnung unb Befcpäftigung, wie man bied namentlich bei bengabrifarbeitern bemerfen fann, bie gewöhnlich arm ftnb, unb bet benen fchon bie fTtaprungbie Sludbilbung ber ©frofeln begünfiigt; fte haben auferbem wenig Bewegung in freier Suft,befto mehr aber ftnb fte in warme, jum Theil feuchte, mit unreinen Studbünftungen ange*füllte gabrifgebäube eingebrängt, unb fo faden befonberö bie nachfolgenben ©enerationenbei ber Grblicf)feit ber ffrofulöfen Slnlage biefem Übel immer mehr atthtün. ÜberhauptBereinigen ftch gewöhnlich mehre ber genannten Ginflüffe, um eine Gnbemie herborjurufen.Surch SBegfall ber einen unb bad £tnäufommen ber anbern fchäblidfen ^oten. 5 , 5 . S5. burchUludtrocfnung bott ©ümpfen, Sludrottung bon SBälbern unb Grrichtung bon gabrifgebäu»ben, fann man ben enbemifchen Gharafter einer ©egenb gänjlich beränbern. Um im Gtnjel*nen bie enbemifche Slnlage einer ©egenb genau $u beftimmen, ift eine jeben Umftanb berütf*fichtigenbe Grforfchung berfelben erfoberlicl), bie aber fo biel phpfi'falifche unb mcbicitrifcheSSorfenntniffe ald ©charfftnn beanfprucht. 3« ber neuern Seit hat man folgen Unterfuchun*gen unter bem tarnen ber ntebtcinifchen ©eographie jtemlicfjc Slufmerffamfeit jugewenbef.

Gnblictier («Stcpfjan ßabidlaud), orbentlicher ^)rofeffor ber Bofanif an ber Untber«