©jjrettwaffett ©t 599
6t roar ein ©eifte«»erwanbfer SBincfelntann’«, ben er jebotf) md)t fannte, jwar nicht fo ge«fefjrt, aber tiefet unb geifireid)er. gür bie moberne itunft t>atte er wenig Sinn, nur in benSBerfen bet Sitten woUte er bie echte Schönheit anerfcnnen. SJtit ber bamal« in Schwebenherrfdjenben Gultur fianben feine Stnfkhten im fdjreienbften SBibcrfprudfe, weshalb er »onfeinen 33e?annten al« genialer Sonberling angefiaunt würbe, wäfyrenb bie Übrigen it»n garnid)f fannten. @rfi nad) ber SluSbilbung ber äfi^ctifc^en Gultur in Schweben fdjricb Sitter«bom in „Phosphoros" (1813) über it>n eine treffliche (SfaraiteriftiE, unb feitbem habenpammatffölb, Seffow, Senfkorn u. St. fein Spfiem in« Sicht gefegt, ©egenwärtig ift erallgemein al« ein §war einfeitiger, aber fcfcjarffinniger ifunfttheoretifer anerfannt. G. ftarbim 3. 1800 in Srebro auf einer Steife nad) bem 9teid)Stagc ju Slorrföping.
©^tettroaffen nennt man fofibare unb fcf)ön gearbeitete SBaffen, welche einem Sol«baten jur 5Belot)nung einer tapfern 2b at »ber wegen foitft eine« bebeutenben 23erbiettfie«»erefjrt werben. ®ie ßfrenwaffen haben ihren ttrfprunt) in einer fetjr frühen Seit/ wo e«nod) feine Srben gab unb wo ber Sieger ba« Schwert be« Uberwunbenen befarn. Sod) auch,nachbem bie Srben aufgefommen, erhielten bi« auf bie neuefie3eitf)erabfiegreid)e§elbf)erren«m Gnbe be« gelbjug« unb ^öt>ere Sfftjiere für au«gejeid)nete £h atcn en tttjebcr »on Seitenbe« Staat« ober »on ihren dtameraben $ur befonbern SBelotjnung Gljrenwajfen. 3« Sranf«retef) waren fte jur Seit ber SJcpublif nad) Slbfdjaffung alter Srben eine Seit lang, al« ba«einfach« 35anf»otum nicht ntel)r au«reid)en wollte, bie etnjtge militairifdje SluSjcichnung,unb e« würben l)iernid)t nur Ghrenfäbel, Gfjrenbegen unbGf)rcnfIinten, fonbern aud)Ghrcn«trompeten unb 6h ren trommelfiöde (baguettes d’honneur) auSgetlfeilt, bi« 1802 bie Stif«tung ber Gfjrenlegion ^ ; ng p e g en trat g n Stujjlanb ftnb nod) gegenwärtig bieGhrenwaffcn neben ben Srben eine fiefjenbe Slu«jeid)nung für tapfere S^gaten £>ö£)erer SDffiäiere.
©i. Stile Drgani«men, bei welchen bie Seugung burd) ben©egenfag jweier ®efd)led)«ter »ermittelt wirb, pftanjen ftd) burd) Gier fort, b. h- burd) gefd)loffene SBlafcn, in welchenunter entwicfelnben äufjern SBebingungcn ein neue« otganifdje« Snbioibuum ftd) geftaltet.Sion biefern allgemeinen Siegriffe auSgehenb, wirb man auch bie Samenförncr ber $)flan*jen ju ben 6ietn redjnen miiffen. Stile Gier gleichen ftch infofern, al« fte au« mehrfachenfüllen befielen, bie einen .Steint unb aufjerbem eine Subfianj enthalten, welche bent legternim erften Stabium ber Gntwicfelunq jur 9laf)rung bient. Schlieft man nun auch bie riet»gewaltigen spflanjeneier »on ber SSetrachtung au«, fo bleiben immer nod) oiele gönnenübrig, unter welchen ba« thierifebe Gi erfchetnen fann. Swar ftnb bie innern SSefianbtheilefid) fafi überall gleich unb beftehen au« bem Sotter, ben eine bünne gefäfreid)e Silafe um-hüllt, au« bem fpäter gebilbt'ten Giweif unb enblich au« einer jweiten .pütle, beren äufjereSchicht ftch entweber nach unb nach mit ifalf überdreht, ober hoch ftärter unb feftcr al« bieinnern ift. 3lUetn ba« SSerhaltnif jener wefentlichen S3eftanbtl)eile ift ebenfo wenig immerbaffelbe al« bie auf erfte Umfteibung unb ©eftalt ber Gier ftd) gteichblcibt. Sehr »erfdjiebenift ba« Gi eine« Snfeft«, j. 25. bes Seibenfchmetterling«, »on bem Gi eine« gifd)e« ober 25o«gel«. Jtein Gi wirb ftd) ohne ben Sutritt eine« feine Äetmfraft crmecfetiben ^rincip«, b. t).ohne ^Befruchtung, ju einem neuen Srganiömit« entwicfeltt fonnen. 3« bem befruchteten,fo eben gelegten 6i erfennt man eine wciffichc Stelle, bie Starbc, gemeinhin ber ptahnentrittgenannt; fte flettt ben erften Slttfang be« künftigen Srgani«mu« bar unb erfcheint bei ftar«fer 3Setgröftrung.»on jufammengefegterm S5att. Sa man jttmal im SSogelei bie wagrenbber üBrütung anfang« jiemlid) fchnetl »on ftatten gehenben SJeränberungen jene« Äeint«bequemer beobachten fann, fo tft biefe gortbilbuitg »011 jeher »icl fiubirt worben, in neuefictSeit aber mit fo grofjem Grfolge unb in fo weiter Stu«behnung felbft auf niebere S^pierctaffen,baf fjlerburch eine gleichfam neue unb fej)r wichtige SSiffcnfchaft, bie Gntwicfelung«gefchid)te,entfianb. Sie gier toerben geboren entweber mit unentwiefettem jfeime unb bebürfen ba<her bcrS3rütung (f. SBrüten), ober fte »erweiten im SJtutterförper bi« jur »ollftänbigen2tu«bitbung be« jfeün« jum organifchen 3nbi»ibuum unb reifen im Sütgenbltcfe ber@eburt.Stuf biefen 2Serfd)iebenheiten beruht ber S3egriff »on eierlegenbcn unb »on naeftgebärenben,gewöhnlich, bod) unrichtig, lebenbiggebärenben Rieten. Slttch bie menfcf)licf)c grucht ent»Widelt ftd) au« ßiern, bie freilich al« fcljt fteine, ben S3ogclciern unähnliche 33lä«d)cn er«feheinen unb nad) il)rem Gntbecfer ©taaf fc^e Gicf)en genannt worben ftnb. Sur Gilbung