Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
588
Einzelbild herunterladen
 

588

©fje&ntdj

fiimntung ju nennen. SBiHenSunfreie, 5 . 23. SBahnfinnige, Äin&er u. f. w., fönnen feine ©jefdfjliefjen. Swang fjebt bie gefdjloffene Ghe auf, bem 3rrti>ume ift nach ber richtigemnur bann eine gleite .Straft beijulegen, wenn et fünfte betrifft, burefj bie baS SBefen ber©je fefbfl gefätirbet wirb. SieSlbhängigfeit oon briften^Perfonen bebingt nach oerfdjiebenenpofitioen ©efe|gebungen, j. 95. bei ben ©olbaten, bie fftotfjwenbigfeit ber Ginwilligung ber*fclben jur Gingeljung ber ©je ©eiten fotc^cr 2tbfjängigen; altgemeiner ifibcrölterliclje Gott*fenS al$ eine SBcbingung ber ©ülftgfcif ber 6 tje anerfannf unb begrünbet. Gbenfo wirbtine bereits befiefjenbe Verpflichtung, fei eS ber etjetidje Sreufdjmur, ober, nach fatfjolifetjemitirchcnrechfe, ein feierliches ©elübbe ber Gntfjattfamfeit, frennenb wirfen. Sie IpinbetmffeflSrperlicher Ünfäfjigfeit, j. 25. SDtangel ber ©cfcfjlechtSreife unb gefctjlectjtlictjeS Unoermögen,»erben im pofitioen Sfcdjte »erfcfjiebcn normirf. SaS (relatioe) .fünbernif ber 2?erwanbt*frfjaft ifl oon jeher eins ber wtdjtigfien getoefen, unb nicht fowol in ber ^t>r>fifdb>en Statur alsin bem moralifcfjen ©cfüfjle alter SBölfcr begrünbet, wcldE>e (ich über tljierifche 3?ofjeit erfje*ben. Sie ©riechen erlaubten noch, bi* ©cfjtoefter ju heirafhen, was bei ben Stömern fdfjon#or bem Ghrifienthume oerboten war. Sie flrengen mofaiftfjen ©efe^e bilbeten bie ©runb*tage ber chrifitichen. Stofes oerbof bie Ghe jtotfehen Stlfern unb Jfinbern, jwifchen ben injWeiter Sinie 23erfchwägerten, jmifchen ©efcfjwifiern, mit ber ©ehwefier ber grau, beS 25a*terS unb ber SSutter, unb mit ber SBitwe beS ©heimS. ©eijilicfjfeit bchnte, um ihrenGinftuf ju erweitern, bie 2 ?erbote bis ju bem 14. ©rabe ber 23erwanbtfcljaft unb felbfi aufeine eermcintlich geifiliclje 23crtoanbtfchaft aus, j. 23. jwifcfjen Rathen; aber bie neuern @e»fefcgebungen haben biefe SSerbote toieber gemilbert unb meifi bis auf ben oierten ©rab (®e*fchtvifierfinber) befcfjränft. Surch S iS penfa tio n (f. b.) wirb jeboch auch 5Wifd)euDh c i munb Stichfe, Steffe unb Sante bie Glje häufig geflattet. Ipinjicfjtlich beS Gfjebru cljS (f. &)als GhchinberniffcS ift baS fanonifcfjc Oon bem bürgerlichen Stechte mehrfach mobifteirf wor*ben. ©jen jwifdjen Gfjtifien unb 3ubcn finb nach allgemeinen ©runbfäfcen beS fat£jotifct>cnwie beS coangelifchen JtirehenrcchtS nicht erlaubt; einjelne 2anbeSgefe|gebungen, j. 58. ingrcnfrcich, fowie in 58tecf(enburg unb in ©adjfen*2Beimar, machen inbef f>ier»on eine 2tuS*nähme. fSictfacEje ©treitigfeiten haben namentlich in neuerer .Seit bie 61)en jwifcfjen .5tatl)o*lifen unb Goangelifdjen fjeroorgerufen. (©. @ emifch te Ghen.) 2BaS bie ©djliefjung berGhen antangf, fo foberf baS öftere fanonifche Stecht jurn Safcin einer gültigen Ghe nur bieGrflärung .beiber STf)eile Oor bem Pfarrer, Wetdjc noch gegenwärtig baS SBefentlidje berStauung auSmachf. (©. © p 0 n f a l i e n.) SaS neuere Stecht hat bie firtfjlidje Ginfegnungunb baS oorangeheftbe öffentliche Stufgebot (f. b.) fjinjugefügt; bagegen wirb itigranf*reich, 25elgicn unb ben Stieberlanben bie Ghe burdj bie Grflärung oor ber bürgerlichen Obrig*feit gefchloffcn, nachbem baS Aufgebot oorftergegangen ifi. (©. auch © ewiffenSehe unb© l a u b e it S e 1) e.) Sie Stechte ber ©affen finb int SBefentlicfjen gleich, foweit nicht aus berStatur beS VertjältniffeS felbfi befonbere Pflichten für ben SStann entspringen, bie grau jubefefjühen unb jit ernähren. Saher muff er ihr fogar wäljrcnb eines ©djeibungSprotcjfcSUnterhalt unb bie ©ericfjtsfofien oorfcfjiejjen. Sagegen ifi ihm bie grau häuslichen ©efjor*fam fdjulbig; fic muf i^m in feine Heimat folgen, felbfi wenn er gegen ihre Steigung eineanbere erwählt; bafür tritt fie aber auch ' n f e ' nf äufern 23erf)ältmf[e, 3tamen unb ©tanbein. Sie SSermögenörecljfe ber Ghegaften beruhen im rönt. unb bcutf^cn Stechte auf ganj»ergebenen ©runbfihen. (©. ©iitergemeinfehaft.) Sie ©ericljtöbarfeif in Ghefachenwar in frühem Seiten rein fircfjlich, unb bie Ghefachen würben baher oor ben geglichen ©e*richten, ben SSifcljöfen ober bem Gonfifiorium, oerljanbelf. 3n neuerer Seit finb fie häufig anweltliche ©ericfjfe gewiefen worben; boefj finbet in biefer SSejtehung in Seutfchlanb nocheine gtojje 93erfchiebenheit fiatt. feine firdjltd) oollgültige Ghe (matrimonium ratum) ifi auchbann oorhanben, wenn einige bürgerliche SBirfungen, j. 23. bie Sljeilnahtne an ©tanb unbSBürbe beS 59tanneS, oolteS Grb = unb Stachfolgerecht ber Äinber tt. f. w. auSgefcfjloffen finb,WieinberSRorganatifdjenGhe (f. b.). 25gl. Nippel,Uber bie Ghe" (SBerl. 1774;5. Stuf!., 1825) unb Jpartihfch,Ghewcht" (ßpj. 1828 ).

@hc6rudh (adulterium) nennt man bie grobe finnlicfje 23erle|itng ber ehelichen Slreue.SRo^eSSölfer legen jum SEheil ßar feinen 2Bertfj auf bie eheliche SEreite unb bieten ihre grauengremben oft felbfi jum ©enuffe an. Gewacht aber einmal baS ©efüfjl ber Giferfucht, fo