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4 (1845) D bis Entern
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424 Donjon Don Juan

bestimmte ihn für immer für die neue Richtung. Er schrieb nun rasch nacheinander eine 'ziemliche Zahl Opern mit verschiedenem Erfolge, von denen „I-'elisir ll'smore", „IVlrmnoLsliero", Loleaa", „velisario" und „I-a lille tiu reßiment", welche zum Theil für

Paris geschrieben wurden, vorzugsweise Glück und D. auch außerhalb Italien bekannt mgch.ten. Wenn indeß D. trotz einer großen Fruchtbarkeit doch eigentliche Ursprünglichkeit undNeuheit der Erfindung nicht zugesprochen werden kann, so ist andererseits anzuerkennen, daß Ier mit Glück und Geschick Eigenes und Fremdes zu verschmelzen und mit Leichtigkeit zu an. lmuthiger Wirkung zu gestalten weiß. Gleichfalls ist nicht zu verkennen, daß seine Harmonie ^und Instrumentation minder leer und bedeutungslos sind, als bei den meisten neuern Jta- >lirncrn, ein Umstand, der ihr sogar den sonst nur den Deutschen gemachten Vorwurf der 'Überladung zuzuziehen vermochte, und der jedenfalls seinen Erklärungsgrund in seinen frü-her» ernsten Studien in strenger» Kunstgattungen findet. Nach Bellini ist er der bedeutendsteital. Tonsetzer und insofern das Haupt der neuesten ital. Schule, obgleich er derselben keineneue Richtung gegeben hat und seine Compositionsweise mehr als eine Modifikation, nichtals eine individuelle Gestaltung der durch Rossini herbeigeführten Phase der ital. Musik sicherweist. — Sein Bruderist Chef der Militairmusik des Sultan Abdul Medsthid.

Donjon hieß ursprünglich der runde oder viereckige Hauptthurm alter Burgen, dergewöhnlich als Gefängniß und als letzter Zufluchtsort diente. (S. Thurm.) In neuererZeit wurde der Name auch auf Citadellen und Bergfestungen übertragen. Berühmt ist derDonjon von Vinccnnes als Gefängniß mehrer berühmter Männer, z. B. Diderot's u. A.

Don Juan. Wenn in der Sage von Faust (s. d.), vorzüglich in der Goethe'schmAuffassungsweise, die nach übersinnlicher Erkenntniß maßlos ringende Begierde dadurch dmDämonen des Abgrunds verfallt, daß sie, an sich verzweifelnd und ihrer selbst überdrüssig,weil sie das höchste Ziel nicht zu erreichen vermag, in eine sinnliche Genußsucht Umschlag!, !sich aber bei dieser doch wieder nicht beruhigen kann und so nach beiden Seiten hin eine mi> !erfüllbare Leere fühlt und sich im Zwiespalte mit sich selbst aufrcibt, so stellt sich in der Sagevon Don Juan dir rein materielle und egoistische Genußsucht dar, die, hauptsächlich auf dmgeschlechtlichen Genuß beschränkt und vom Sinnentaumel hingerissen, jede spirituelle Erkennt-niß von sich weist, in eigensinnig sinnlichem Trotze die Dämonen der Nacht gegen sich auf-ruft und in ihrem eigenen brutalen Egoismus zu Grunde geht. Die Don Juan-Sage hatdurchaus keine geistige Tiefe, aber desto mehr sinnliche Fülle, und es war eine beklagens-werthe Verirrung der neuern Zeit, die Sage von Don Juan der von Faust gleichstellen undselbst philosophisch erklären zu wollen. Wenn Faust in den Momenten, wo er aus unbefrie-digtem Erkenntnißdrange im Genüsse die Ausgleichung und Befriedigung sucht, die-ihm dasWissen nicht gewähren kann, an Don Juan vorübergehend anstreist, so bleibt er doch auchim Genüsse stets Metaphysiker und kehrt immer wieder dahin zurück, wovon er ausgegangenist, zur philosophischen Betrachtung, welche selbst den sinnlichen Genuß in ihren Kreis zubannen weiß. Daher haben alle Versuche, Don Juan auch zu einem Repräsentanten desdenkenden Princips zu erheben, ein misfarbiges, zwitterhaftes Colorit und konnten nur dazubeittagen, den entschiedenen naturnothwendigen Gegensatz zwischen beiden Sagen aufzuhe-ben und zu vermischen. Der Don Juan der Sage soll Juan Tenorio, ein Günstling de- zKönigs Alfons' XI. und Theilnehmer an seinen Grausamkeiten und Ausschweifungen gewe- Isen sein, Giralda, die Tochter des Gouverneurs von Sevilla, zu entehren versucht und ihrenVater im Zweikampfe erlegt haben. Noch jetzt steht in Sevilla der Rumpf einer alten Con-sularstatuc, die im Munde des Volks der Steinerne Gast heißt, dieselbe, welche Don Juan zuTafel lud. Ferner nennt die Sage noch einen Don Juan de Maranha, der mit dem Teufelein Bündniß schloß, sich jedoch bekehrte und im Gerüche der Heiligkeit starb. Beide verschmol- -zen zu der Volkssage von Don Juan, die erst lange nachher durch den Komödienschreiber !Tirso de Molina (den Predigcrmönch Gabr. Tellez) in einem Stücke „LI t>url»clor cke 8e-Villa ^ oombidsäo lli pieära" (gedruckt 1834) eine Art künstlerischer Gestaltung erhielt, jIm 1, 1659 wurde in Paris derselbe Stoff in einem Drama von de Villiers „I-e testia äspierre ou le ÜIs criwinel" zur Aufführung gebracht und 1665 auf dem Theater des Palais ,royal Moliere's Bearbeitung „Von äuaa ou le testia cle pierre" dargestellt. Im I. 1669erschien dieselbe Sage in einer Bearbeitung von dem Schauspieler Dusmenil, der als Dich'