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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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148 Demokrit

heit über die Menschen vertheilen. Wol aber soll auch dieses aristokratische Regiment, umnicht in Einseitigkeit und Kastengeist zu verfallen, unter demokratischen Einflüssen stehen,d. h. es soll ein reges politisches Bewußtsein im Volke leben und jegliche Kraft soll sich gel-tend zu machen suchen, um mit dem Gewicht der öffentlichen Meinung auf das Ganze zuwirken. Dieses Gewicht selbst aber ist ein organisches und siegt nicht durch irgend eine me-chanische Vorschrift, die da gebietet, sich den meisten oder den lautesten Stimmen zu unter-werfen, sondern indem es sich in den Überzeugungen zur Herrschaft erhebt. Endlich verstehtes sich von selbst, daß alles Regiment insofern ein demokratisches sein muß, als das Gedei-hen des Volks das Ziel aller Regierung ist.

Demökrit, griech.Philosoph, aus Adders, geb. gegen 470 v. Ehr., wurde, einer Sagezufolge, durch Magier und Chaldäer, welche Terxes bei seinem Durchzuge durch Adders zu-rückgelasscn, für das Studium der Philosophie gewonnen. Nach seines Vaters Tode reisteer nach Ägypten, wo er Geometrie studirtc, und nach Asien, um seine Kenntnisse der Naturzu erweitern. Sein Werk von der großen Naturordnung brachte ihm, nachdem er es seinenMitbürgern vorgelesen hatte, bei diesen reiche Belohnung und hohes Ansehen, und die Zahlseiner Schriften und der Ruhm, welchen dieselben ihm im Alterthume erwarben, beweisen,daß er sich mit ganzem Eifer der wissenschaftlichen Forschung gewidmet haben muß. Unterdie verschiedenen Märchen, mit denen sich die spätere Zeit über ihn trug, gehört auch, daser beständig über die Thorheiten der Menschen gelacht habe, weshalb man ihn als Ge-genstück des Heraklit (s. d.) angesehen hat. In seinem System hat er die mechanische oderatomistische Erklärungsart der Natur, welche sein Vorgänger Leucipp (s.d.) unter de»Griechen zuerst aufstcllte, weiter ausgebildet. Die Entstehung der Welt erklärte er durch dieewige Bewegung einer unendlichen Menge untheilbarer, aber nicht wahrnehmbarer Körper-chen (s. Atom e), die sich nach Figur, Lage und Ordnung voneinander unterschieden unddurch die Bewegung in dem unendlichen Raume bald getrennt, bald wieder zusammengeseh!würden. So entstand das Weltall zufällig, ohne Beihülfe einer ersten Ursache; aber es gib!zahllose Welten, welche immerfort entstehen, bald wieder untergehen. Die Ewigkeit derAtome bewies er daraus, daß man die Zeit sich nicht anders als ewig und ohne Anfang ver-stellen könne; ihre Einfachheit aber auf folgende Weise. Wenn Körper auch unendlich Heil-bar sind, so muß man doch zugeben, daß die Theilung müsse wahrgenommen werden könne».Nach geschehener Theilung bliebe nun entweder noch etwas Ausgedehntes, oder Punkte ohnealle Ausdehnung, oder nichts übrig. Zm ersten Falle wäre die Theilung noch nicht vollendet,im zweiten könnte die Zusammensetzung von Punkten ohne Ausdehnung nie etwas Ausge-dehntes geben; und wäre nichts übrig, so könnte auch die Körperwelt nicht sein; also müsse«einfach? Grundkörpcr oder Atome existiren. Den Atomen legte er außer Figur, Größe undUndurchdringlichkeit auch Schwere bei. Alle Dinge haben die Atome zu ihren Bestandthci-len, und ihre Verschiedenheit rührt blos her von der Verschiedenheit der Figur, Ordnungund Lage der Atome, woraus jedes Ding besteht. Diese Verschiedenheit der Atome ist un-endlich, sowie ihre Anzahl, daher auch die Verschiedenheit der Dinge selbst unendlich großist. Alles Wirken und Leiden ist Bewegung durch Berührung, weil nur ähnliche Dinge auf-einander wirken. Auch die Qualitäten, z. B. Härte, Weichheit, Farbe, Ton, Geruch, ent-stehen erst auf abgeleitete Weise aus dem Zusammentreten der Atome und ihrer Wirkungauf unsere Organe. Die ursprüngliche Bewegung der Atome ist eine wirbelnde, kreisförmigein welcher der Grund aller andern Bewegungen in der Welt liegt. Diese Kreisbewegungnannte daher D. auch die Nothwendigkeit. Das Feuer besteht nach ihm aus runden Atomen,während die übrigen Elemente sich nur durch Größe und Kleinheit ihrer Atome unterschei'den. Die Seele besteht, insofern sie bewegende Kraft ist, vorherrschend aus den feinstenFrueratomen. In allen Körpern aber sind auch Feueratome, denn in allen ist etwas vonSeele. Menschen und Thiere athmen sic mit der Luft ein, daher auch mit Äufhören desAthemholens das Leben aufhört. Der Tod wird bereitet durch Übermaß in der Ausscheidungder feiner» Atome. Die menschliche Seele besteht im höhern Grade aus Feueratomen, dasie aber auch die übrigen Elemente erkennt, und etwas doch nur durch das ihm Gleiche er-kannt werden kann, so muß sie auch aus den übrigen Elementen zusammengesetzt sein. DasGefühl (Betastung) ist der Grundsinn und unter allen der untrüglichste) denn nur Das kau«