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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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147
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Demokratie

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tttus, welcher die Gesammtheit der unter derselben Staatsgewalt stehenden und in der Regeldurch gemeinsame Abstammung, Geschichte, Sprache und Sitte verbundenen Menschenumfaßt, so kann die Herrschaft dieses Volks sowol Monarchie und Aristokratie als Demo-kratie in sich fasten, sofern die Monarchie und die Aristokratie ebenfalls aus dem Volke sindund dem Volke gehören. In diesem Sinne hat in neuester Zeit Lamartine mit dem de-mokratischen Princip kokettirt, ohne ihm in Wahrheit zu huldigen. Er hat von einer demo-kratischen Verfassung gesprochen, in der er doch für Königthum, Adel und alle sonstige Ari-stokratie vollkommen Platz zu finden wußte. Gewöhnlich aber versteht man unter Demo-kratie diejenige Regierungsform, worin, im Gegensätze zur Monarchie und Aristokratie,welche beide Formen sie ausschließt, die rechtliche Souverainetat der Masse der Activbürgerdes Staats, diese Kopf für Kopf genommen und nur mit Ausschluß der Frauen, äußerlichUnfreien, Unmündigen und Bescholtenen zusteht, und die Mehrheit der Stimmen unterihnen die Endentscheidung über alle wichtige Fragen gibt. Diese Regierungsfvrm in ihrerReinheit ist eigentlich nur in sehr kleinen Staaten, bei sehr einfachen Staatsaufgaben undgroßer Gleichheit der Bildung, Gesinnung und Verhältnisse möglich. In den Staaten desAlterthums ist sie nur dem Scheine nach dagewesen, weil da die Masse der nieder» Ständeim Sklaventhume lebte. Um dieselbe auch auf größere Reiche und zusammengesetztere Zu-stände anzuwenden, wählte man die Form der repräsentativen Demokratie. Die Erfahrungjedoch hat gelehrt, daß dieser Versuch nur ein zweifaches Resultat haben konnte, entwederman wußte die Volksherrschaft zu einem bloßen Schatten und Namen zu machen, in Wahr-heit aber die Herrschaft einer reichen und angesehenen Minderzahl zu begründen, welche dieMehrzahl durch einige Formen und Phrasen täuschte, oder man sah das Wirken des Staatssich ganz in den Kampf um die Führung der Geschäfte verlieren, die Masse des Volks aberfactisch darnach trachten, die repräsentative Demokratie so viel als möglich in eine reine zuverwandeln. In Amerika, wo die Demokratie ihr durch Geschichte und Verhältnisse ange-wiesenes Feld hat, zeigen sich diese Wendungen zwar bereits stark, werden aber doch nochdurch die große Leichtigkeit des materiellen Erwerbs und das weite Feld, welches dort dasPrivatleben noch der Kraft und dem Unternehmungsgeiste öffnet, sowie durch die relativeEinfachheit und Sicherheit der dortigen Staatsgcschäfte in ihrer Schädlichkeit gemildert.Niemand aber kann behaupten, daß das dortige Staatswesen jenen idealen Schimmer umsich verbreitete, jene Kräfte und Tugenden entfaltete, die den Namen der Republik aus denTagen der Alten so glorreich machen. Der Grundfehler aller solcher Demokratie liegt inder Nichtberücksichtigung der ewigen, auch der Zukunft verpflichteten Bestimmung desStaats, der organischen Gliederung des Volks, der von der Natur selbst begründeten undmit der steigenden Entwickelung zunehmenden Verschiedenheiten unter den Menschen, desgroßen Einflusses, den die Verhältnisse auf den Menschen haben und des sichern Umstan-des, daß Bildung und Tugend sich nicht nach der Kopfzahl unter die Menschen vertheilcn.

Fragen wir, welche Stelle dem demokratischen Princip in jener gemischten Verfassungzufalle, die von allen Staatsweisen als die beste gepriesen wird, so wird cs auch hier dieEinflüsse und Rechte umfassen, die von Allen in Gleichheit geltend gemacht werden können.Diese sind den verschiedenen bestehenden Einrichtungen nach verschieden. Die Vernunft aber,auf Erfahrung und Menschenkenntniß gestützt, kann eine solche Gleichheit des Urtheils undder Gesinnung nur bei denjenigen Angelegenheiten annehmcn, zu deren Behandlung derGesichtspunkt und die Kraft des gewöhnlichen guten Hausvaters ausrcichen. Das demo-kratische Princip in dem gemischten Staate, z. B. in England, zeigt sich daher zuvördcrstin dem Gegensätze zu dem Vielregieren und dem Volksbevormunden, in der persönlichenFreiheit und Selbstbestimmung der Individuen, in dem eigenen Besorgen der eigenen An-gelegenheiten. Je höher die Menschheit sich entwickelt, desto freier wird dieser Spielraum,desto weiter vertheilt die Kraft zur richtigen Behandlung der Angelegenheiten der Einzelnenund der innern Kreise des Volks sein. Das Negieren aber wird stets ein aristokratischesGeschäft bleiben, d. h. es wird stets einer umsichtigen Berücksichtigung der Kräfte, Richtun-gen und Verhältnisse bedürfen, um jede öffentliche Angelegenheit in die Hände Derer zubringen, die für sie die Geeignetsten sind, und diese Befähigung wird sich niemals in Gleich»

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