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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
114
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Destniren

N-1 Defenflon

Defcnsion, s. Verthcidigung. . .

Defenssöner hießen zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs in Sachstn die aus Einge-borenen, hauptsächlich zur Vcrthcidigung der Städte, ausgestellten Mannschaften, eine ArtLandwehr, die nur zur inncrn Vcrthcidigung des Landes verwendet wurde. Die Defensiv-ncr bestanden aus zwei Regimentern zu Fuß, jedes zu acht Compagnien, und aus zwei Com-vagnien Ritterpferden, anfangs zusammen etwa 16666 M-, und bildeten das stehende Heerdes Kurfürsten, vermochten aber, obwol sie im 1.1635 bis auf 56660 M. angcwachfcnwaren, selbst in dieser Stärke, unter ihren ungeschickten Führern, nicht, den das Land verhee-renden Schweden Widerstand zu leisten.

I)eken8vr siulöi, d. h. Beschützer des Glaubens, ist ein Titel der Könige von England,den Heinrich VIII. vom Papst Leo X. für seine Schrift gegen Luther erhielt, in welcher erdie päpstliche Gewalt, den Ablaß und die sieben Sacramentc vcrthcidigtc.

Dcferiren heißt sowol so viel als bewilligen, z. D. einem Gesuche dcftrircn, als auchso viel als antragcn. In letzterer Beziehung wird cs hauptsächlich von dem Anträgen oderZuschicken des Eides im Civilproceß gebraucht, daher Eidcödclativn. (S. auch Delator cs.)

Deficit, d. h. cs fehlt, ist ein Ausdruck, der besonders bei dem Staatshaushalte Be-deutsamkeit gewinnt, wo er den Ausfall zwischen der Einnahme und Ausgabe des Staatsbezeichnet, um dessen Betrag die crstere zu gering ist, und der daher in der Regel durch An-leihen oder sonstige außerordentliche Maßregeln gedeckt werden muß.

Dcflle oder Engpaß nennt man einen schmalen Weg, der von den Truppen nurmit kleiner Fronte durchzogen werden kann, wie z. B. Bcrgschluchten, dicht verwachseneWaldungen, Dämme zwischen Teichen und Sümpfen, Brücken über breitere Flüsse, Dör-fer, die nicht zu umgehen sind, u. s. w. Je länger ein solcher Weg ist, um so schwieriger wirdes, den Durchgang zu erzwingen, den jenseit mit Geschütz und Truppen stehenden Feind zuaertreibcn, der durch eine zweckmäßige Aufstellung des erstcrn das Herauskommen verweh-ren kann. In engen Gebirgsthälern ist cs aber nicht hinreichend, die Dc'file's durch Verschan-zungen abzuschneiden, man muß auch die anliegenden Berge bewahren, damit keine Umge-hung stattfinden kann, denn das Umgehen ist oft das einzige Mittel, den Durchgang ohneübermäßigen Verlust zu erzwingen. — De'file'gefechte spielen weniger im Schlachten-als im Postenkricge eine wichtige Nolle. Es gibt dreierlei Arten, ein De'file zu verthcidigen,indem man sich entweder vor, hinter oder in demselben aufstellt. Eine Ausstellung hinterdem De'file in angemessener Entfernung, sodaß man den Ausgang oder das Dc'bouchc un-ter wirksamem Feuer hat, ist die üblichste. Eine Aufstellung >m De'file selbst findet statt,wenn dasselbe sehr lang und sonst geräumig ist. Vor das De'file stellt man sich nur, wennkeine andere Aufstellung möglich ist und der Kricgszwcck durchaus die Festhaltung des Dc-file'S erheischt, wie z. B. 1814 bei Montercau. Aber auch der Angriff von De'file'en, wenner in der Front geschehen muß, ist eine der blutigsten Aufgaben im Kriege.

Defilörnent nennt man die Bestimmung der Wallhöhe und Lage einer Verschm-zung, um ihren inncrn Raum gegen die feindliche Bestreichung zu sichern. Dieses Verfahren,das Defiliren genannt, war zwar.schon den alten deutschen Kriegsbaumeistern bekannt,fand aber erst in der neuern Zeit durch franz. Ingenieurs eine theoretische Bearbeitung.

Defiliren heißt in schmaler Front vor einer hohen Person in Parade Vorbeimarsch!-ren, und es kann solches sowol in geschlossener wie in offener Colonne geschehen.

Dcfimren heißt im weitern Sinne erklären, de» Inhalt eines Begriffs klar machen(s. Erklärung), dann insbesondere die Grenzen eines Begriffs genau bestimmen oder diewesentlichen Merkmale desselben deutlich angeben (Definition). Der Gegenstand, welcherauf diese Weise deutlicher gemacht werden soll, heißt dasDefinitum. Die Merkmale Dessen,was definirt wird, sind theils solche, die cs mit andern Gegenständen gemein hat, theils eigen-thümliche. Soll dieDefinition eine genaue Angabe der Grenzen eines Begriffs sein, so mußsie nicht nur die Gattung, unter welcher derselbe steht, oder das gemeinschaftliche Geschlechts-merkmal, sondern auch das eigenthümliche Merkmal, welches den Begriff von andern seinerGattung unterscheidet, genau und deutlich angeben. Eine richtige Definition darf daher wederzu weit noch zu eng sein, d.h. weder einen großem noch einen kleinern Umfang bezeichnen, als