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28 Dammzieher Dämonen
der Dämmerung findet auf der nördlichen Halbkugel bei einer südlichen, auf der südlichenbei einer nördlichen Abweichung der Sonne statt, die desto größer ist, je größer die Pvlhöheoder geographische Breite, z. B. für 50° Breite bei 6° 58' südlicher Abweichung, d. i. am3. Mär; und l l.Oct.; für 80° Breite bei 7° 53'südlicher Abweichung, d.i. am letzten Febr.und !3.Oct. Unter dem Äquator findet die kürzest« Dämmerung dann statt, wenn die Sonneim Äquator steht oder gar keine Abweichung hat, also-an den Tagen der Äquinoctien umden 21. März und 23. Sept.; sie dauert dann nur l St. l2 Min. Schon der arab. Astro-nom Alhazen hat die Tiefe der Sonne, bei welcher die Morgendämmerung anfängt unddie Abenddämmerung aufhört, ziemlich richtig bestimmt, Nunnez (Nonius) aber die Tageder kürzesten Dämmerung. Der Letztere hat auch nebst andern Schriftstellern die Höhe derAtmosphäre aus der Dauer der Dämmerung zu bestimmen gesucht, was jedoch zu keinemgenügenden Resultate führen konnte.
Dammzieher heißt in der Artillerie eine Schraube, mit welcher man die Patrone(Cartouche) aus dem Geschützrohre wieder herauszieht, wenn man dasselbe entladen will.Der Dammzieher, der an einer langen Stange sich befindet, ist also für das Geschütz, wasder Krätzer für das Kleingewehr und hat auch die nämliche Form.
Damökleö, einer der Höflinge und Schmeichler des ältern Dionysius, des Tyrannenvon Syrakus, pries zu wiederholten Malen die Pracht und das Glück eines Tyrannen gegenseinen Gebieter mit so glänzenden Farben, daß dieser sich versucht fand, ihn dieses Glück aufeinige Zeit kosten zu lassen. Er ließ ihn in einen mit königlichem Aufwand verzierten Speisesaalführen, an einer reichbcsetzten Tafel den königlichen Sitz einnehmen und von Edelpagen be-dienen. Allein nicht wenig erstaunte D., als er in vollem Genüsse dieser scheinbaren Herr-lichkeit aufblickte,' denn gerade über seinem Haupte hing ein scharfgeschliffencs Schwert,welches an einem Pferdehaar befestigt war. Gerti verzichtete D. von jetzt an auf das vonihm so hochgepriesene Glück, als Dionysius mit den Worten sich an ihn wendete: „Glaubstdu wol, daß Derjenige glücklich zu nennen sei, dem jeden Augenblick Schrecken und Gefah-ren drohen?" Cicero erzählt diesen Vorfall in seinen „Tusculancn" auf eine sehr anziehendeWeise und Geliert hat ihn in einer besondern Fabel behandelt.
Dämon und Phintias, nicht Pythias, wie er fälschlich fast immer genannt wird,zwei edle Pythagoreer aus Syrakus, sind berühmt als seltene Muster unerschütterlicherFreundschaft. Ihre Geschichte, die Schiller den Stoff zu der Ballade, „Die Bürgschaft"gab, erzählt ausführlich Cicero in den „Tusculancn" und in dem Werke „Über die Pflichten".
Dämonen (senn), Geister, welche Einfluß auf die Schicksale der Menschen habensollen, finden wir schon bei Homer erwähnt. Vorzugsweise nennt er die Götter Dämonen,und dämonisch ist ihm gleichbedeutend mit göttlich, sodaß die Ableitung des Worts Dämonvon Daemon, d. i.' höchst einsichtig, Bestätigung erhält. Hesiod zählt schon 30000 in derLuft schwebende Dämonen oder Schutzgeister, welches die Seelen der Menschen aus demgoldenen Zeitalter sind. Eine eigentliche Classification derselben findet sich aber erst in derPythagoräischen und neuplatonischen Lehre. ÄristoteleS unterscheidet die Unsterblichen inGötter und Dämonen, die Sterblichen in Heroen und gewöhnliche Menschen. In Platon's„Symposion" heißtjes von den Dämonen: „In der Mitte zwischen Gott und Mensch ist dasDämonische, also die Ergänzung, damit das Ganze in sich selbst verbunden sei. Denn Gottverkehrt nicht mit Menschen, sondern aller Umgang und Gespräch der Götter mit den Men-schen geschieht durch die Dämonen, sowol im Wachen als im Schlafe. Solcher Dämonenoder Geister gibt es viele und vielerlei." An andern Stellen berichtet Platon von ihnen, sieseien in Lust gekleidet, wandeln über dem Himmel, schweben über den Sternen und verwei-len auf der Erde; sie schauen unverhüllt in die Geheimnisse der Zukunft und verwalten sienach Gefallen; jeder Sterbliche erhalte mit dem Leben einen eigenthümlichen Dämon, derihn bis ans Ende begleite und seine Seele zu dem Orte der Reinigung und Strafe führe.Im Allgemeinen dachte sich das Volk unter ihnen die Gottheit, sofern sic die menschlichenSchicksale lenkt, und man theilte sie, in Beziehung auf die Wirkungen, die ihnen zugeschrie-ben wurden, in gute und böse Geister, in Agathodämonen und Kakodämonen. DieRömer verstanden unter Dämonen vorzugsweise die abgeschiedenen Geister. Der Ursprungder Dämonenlehre oder Dämonologie ist im Orient zu suchen. In der Lehre der