Byzanz 87
di.se doch, wie de. Name Autokrat», es bezeichnete, als alleinige Selbstherrscher angesehen,in denen alle Staatsgewalt beruhe und von denen alles Gesetz ausgche, über welches sie selbstdeshalb erhaben seien. Durch pomphafte Titel, großen Prunk in ihrer äußern Erscheinung,durch ängstlich bestimmtes und streng beobachtetes Ccremonicll sowie durch grausame Stra-fen, die auf jede Beleidigung der kaiserlichen Majestät, deren Glan; sich auch auf die nahenVerwandte» des Kaisers erstreckte, gesetzt waren, wurden sie von dem Volke ubgesondort.Die tvenigcn Formen, die »och an die frühere röm. Zeit schattenhaft erinnerten, verschwan-den allmälig ganz. So ward schon im 6. Jahrh. das Consulat mit der Kaiserwürde ganzvereinigt und die Spuren des Senats, den Konstantin in Byzanz errichtet hatte und dessenMitglieder aus Solchen bestanden, denen durch den Kaiser die Würde des Patriciatus ver-liehen war, sowie der Freiheiten der Städte erloschen im tv.Jahrh. Der Staatsrath, dessensich der Kaiser zur Leitung des Staats bediente, ward von ihm willkürlich zusammengesetzt.Die Beamten, deren große Zahl, wie sie schon durch Konstantin bestimmt worden war, sichüber das Maß vermehrte, waren von dem Kaiser gänzlich abhängig, unter sich durch einestrenge Rangordnung in viele Classen geschieden, die durch Tracht, Titel, deren schon vonTheodosius dem Großen cingeführtes Unwesen sich immer steigerte, und durch mancherleiVorrechte gesondert waren. Durch äußere Ehren und Macht waren sie weit über das übrig.Volk erhoben; unter ihnen selbst aber standen die Hofbeamten, Domestici, als unmictelbacmit dem Dienst bei der geheiligten Person des Kaisers betraut, am höchsten, unter denensich viele Eunuchen, namentlich zum Dienst des Cubiculums, befanden. Das Ansehen derEuropalates, denen die Aufsicht über die vier Hauptpaläste des Kaisers anvertraut war,wurde später durch das des Protovestiakius verdunkelt, dessen Würde sich zur ersten unterallen Beamten erhob; Domestici erhielten bald den Oberbefehl über das Heer, unter ihnenwar der Domcsticus des Osten, vorzugsweise Megadomesticus genannt, der ausgezeichnetste,der endlich während der Herrschaft der Paläologen als der oberste Staats- und Kriegsbc-amte galt. Die Provinzen wurden von Statthaltern, die verschiedenen Ranges und dem-nach verschieden benannt waren, verwaltet, denen Assessoren für die Rechtspflege zur Seitestanden; sie mußten dem Kaiser eine bestimmte Summe ei'nliefcrn, was zu großen Be-drückungen Anlaß gab. Außer diesen Geldern bildeten eine Menge verschiedenartigerSteuern, Domainen, Regalien, deren Anzahl sich mehrte, und der Erlös aus dem Verkaufder Ämter den Zufluß in den Staatsschatz, der von dem Privatschatz des Kaisers nicht ver-schieden war, und aus dem die Besoldung und der Unterhalt des Heers, das jedoch späteraufLanddistricte geradezu vertheilt ward, um von den Einwohnern erhalten zu werden, dieAusgaben für die Beamten, Spiele, Spenden an das Volk, besonders der Hauptstadt, dieTribute an übermächtige Feinde u. s. w. bestritten wurden. Für den Kriegsdienst war dasLand in Districte, Themata, getheilt, bis in den später» Zeiten fast das ganze Heer nur ausfremden Miethstruppen bestand; bevorzugt vor dem übrigen Heere waren die Garden desKaisers, namentlich die eigentlichen Leibwächter, Spatharii; sie wurden schon früh vorzugs-weise aus Fremden, besonders gcrman. Stamms, gebildet, unter denen in der Zeit dermacedonischcn Kaiser namentlich die normannischen Barangcr, Wäringcr, sich auszeichnc-ten. An der Spitze der Flotte, die in der spätern Zeit aus Mangel an Geld vernachlässigtwurde, stand der Megas Dux. Die Pflege des Rechts, hinsichtlich deren der Kaiser alsoberste Instanz galt, konnte bei den fortdauernden Kriegen und inncsn Unruhen, welche derBeamtenwillkür freien Raum gestatteten, nicht gedeihen, wenn auch einzelne Kaiser sich ih-rer und der Gesetzgebung mit Ernst annahmen. (S. Justinian und Basiliken.)
Byzanz (üz- 2 i>»ti»ii>), eine Stadt am thrazischen Bosporus, ward vonMegara aus imI. 656 v- Ehr. als Colonie gegründet und hob sich bald durch Handel, wobei es durch seineglückliche Lage begünstigt ward. Von der persischen Herrschaft, der es unter Darms Hystas-pes unterworfen worden war, wurde cs nach der Schlacht bei Platää durch Pausanias wiederbefreit. An dem Abfall der griech. Seestädte von Athens Hegemonie im I. -tl l nahm auchB. Theil, wurde aber schon 409 von Alcibiades eingenommen, durch Lysander 495 den Athe-nern wieder entrissen. Als diese zur See von neuem mächtig geworden waren, verband cssich mit Chios, Nhodus und dem König Mausolus ll. von Karlen zu dem sogenanntenBundeSgcnoffcnkrieg im I. 557, und ward um so mächtiger, jemchr der Handel Athens-