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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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Büste Bustrophedon

und griech. Literatur, sah sich jedoch später durch äußere Umstände veranlaßt, eine Anstellungals Postofsicial in Amberg anzunchmen. In dieser beschwerlichen und drückenden Stellungverblieb er 16 Jahre, bis er lang gehegten Wünschen gemäß, 1830 nach München versetztwurde, wo er am 27. Mai 1842 starb. B. hat Vieles geschrieben, was sein schönes poetischesTalent außer Frage stellt, obgleich sein Name, wie der so mancher bair. Literatoren, außerVaiern nicht so bekannt geworden ist, als er verdiente. Als erstes selbständiges Werk gab erseine lyrischen Versuche unter dem TitelPoetische Blüten" (Amb. 1819) heraus) denener unter Andern dieDramatischen Blüten" (Bamb. 1823) folgen ließ. SeinePilger-nächte des Meisters Tisotheus" (2 Bde., Amb. 1828) sind ein an poetischen Einzelnheitenreicher Roman, welcher viele Schilderungen aus dem Leben seines Vaters, welcher Bildhauerund Graveur war, wie aus seinem eigenen enthält. Neben seiner NovellensammlungDesSkalden Nyno-Noryx Irr- und Minncfahrtcn" (Münch. 1828) erwähnen wir nochNoryssa", einen Sonettenkranz aus den Norischen Alpen (Würzb. 1831), undDes KaisersSchatten" (Münch. 1836), ein Gedicht, welches in sehr fließenden und wohllautenden Camzonen geschrieben, sich denTodtenkränzen" von Zedlitz in würdiger Weise anreiht.

Büste, aus dem ital. busto, nennt man einen durch die bildende Kunst dargestcllte»menschlichen Kopf mit einem Theile des Oberleibs. Die nächste Veranlassung zur Fertigungvon Büsten gaben die schon im frühesten Alterthume vorkommenden Hermen (s. d.), jeneKöpfe, die man zur Verzierung öffentlicher Plätze in Tempeln und Wohnungen anfstellte.Als man später den Hermen noch etwas von der menschlichen Gestalt hinzufügte, so entstan-den allmälig die eigentlichen Büsten. Doch läßt sich weder ihr Gebrauch im früher» Zeitalterder Kunst Nachweisen, noch hatten die Griechen und Römer einen besondern Namen dafür,vielmehr kamen sie bei den Griechen erst zur Zeit Alexander's, bei den Römern zur Kaiscrzeitin Aufnahme. Die Vorstellung der Menschen in Büstenform hatte bei den Alten ihrenGrund wol darin, daß man auf einer schildförmigen Fläche das Brustbild von Göttern oderausgezeichneten Personen darstellte und als Weihgeschenk in den Tempeln aufbewahrte(clipeus), bei den Römern aber außerdem noch in dem Rechte, welches den Patriciern zustand,die Bilder der Vorfahren (ima^ine-- msjorum), welche man theilweise in Wachs bossirteund nach der Natur bemalte, in den Vorsälen in Nischen aufzustellen. So lag es sehr nahe,auch von andern berühmten Männern und Wohlthätern Büsten aus fester» Massen, nament-lich aus Marmor, Bronze, Töpfererde, sogar aus Holz zu fertigen. So wissen wir, daß dieSchüler des Epikur die Büste ihres Meisters auf ihrem Zimmer hatten, daß man in Nomdie des Titus und M. Aurelius häufig aufstellte. Oft wurden in und an Begräbnissen auchdie Büsten der Verstorbenen angebracht. Obgleich man bei der Bildung derselben nach dermöglichsten Ähnlichkeit der betreffenden Person strebte, so scheint man doch mehr eine idealischeForm im Auge gehabt und alles unwesentlich Fehlerhafte im Gesichte weggelassen zn haben.Als charakteristisches Zeichen der Echtheit einer antiken Büste ist die Inschrift des Namensanzusehen, und wo diese sich nicht findet, dient in vielen Fällen die Vergleichung der Köpfeauf den alten Münzen und auch die Beschreibung der Miene, Gesichtsform und des Charak-ters eines Mannes bei den alten Schriftstellern zur nähern Bestimmung. Übrigens gab esschon im Alterthume Liebhaber, welche Büsten sammelten, wie den gelehrten Römer M. Tcrcn-tius Varro, den Pomponius Atticus u. A. Die erste vollständige Sammlung von Abbil-dungen antiker Büsten lieferte Fulvius Ursinus in denIllustrium imsginss" (Nom 1569,4. und Antw. 1606, 4.); in neuester Zeit verdanken wir eine solche Visconti in derIcoiw-graplüe grec^us" (3 Bde., Par. 1811, 4.) undIconoFrspIlie romaine" (3 Bde., Par.181726). Vgl. Gurlitt,Versuch über die Büstenkunde" (Magdeb. 1800, 4., und iudessenArchäologischen Schriften", herausgeg. von Müller, Altona 1831).

Äustrophedon heißt eine auf Münzen und Inschriften des frühesten griech. Alter-thums häufig vorkommende Schreibart, wobei die Zeilen nicht ununterbrochen von der Lin-ken zur Rechten, sondern so.laufen, daß die erste von der Linken beginnt und zur Rechtengeht, die zweite in entgegengesetzter Richtung von der Rechten zur Linken geht, die drittewieder von der Linken zur Rechten u. s. w. Man nannte sie d. h. ochsen-

wendig, weil die Zeilen so aufeinanderfolgen, wie man beim Pflügen des Ackers die Stierezu wenden und die Furchen zu ziehen pflegte. Aus diese Weift waren Solon's Gesetze in-