752 Buchhandel
veraltet und unbrauchbar. Die neueste und beste ist die von Schiebe „Die Lehre von der -Buchhaltung theoretisch und praktisch dargestellt" (2. Aust., Grimma > 842).
Buchhandel. Schon bei den Alten gab es Personen, die sich mit dem Buchhandelbeschäftigten. Als solche sind unter Andern die Gebrüder Sosii aus dem Hora; bekannt.
Zm Mittelalter traten auf den hohen Schulen, zunächst in Paris seit dem >2. Jahrh., wiederbesondere Händler mit Bücherabschriftcn auf, 8tsti«narn genannt, welche als Angehörigeder Universitäten betrachtet wurden und deren Gewerbe durch Statuten geregelt war. D.ieBuchdruckcrkunst machte jedoch die Bücher erst zu einer eigentlichen Waare und erhob denHandel mit denselben auf eine höhere Stufe. Die ersten Buchdrucker waren zugleich Buch-händler, wie denn schon Fust seine gedruckten Bibeln nach Paris zum Verkauf brachte.Neben ihnen gab es jedoch bereits gegen Ende des 15. Jahrh. in Italien und Deutschland '
besondere Buchhändler, welche auf ihre Rechnung bei Andern drucken ließen, oder, obgleichselbst zugleich Buchdrucker, auch mit anderswo gedruckten Büchern einen oft über mehreLänder ausgebrcitetcn Handel trieben, so Aldus Mauritius in Venedig, Koburgcr in Nürn-berg u. A. Im 16. Jahrh. entstand die Büchermefse in Frankfurt am Main, die sich imfolgenden Jahrh. nach Leipzig zog. Hatten anfangs die ital. und franz. Buchhändler dasÜbergewicht, so gewannen cs ihnen in der Folge, wozu Plantin in Antwerpen den Grundlegte, die Niederländer und Holländer ab. Mit dem 18. Jahrh. sonderte sich der deutscheBuchhandel immer mehr von dem ausländischen und bildete sich auf eigenthümliche Weiseaus. Erst in den neuesten Zeilen ist eine directe Verbindung mehrer ausländischer, selbstnordamerik. Buchhandlungen mit Deutschland, besonders mit Leipzig, wiederhergcstellt wor-den, und einige Deutsche haben zugleich Buchhandlungen im Auslande. Die Buchhänd-ler sind jeht, wo sie sich meist auf den neuen Verlag beschränken, und der Handel mit altenseltenem Büchern den besondern Zweig des antiquarischen Buchhandels bildet, entwederVcrlagshändler, welche die Schriften, die sie auf ihre Kosten haben drucken lassen, gewöhn-lich nur an die einen offenen Laden haltenden Buchhändler verkaufen, oder Sortiments-Händler, die in einem offenen Laden vorzugsweise mit Büchern handeln, welche sic von denVerlegern beziehen; doch haben sie häufig zugleich eigenen Verlag, um dessen Artikel gegmfremde durch Tauschhandel umsetzen zu können, oder, da dieser Tauschhandel in den neuernZeiten wegen der vermehrten Verlagshandlungen nicht mehr so allgemein stattfinden kann,um mit dem etwaigen Vorthcil des Verlagshandels den des Sortimcntshandels zu verbinden.Dieser Verkehr wird in Deutschland durch die jährlich nach Ostern stattfindende Bücher-messc zu Leipzig ungemein befördert, welche die meisten deutschen und viele auswärtige Buch-händler besuchen, um gegenseitig ihre Rechnungen abzuschließen und neue Verbindungen an-zuknüpfen. Der deutsche Verleger gibt die bei ihm erschienenen Bücher zum Theil dem Sor-timentshändler ü cnnclition, d. h. in Commission auf eine bestimmte Zeit, nach deren Ablaufdieser das Verkaufte bezahlt und das Nichtverkaufte zurückgebcn darf, welche Einrichtungzwar den Vertrieb der Bücher erleichtert, jedoch nicht immer so vorthcilhaft für den Verlegerist als die Einrichtung im franz. und engl. Buchhandel, wo der Sortimentshändler größten-.cheils gleich seinen muthmaßlichen Bedarf von einem Artikel auf bestimmte Rechnung neh-men muß, wie dies ehedem auch in Deutschland beinahe durchgängig der Fall war. Aus- egezeichnet ist die Einrichtung im deutschen Buchhandel, daß beinahe jede Buchhandlung des !In- und Auslandes in Leipzig ihren Commissionair hat, durch welchen der Verlag ausge-liefert und bezogen wird. Z. B. in Riga, der ein aus den deutschen Buchhandel berechne-tes Buch verlegt, hat L in Leipzig als seinen Commissionair, an den er Exemplare seinesBuchs frei einsendet, um dasselbe als Novität oder Neuigkeit an alle mit ihm in Verbindungstehende Sortimentshandlungcn von Wien bis Hamburg, und von Strasburg bis Königsberg,deren jede wieder ihren eigenen Commissionair in Leipzig hat, zu verschicken, wozu er ihm seineVorschrift über die Zahl der Exemplare für Jeden mittheilt, v gibt diese Novitäten nun inLeipzig an die Commissionairs der Sortimentshändler ab, welche solche wöchentlich odernach Maßgabe des Verbrauchs öfter oder seltener durch die Post oder durch Fuhre auf Ko-sten des Empfängers absenden. 6 in Strasburg, der nach Empfang der ihm zur Neuigkeit lgesandten Exemplare findet, daß sie für seine Abnehmer nicht hinreichen, verlangt deren ^mehr; allein er schreibt deswegen nicht an .4. nach Riga, sondern schickt an seinen Commis- s