Druckschrift 
2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
753
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Buchhandel 753

stonair v in Leipzig einen Zettel, auf welchem die Anzahl der Exemplare, welche er ver-langt, bemerkt ist. I) übergibt diesen Zettel an 6, der solchen expedirt, das Verlangte vzur Beförderung an 6 cinhändigt und den Zettel gelegentlich, als Beleg, an ^ einsendet.Dem Sortimcntshändlcr kommt dadurch, daß sich für ihn, von allen Theilen Deutschlands her,wöchentlich eine große Zahl an ihn gerichteter Bücherpackete sammelt, die er zusammcnpackenund an sich absenden laßt, die Fracht ungleich wohlfeiler, als wenn er jedes einzelne Packetbesonders zugesandt erhielte, und überhaupt wird dadurch das Geschäft vereinfacht. Beson-dere Vortheile aber entspringen durch dieses Commissions- und Speditionsgeschäft und durchdie Buchhändlermessc für Leipzig, und es haben sich dieselben durch'den 1825 gestiftetenBörscnverein der deutschen Buchhändler, welcher die Förderung des deutschen Buchhandelsnach allen Richtungen zum Zweck hat und mit Unterstützung der königlich sächs. Negierung1856 ein treffliches Börsengebäude, sowie auch ein besonderes Statut erhielt, zugleich zumVorthcil des Bücherverkehrs überhaupt mehr und mehr consolidirt. Dadurch, daß sich dieBuchhändler, gleich andern Kaufleuten, über gewisse Procente einigen, welche sie sich gegen-seitig als Rabatt von ihren Verlagsartikeln bewilligen, ist es allein möglich, daß dieselben inallen Buchhandlungen Deutschlands, mit wenigen Ausnahmen, zu einem und demselbenPreise verkauft werden können. Mehre oder mindere Entfernung von dem Stapelplatze desdeutschen Buchhandels, sowie der wechselnde Geldcurs, der verschiedene Münzfuß, die un-gleichen Abgaben u. s. w., vermehren oder vermindern natürlich die Unkosten des Verkehrs'und somit auch den Gewinn bei dem Sortimentsgcschäfte, da überdies der Sortimentshänd-ler nicht, wie andere Kaufleute, dergleichen Kosten auf die festbestimmten Preise seinerWaare schlagen kann. Das wahre Grundübel aber des deutschen Literaturvcrkehrs ist derNach druck (s. d.), entstanden aus dem Mangel an Rechtsbestimmungen über das Eigen-thum an Eeistesproducten, zu dessen Abhülfe jedoch durch die Beschlüsse der Deutschen Bun-desversammlung vom 9. Nov. 1857 ein wichtiger Vorschritt geschehen ist. Deutschland hatjetzt über 1660 Buchhandlungen und nimmt in Bezug auf die Menge der jährlich erschei-nenden Druckschriften unter allen Ländern die erste Stelle ein.

Nirgend im übrigen Europa, weder in England noch in Frankreich, besteht bis jetzteine solche den Verkehr befördernde Verbindung unter sämmtlichcn Buchhändlern wie inDeutschland, und noch weniger ein so wichtiger Mittelpunkt des Handels wie die Bücher-messe in Leipzig. In Frankreich ist Paris der Centralpunkt für den Verlagshandel; inGroßbritannien wetteifert darin Edinburg mit London. In Italien fehlt es, ungeachtet dortviele und ansehnliche Verlagshandlungen bestehen, ganz an einem solchen wechselseitigenVerkehr, weshalb der ital. Verlag auch am schwierigsten zu beziehen ist. In den Nieder-landen sind die wichtigsten Verlagsbuchhandlungen in Amsterdam, Utrecht, Leyden undHarlem. In Brüssel und Lüttich werden viele franz. Originalwerke nachgcdruckt, die imAuslande einen bedeutenden Absatz finden. In Frankreich und England treten oft mehreBuchhandlungen zu gemeinschaftlichem Verlage größerer Werke zusammen, was in Deutsch-land selten der Fall ist. In Spanien und Portugal wird der Preis jedes Buchs durch eineobrigkeitliche Taxe bestimmt, die demselben in frühem Zeiten jedesmal vorgedruckt wurde.Die nordamerik. Buchhändler stifteten l 862 eine Messe zu Neuyork und setzten eine Meß-ordnung fest. Von mehren periodischen, dem Buchhandel gewidmeten Schriften ist beson-ders das seit 1836 in Leipzig erscheinendeBibliopolische Jahrbuch" zu nennen.

Eonv.-Ler. Neunte Aull. ll.

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