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besucht und erregten namentlich auch die Aufmerksamkeit des damaligen Schulreformators,des Geistlichen Raths Braun. Dieser erkannte bald B.'s vielseitige Fähigkeiten und über-trug ihm >771 das Nectorat der deutschen Schulen in München, in welcher Steile er wesent-lich für die Verbesserung dieser Schulen wirkte und besonders verhinderte, daß die nicht stu-direnden Schüler, wiezcither Gebrauch gewesen, von da aus in dieJesuitcnschule übergingen.Nach Aufhebung des Jesuitenordens ward er >773 Rector des Gymnasiums und Lyceums,unter Bcibehalt der Aufsicht über die deutschen Schulen, und arbeitete in dieser Stellungunverdrossen, ungeachtet der vielen Hindernisse, an Verbesserung des Unterrichts und derSittenzucht. Zu gleicher Zeit übernahm er auch das Amt eines Vorstehers und Predigersder Marianischen Congrcgation, welche früher ein reinjesuitisches Institut gewesen, und gabdemselben eine wohlthätigc Umgestaltung. Als er später seine nützlichen Bestrebungen ge-hemmt sah, wurde er >778 Pfarrer zu Engelbrechtsmünstcr im Kirchcnsprengel Negens-burg. Auch in dieser geistlichen Stelle wirkte er nach Kräften für vernünftige Volksaufklä-rung und eine zweckmäßige religiös-sittliche Bildung seiner Gemeinde, behielt auch, als erbehufs der erneuerten Reformen des Schulwesens als Geistlicher und Schuldireckorialrathnach München berufen wurde, seine Pfarrei bei und opferte zur Verbesserung der Schulenund für Arme und Nothlcidende seines Sprcngels viele Tausende seines Vermögens. WegenAltersschwäche nahm er >813 seine Entlassung und zog nach München, wo er am 8. Jan.18> 7 starb. Frcimüthigkcit, humoristische Laune und beißende Satire bilden die Eigenthüm-lichkeit der Geistesproducte B.'s, die selbst Jean Paul und Zschokke in ihren Schriften mitLob erwähnen. Als Humoristikcr ist er durch seine „Charfreitagsprocession", die „Fasten-exempel", „Portiunkula-Büchlein", „Christenlehre auf dem Lande", „Die Jesuiten auf demLande" und den „Allerneuesten Jcsuitcnspiegcl" allgemein bekannt; in einfach ernstem Tonedagegen sind die „Briefe über die Jesuiten in Baiern" geschrieben. Seine sämmtlichenWerke wurden unter dem Titel „Die Jesuiten in Baiern vor und nach ihrer Aufhebung"von I. von Klcssing dem Jüngern (6 Bde., Münch. >8>9—20) herausgegeben.
Bücherformat. Das Format oder die Größe der Bücher hängt einmal von derGröße der Papierbogen und dann davon ab, wie vielmal selbige gebrochen sind. BeimFolioformat gibt der einmal gebrochene Bogen 4, bei Quart der zweimal gebrochene 8, beiOctav der dreimal gebrochene >6, bei Sedez der viermal gebrochene 32 Seiten. Außerdemist noch gewöhnlich das Duodez zu 24 und das Octodez zu 36 Seiten auf den Bogen. DieFormate der kleinsten Art (eclitinns mi^nonnes, «liamsnts, microscopiiples) sind nur alsSpielerei zu betrachten. Ein lat. Gebetbuch, erschienen zu Antwerpen bei Plantin 1570, ist>'/) Zoll hoch und > 0 Linien breit. Außerdem spricht man, nach Maßgabe der ursprüng-lichen Größe der ganzen Bogen, von Groß-, Mittel- und Klcinfolio, Groß-, Mittel- undKleinquart u. s. w.
Bücherkataloge bedeutender Bibliotheken sind unter einem doppelten Gesichtspunktezu betrachten, sowol unter einem allgemeinen literarischen als auch unter einem bcsondern,welchen man den bibliothekarischen nennen könnte. In ersterer Hinsicht haben sie Interesse,wenn die Bibliothek, welche sie verzeichnen, entweder überhaupt sehr zahlreich ist („Lllilio-tlieca Tliottialm", >2 Bde., Kopenh. >789—95; „6atal<,g»e <Iu iluc cle la Vslliere",9Bdc., Par. >783—88; „gibliotliecaläebermna", 9Bde., Lond. >834—36, „vibl.ttul-tllsmiaim", 6 Bde., Gent >836—37), oder sich durch gute Auswahl, Reichthum an seltenenund kostbaren Werken („<7st. bil>I. Harlcjanas", von Mich. Maittaire, 5 Bde., Lond. >743—45), wegen seltener Bücher („6stal. c>f tlie koxlmrAlie lillrarz", Lond. >8>2), wegenalter Drucke (Dibdin's „»ibi. 8pencerisnu", 7 Bde., Lond. >8>4; Ferd. Fossi, „<7»t. cocltl.sec. lü.impressor. bibl.Alagliubecliiemae", 3Bde., Flor. >793, Fol.), wegen ausgezeichnetschöner Exemplare, namentlich auf Pergament („t7si. cke la bibl. <Ie Nsc-6»rtli> ", 2 Bde.,Par. I8>5), oder auch durch einzelne starkbesetzteFächer auszeichnet. So sind wichtig für dieUngar. Geschichte der Katalog der Bibliothek des Grafen Szechenyi (Ödenburg >799); fürdie klassische Literatur der des Grafen Rcwiczki (Berl. >794); für die ital. Literatur die Ka-taloge von Capponi (Rom >747, 4.), Floncel (2 Bde., Par. 1774) und Ginguene (Par.> 817); für die Flugschriften zur Geschichte der franz. Revolution der vvnPixere'court (Par.1838) und für die deutsche Sprachkunde der von Adelung (Dresd. >807). Indessen erhalten