Druckschrift 
2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
749
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Bücher (Anton von) 749

denen mehr oder weniger an Zeit und Mcnschcnkrast gespart wird, sind von Eisen und mehrederselben mit einer Einrichtung verbunden, welche zugleich durch Walzen die Farbe auf dieForm aufträgt, eine Methode, welche auch sonst die frühere Schwärzung durch Ballen bei-nahe ganz verdrängt hat. Der Triumph der Erfindungen in dieser Gattung ist die Schnell-presse, wo der Druck nicht, wie bei den übrigen, durch eine ebene Platte, sondern durch Wal-zen bewirkt wird. Sie ist von einem Deutschen, Fricdr. König, ausgegangen und arbeitet,was besonders für den Zeitungsdruck wichtig ist, durch Dampf getrieben und lediglich vonzwei Knaben besorgt, vermöge ihres sinnreichen, aber complicirten Mechanismus, so schnell,daß z. B. die engl. Parlamentsredcn jetzt gedruckt in alle Welt gehen, kurz nachdem die letz-ten Töne des Redners verhallt sind. Endlich ist es in der Hill'schen Cylinderpresse sogar ge-lungen, den Letlernsatz, statt in horizontale Tascln, in Cylinder zu bringen und durch eineWalzenpresse Papier ohne Ende fortlaufend zu bedrucken, wodurch die Möglichkeit gegebenist, in Verbindung mit einer Fabrik solchen Papiers, innerhalb zwölf Stunden aus den Lum-pen die fertig gedruckten Bogen eines Buchs zu liefern. Auch das Setzen haben Poung undDelcambre in England durch eine Maschine zu erleichtern gesucht, bei der die Handschriftauf einer mit den Buchstaben des Alphabets bezcichneten Claviatur gewissermaßen abgc-svielt wird und die Maschine alsdann, jedoch nicht ohne Beihülfe von Menschenhänden, dasÜbrige verrichtet.

Um Werke von anhaltender Nachfrage, die unverändert oft wieder aufzulcgen sind, amwohlfeilsten und correctesten zu liefern, entstand im vorigenJahrh. dieStereotypie (s.d.),die mit soliden Platten druckt, welche von dem aus beweglichen Lettern gebildeten Schrift-satz abgeklatscht oder abgcgossen werden. Um den typographischen Druck von Musiknoteuund Landkarten haben sich Breitkopf u. A. verdient gemacht, der Zweck bleibt jedoch besserund bequemer durch den Kupfer- oder Zinnstich und durch die Lithographie zu erreichen. DerHochdruck, angewandt auf Schrift, ist ein Erleichterungsmittel für den Dlindenuntcrrichtgeworden. Der schon von den alten Buchdruckern geübte Schriftdruck in Gold und ver-schiedenen Farben hat auch in neuern Zeiten bei Krönungsfeierlichkeiten und andern Gelegen-heiten Prachterzeugnisse hervorgebracht, gehört aber, wie der Congrevedruck (mit zusammen-gesetzten Platten, mehrfarbig, in einem Druck), der Jrisdruck (mit ineinander verschwim-menden Regenbogenfarben) und der Druck mit guillochirtcn Platten, die auch bei geld-werthen Papieren zur Erschwerung des Nachahmens gebraucht werden, weniger in dasGebiet des Schrift-, als in das des Verzierungsdrucks, von welchem Savage in seinenblintsob lleeorstive printing" (Lond. 1822) handelt. Wichtiger ist die seit dem 16. Jahrh. ein-geschlafene, aber mit Erneuerung der Holzschneidekunst wieder überaus beliebt und nützlichgewordene Verbindung der Typographie mit derselben, zu bildlichen zwischen dem Text ein-gedruckten Erläuterungen und Vorstellungen (Austritte Ausgaben).

Das Säcularfest der Buchdruckerkunst wird in Deutschland, nach dem Vorgang derWittenberger Buchdrucker, die durch Luther's Bibelübersetzung in Flor gekommen waren, im40. Jahre jedes Jahrhunderts, am Johannistag, als dem Namenstag Eutenberg's, began-gen, weil die kölnische Chronik den Anfang der Erfindungsvcrsuche in 1-140 setzt. Auch beiEinweihung des Eutenberg's Denkmals in Mainz 1837 wurde beschlossen, es bei diesemTermin bewenden zu lassen, und so hat denn diese Feier 1840 zum vierten Mal mit der leb-haftesten Theilnahme in ganz Deutschland stattgefunden und mehr als jede frühere anSchriften und Kunstblättern, deren Zahl sich beinahe auf 150 beläuft, hervorgcbracht, vondenen die Schriften theils der allgemeinen oder Specialgeschichte der Buchdruckerkunst, theilsihrem dermaligen Zustand und technischen Leistungsvermögen, theils der Beschreibung derFestlichkeiten gewidmet sind, theils endlich, ohne Verwandtschaft des Inhalts, sich nur demTitel nach als Festgaben aukündigcn. Ein Verzeichniß der Schriften über die Buchdrucker-kunst enthält unter Andcrm O. A. Schulz'sGutcnberg oder Geschichte der Buchdruckcr-kunst"(Lpz. 1840). Vgl. Falkenstein,Geschichte der Buchdruckerkunst" (Lpz. 1840).

Bücher (Ant. von), ein um die Aufklärung in Baiern verdienter Beamter und durchseine Schriften gegen die Jesuiten bekannter Schriftsteller, geb. zu München am 8. Jan.>746, ward zuerst in den lat. Schulen der Jesuiten unterrichtet, studirte dann in Ingolstadtund wurde 1768 Kaplan daselbst. Seine Predigten fanden vielen Beifall, wurden eifrig