Druckschrift 
2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
748
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748 Buchdruckerknnst

donia mit dem Druckorte Mediterranean, ein paar Schriften, und mit der Presse, welcheCapitain Parry auf dem Schiffe Hekla mit sich führte, während der Überwinterung imnördlichen Polareisc auf der Mclvillcinsel >819 und 1820 eine Zeitung, diel>lew 6oor-gis gil^vtte und Winter clirnnicle", gedruckt worden. Von den Morgenland. Christen be-gannen die Armenier 1567 meist in Venedig und Konstantinopel zu drucken, jetzt haben sie,nächst diesen Orten, auch in Paris, Wien, Petersburg, in Etschmiadzin, dem Sitze ihres Kir-chcnhauptes, und in Ostindien Pressen. Von den Nichtchristen haben die Juden schon iml 5. Jahrh. die Druckkunst geübt und zwar in Italien um >-180 zuerst in Soncino im Her-zogthume Mailand und in Portugal, ja vielleicht noch vor Ende dieses Jahrh. schon in Kon-stantinopel, später auch in mehren slaw. Ländern, in Griechenland und Kleinasien. Bei denTürken waren die Sultane der Einführung der Druckkunst anfangs entgegen; erst >726findet sich ein türk. Hofbuchdrucker, Ibrahim Effendi, in Konstantinopcl. Früher wurde je-doch schon in Aleppo und von nielchitischcn und maronitischen Christen in der Levante Ara-bisch gedruckt. In Ägypten, wo von den Franzosen, während sic cs innc hatten, in Alexan-drien, Kairo und Gizeh gedruckt wurde, hat der Vicekönig. Mohammed Ali, 1822 in Bu-lak bei Kairo eine Druckerei errichtet. Vgl. Ternaux Compans,idlotice snr leg im;>r>-meriss gid existent et t^iii nnt exi.-de üois de l'bairnzw" (Par. >812).

Wie die Buchdruckerkunst seit ihrer Erfindung nach und nach den gewaltigsten Um-schwung in der geistigen Thätigkcit der europ. Völker hervorgebracht hat, wie sie insbesondereim 16. Jahrh. das Wiederaufblühen der classischcn Literatur und Bildung und die Refor-mation und seit Ende des vorigen Jahrh. den Übergang zu einem dem Mündigwerdcn desVolks und dem Princip der bürgerlichen Freiheit entsprechender» und lebendiger» Staaks-organismus, namentlich durch die periodische Presse, befördert hat, wie sie die Ideen durchderen erleichterten Austausch weckt, belebt und zur Entwickelung bringt und das von Ein-zelnen auf diesem Felde Errungene sofort zu einein Gesammteigenthum macht, wie sie dieVölker sich einander nähern und über alle Wclttheile Licht und Cultur verbreiten hilft, be-darf nicht der weitern Auseinandersetzung. Die Geschichte der neuern Literatur ist zugleicheine Geschichte der Wirkungen, welche wir der Buchdruckerkunst verdanken, und der mög-liche Misbrauch derselben, den man durch dieCensur (s. d.) zu vermeiden versucht hat,wird von ihren Segnungen weit überwogen. (S. Preßfreih eit.)

Die älter» Typographen waren meist Schriftgießer, Buchdrucker uud Buchhändlerin einer Person, oft noch Gelehrte dazu, die selbst den Text der Classiker, die sie Herausgaben,nach Handschriften berichtigten und dem Abdruck die möglichste Correcthcit gaben. Am häu-figsten ist das Buchdrucker- und Buchhändlergcwerbc vereinigt geblieben, ersteres mit Thei-lung der Arbeit unter Setzern, Druckern und Correctoren. Die Schriftgießerei mit demStempelschneiden ist seit dem 17. Jahrh. ein besonderes Gewerbe geworden. Am berühm-testen sind unter den ältern Buchdruckerfamilien, die des Manutius (s. d.) 1-1881580,des de'Giunti (s. d.) >4921592 und Elzcvir (I-d.) 15951680 und unter denneuern Buchdruckern besonders namhaft Breitkopfss. d.), Baskerville (s. d.), Di-dot (s. d.), Bodoni (s. d.) u. s. w. Im 17. und 18. Jahrh. gerieth die Buchdruckerkunstvon der technischen Seite gar sehr in Verfall; doch hat sie sich nach der Mitte des 18. Jahrh.wieder erhoben und ein reges, zunehmendes Streben nach Vervollkommnung dieser Kunst undihrerNcbenzweige ist erwacht. Was zuerst die Werkzeuge derselben betrifft, so befleißigte mansich, die Drucklettern auf alle Schriftarten und auf die Alphabete aller Sprachen der Welt aus-zudehnen, den deutschen aber sowol als den lateinischen eine größere Eleganz und Abwechselungzu geben, wobei jedoch nicht immer Künstelei und Abenteuerlichkeit vermieden wurden. AnLettern für die außereurop. Sprachen ist die Königliche Schriftgießerei in Paris die reichste.Für die Verbesserung der Presse, welche seit Erfindung der Buchdruckerkunst ziemlich in demalten Zustande einer hölzernen Schraubenpresse geblieben war, geschahen durch Haas in Baselum 1772 die ersten Schritte. Später waren besonders Engländer und Amerikaner in Erfin-dung neuer Buchdruckerpressen thätig, indem sic entweder die Schraubcnspindel beibehiclten,wie in der Stanhope-Pressc, oder Hebelvcrbindungcn, wie in der Columbia-Presse, oderandere mechanische Vorrichtungen an die Stelle setzten und auch mit den übrigen Theilender Presse Verbesserungen Vornahmen. Diese und andere sehr mannichfaltige Pressen, bei