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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Buchdruckerkmlst 747

hundert lang schwunghaft betriebenen Vuchdruckerwerkstatt hatte Entenbcrg nach seinerTrennung von Fust eine andere errichtet und 1460 dasLutlinlievn" des Janua, gleichfallsmit einer kleinen Type, ohne Nennung seines Namens, doch mit einer Schlußschrift gedruckt,worin Main; als der Ort, wo die neue Kunst erfunden worden, gepriesen wird. Die Erobe-rung und Plünderung dieser Stadt in dem Streit zwischen den beiden Erzbischöfen Diethcrvon Isenburg und Adolf von Nassau, durch den Letzten: im I. 1-162, wurde zwar für beideWerkstätten nachtheilig, indem sie solche zum Stillstehen brachte und die Gehülfcn und Ar-beiter zerstreute, von denen mehre das so lange in Mainz bewahrte Gehcimniß anderwärtshin verpflanzten. Jndeß gewann Fust's und Schöffcr's Druckerei bald wieder neues Leben,die von Gutenbcrg ging aber noch bei seinen Lebzeiten an einen andern Besitzer über.

Ob die Buchdruckerkunst von Mainz früher nach Köln, oder nach Strasburg gekommen,ist noch nicht entschieden, nächst diesen Städten sind cs Bamberg, Augsburg, Nürnberg,Speier, Ulm, Eßlingen, Lübeck, Leipzig, Memmingen, Reutlingen, Erfurt, Magdeburg, Ha-genau und andere Orte, wo sie in Deutschland am frühesten Wurzel faßte und am fleißig-sten geübt wurde. In Italien brachten sie die Deutschen Sweynhcim und Pannarz 1464nach dem Kloster Subiaco, dann nach Nom, und Johann von Speyer 1460 nach Venedig,welches von da ab von allen andern ital. Druckstädtcn den Vorrang einnahm. Im I. 1470wurden deutsche Buchdrucker nach Paris berufen und in der Sorbonne die erste typographischeWerkstatt angelegt. In Frankreich haben Paris und Lyon durch die Anzahl und die Leistun-gen ihrer Druckereien stets die größte Überlegenheit behauptet. In den Niederlanden erschei-nen bald nach 1470 die ersten eigentlichen Buchdrucker, meist Eingeborene, in Holland habenihre ersten Drucke Manches, was eine cigcnthümliche, einheimische Wurzel verräth, bis auchhier, gegen 1480 hin, der deutsche Einfluß sichtbarer wird. Hier wurden Antwerpen undspäter Leyden und Amsterdam die bedeutendsten Druckstädte. In der Schweiz trat Baselseit 1474 an die Spitze; ungefähr um dieselbe Zeit entstand die erste Buchdrucker-Werkstattin England durch Carton (s. d.) bei Wcstminsicr, in Spanien durch einen Deutschen zuValencia. Ein obgleich lückenhaftes Verzeichniß aller im l 5. Jahrh. gedruckten Bücher ent-hält Hain sliepertoriiiiu 6ilili«,<;iiij)Iüt:uiil" (4 Bde., Stuttg. 182638), woraus zuersehen, welchen Umfang die neue Kunst schon in den ersten 50 Jahren nach ihrer Entstehungin Europa gewonnen hatte.

Über ihre Ausbreitung in andern Weltthcilen gewährt Folgendes einen kurzen Über-blick. Nach Mexico verpflanzte sie der Vicckönig Antonio de Mendoza um 1550 durch einenlombardischen Drucker; in demselben Jahrhundert druckten die Jesuiten zu Lima in Peru(seit 1586) und hier und da in China, Japan, auf der Küste Malabar und vielleicht schonauf den Philippinen. Im folgenden drang sie durch die Maroniten bis an den Libanon vor;ihre wichtigste Eroberung war aber das brit. Nordamerika, indem ein nonconformistischcrPrediger um 1640 den ersten Drucker aus London nach Cambridge kommen ließ. Baldfolgten Boston und Philadelphia, wo später Benj. Franklin (s. d.) druckte, sowie andereHauptstädte der einzelnen Cvlonien. Nach Losreißung der letzter» vom Muttcrlande undder Gründung dcS nordamerik. Freistaats haben sich die Druckereien dergestalt vermehrt,daß gegenwärtig dort eine größere Anzahl als in irgend einem andern Lande nach Verhält-niß der Bevölkerung thätig ist; vorzugsweise aber liefern sie Zeitungen und erst in neuererZeit haben unter den Büchern dieOriginalwcrkc angcfangen, mit den Wiederholungen euro-päischer zu wetteifern. Im 18. Jahrh. breitete sich die Buchdruckcrkunst über Ostindien, wosie auch nach Ceylon und Batavia kam, sowie über die Westindischen Inseln aus und ge-längte gegen das Ende desselben bis nach Sydney in Neuholland, besonders durch das über-handnchmende Zeitungsbcdürfniß. Stärker wurde die Thätigkeit der periodischen und derMissionsprcssen im 10. Jahrh. Erstere dehnten sich aus über die neuen Freistaaten des nörd-lichen und südlichen Amerikas und faßten Fuß auf den Inseln Bourbon und St.-Helcnound in den brit. Niederlassungen auf Neuholland und Vandicmcnsland, letztere wurdenzahlreicher in Ostindien und entstanden in Hinterindicn bei den Birmanen und auf der Halb-insel Malakka, in den Sundischen Inseln und auf den Molukken, in Afrika am Cap undbis nach Madagaskar, in Australien, auf den Sandwich- und Gcscllschaftsinseln. Selbstauf schwankenden Schiffen im Meere sind, wie 1812 und 1813 auf dem engl. Schifft' Cale-