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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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744
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744 Bucharei

stand der Universitäs St.-Andrcws ernannt. Seine religiösen und politischen Grundsäheführten ihn zu der Partei seines ehemaligen Zöglings, des Regenten, Grafen Murray. Nachdem Sturz der Königin wurde er zum Lehrer Jakob's VI. ernannt, der unter seiner Leitungjene Schulgclehrsamkeit erlangte, auf welche er so stolz war. Später begleitete er Murraynach England, um Beschuldigungen gegen die gefangene Maria Stuart zu begründen, undgab seinev^tectio Uurme I exiime" (1571) heraus, einen heftigen Angriff auf den Charak-ter und den Wandel der Königin. Auch nach Murray's Tode blieb er in der Gunst der herr-schenden Partei und wurde zum Mitglied des Staatsraths und Siegelbewahrer ernannt.Sein WerkUejure regvi »PIIÜ Scotos" (1579) hat ihm einen ausgezeichneten Platz unterden muthigsten Vcrtheidigcrn der Volksrechte verschafft. Die letzten Jahre seines Lebenswidmete er der Ausarbeitung seinerReium scaticarumbistoria" (1582), die durch Schön-heit und Kraft der Darstellung ebenso ausgezeichnet ist, wie sie, besonders in den frühem Zeit-räumen, Gründlichkeit der Forschung vermissen läßt. Erstarb 1582 in großer Dürftigkeitund ward auf öffentliche Kosten begraben. Sein Charakter ist von seinen Feinden vielfachangegriffen worden, und er scheint in seiner Jugend allerdings ein zügelloses Leben geführtund in der Wahl der Mittel, seiner bedrängten Lage abzuhelfen, nie bedenklich gewesen zusein. Parteisucht machte ihn oft leidenschaftlich und das Bewußtsein geistiger Überlegenheitschroff und rauh, aber man darf annehmen, daß er den politischen Grundsätzen, die er stand-haft verfocht, aus Überzeugung zugethan gewesen sei. Unter den neuern lat. Dichtern stehter in der ersten Reihe. Er selbst hat sein Leben beschrieben. Seine Werke wurden von Ruddi-man (2 Bdc., Edinb. 1715, Fol.) und Pet. Burmann (Leyd. 1725, 4.) hcrausgcgeben.

Bucharei werden sehr häufig die hauptsächlich von den Bucharcn bewohnten Län-der genannt. Die sogenannte Große Bucharei ist der südöstliche Theil des von türk.Välkerstämmen bewohnten Türke st an (s. d.) oder das Khanat von Buchara, von denseit -199 Jahren hier herrschenden Usbeken Usbekistan (s. d.) genannt, welcher letztereName der geographisch allein richtige ist. Unter der KleinenBucharci versteht manzuweilen die chines. Provinz Thian-Schan-Nanlu oder das Gebiet des Lopsees und Tarim-stroms, aber ganz irrthümlicherwcise, da dieser Name in jenen Gegenden durchaus unbekanntist. Buchara, Bokhara oder Bochara, die Haupt- und Residenzstadt des Großkhansder Usbeken in dem Lande Usbekistan, ist eine sehr alte Stadt in einer von Wüsten umgebenenOase an dem Einflüsse des kleinen Flusses Wafkan in den Serafschan, rings von ObstwLl-dern, Gärten und Baumpslanzungcn umgeben. Die Stadt hat 1^>M. im Umfange, dieGestalt eines Dreiecks und ist von einem etwa 29 F. hohen Erdwalle, Thürmen und Gräbeneingeschlossen. Zahlreiche Kanäle und Wasserbecken versorgen sie mit Wasser. Sie hat engeStraßen, meist aus Backsteinen gebaute Häuser, zahlreiche Moscheen mit hohen Minarets,viele Medresses und Bazars. Die Zahl der Bewohner beläuft sich auf 79999. Auf einemHügel befindet sich der Palast des Großkhans mit zwei hohen Thürmen am Eingang. Zuden schönsten Gebäuden der Stadt gehört die Moschee Mirgharab, ein Viereck von 390 F.Länge mit einer 1 99 F. hohen Kuppel. Sie ist mit glasirten Ziegeln von himmelblauerFärbe gedeckt, und neben ihr befindet sich ein hohes Minaret von Ziegelsteinen erbaut, welcheauf eine künstliche Weise zu mancherlei Figuren zusammengesetzt sind. Nächstdcm ist beson-ders sehenswerth das vom Khan Abdullah erbaute Schulgebäude Kokaltasch. Die Einwohnersind größtcnthcils Bucharen oder Tadschicks, außerdem Usbeken, Afghanen, Perser, Türken,Russen, Chinesen, Hindus, Kalmücken, Juden u. s. w. Die Stadt war von jeher der Mittel-punkt der Mittelasiat. Cultur und Bildung, und ist der Haupthandelsplatz des inner» Asiensund der Versammlungsort von Kaufleuten fast aller asiat. Völker. Maaren aller Art undNatur- und Kunstproducte aus allen Gegenden Asiens werden hier feilgeboten. Die vorzüg-lichsten Handelsartikel sind allerlei Früchte, Pferde, Esel, Pelzwaaren, besonders gefärbteLämmerfelle, Seidenzmgc, Baumwollenwaaren, Glas, Leder, Metallwaaren, Papier, Mo-schus, Räucherwaaren u. s. w. Der Verkehr erstreckt sich von hier nach allen Ländern Asiens;er geht nach China, Rußland, Indien, Iran, Khiwa, zu den Kirgisen, nach Kabul, Kaschmirund Khokand. Auch werden daselbst bedeutende Sklavenmärkte gehalten, auf denen dieTurkmanen und Usbeken namentlich geraubte Perser verkaufen. Die Bucharen oderTadschiks, die gebildetsten und schönsten Bewohner des Mittlern Asiens, namentlich in Tu»