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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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Buch Buch (Leopold von)

benahm er sich mit großer Umsicht und Mäßigung und neigte sich fast ganz zu Luther'- An-sichten hin; doch weigerte er sich nebst den andern strasburger Theologen, die übergebene Kon-fession zu unterschreiben, und arbeitete hierauf für die Städte Strasburg, Kostnitz, Memmin-gen und Lindau die Oonlessi» tetrapoHtuns aus, welche die Streitpunkte in der Lehre vomAbendmahle verdeckte. Mit Ökolampadius führte er 1531 in Ulm die Reformation ein. Daes indeß B.'s eifrigstes Bestreben war, die streitigen Punkte zwischen Luther und Zwingliauszuglcichen, Luther aber durchaus nichts nachgab, so brachte er es so weit, daß die Städte,welche seine tiiont's-^io unterschrieben hatten, >532 das Augsburger Glaubensbekenntnißannahmen und mit Luther und seinen Mitarbeitern im Mai 1536 den sogenannten Witten-berger Vergleich anfrichteten. Als Luther's Anhänger nahm er auch Thcil am Religions-gespräch zu Leipzig. Sein Unternehmen im I. 153 l, die neue Lehre im Erzstifle Köln ein-zuführcn, scheiterte an der Hartnäckigkeit der dortigen Geistlichen. Da er sich beharrlich wei-gerte, das vom Kaiser aufgedrungene Interim zu unterzeichnen, so wurde seine Lage, selbst inStrasburg, immer mislicher; er folgte deshalb am 3. Apr. 1539 schr-gern der Einladungdes Erzbischofs Thomas Cranmer, ihn nebst Paul Fagius bei der Einführung der Refor-mation in England zu unterstützen, und wurde für die Erklärung des Neue» Testaments ander Universität zu Cambridge angestcllt. Seine Bescheidenheit, , sein tadelloses Leben, seinFleiß und seine Gelehrsamkeit machten auf die Engländer den stärksten Eindruck; doch schonam 27. Febr. 1551 starb er, wie Einige angebcn, an Gift. Unter zweitägigen großen Feier-lichkeiten ward sein Leichnam in der Hauptkirche zu Cambridge beigesetzt. Als die KöniginMaria durch die päpstlichen Inquisitoren die Universität reinigen ließ, wurden am 6. Febr.1556 B.'s Gebeine auf dem Marktplatze öffentlich verbrannt; doch die Königin Elisabethließ dessen Grabmal wicderherstcllen. Während B. von Seiten katholischer Theologen vielenLästerungen ausgesetzt war, stellten ihn protestantische selbst über Luther und Melanchthon.Sein bestes Werk ist eine Übersetzung und Erläuterung derPsalmen, die er ohne Angabe desOrts und Jahres unter dem Namen Aretinus Felinus zu Strasburg 1529 herausgab. EineGesainmtaüsgabe seiner sämmtlichen Schriften in zehn Bänden beabsichtigte Hubert ; dochIst davon nur ein Band (Vas. 1577, Fol.) erschienen, der zu den größten Seltenheiten gehört.

Buch, im Lateinischen liller, nennt man mehre zu einem Ganzen verbundene Blätteroder Bogen Papier. Die deutsche Benennung entstand vielleicht daher, weil man ehedemzum Einbinden Tafeln aus Buchenholz statt der Pappendeckel nahm; das lat. Wort >ib«aber bedeutet so viel als Bast, weil man in frühester Zeit auf Bast schrieb. Die Bücher derAlten bestanden meist aus einem sehr langen um einen Stab gerollten Streifen; doch warauch die gegenwärtige Form des Einbands nicht unbekannt; jene nannte man vnlumiim, dieseooelices. Die Römer, die sich besondere Sklaven hielten, welche sie ausschließlich mit Bücher-abschreiben beschäftigten, schrieben ihre Bücher theils auf Pergament, theils auf den ägypt.Papyrus, welcher letztere als das wohlfeilere Material auch das gewöhnlichste war. Als abernach der Eroberung Ägyptens durch die Araber im 7. Jahrh. alle Verbindung dieses Landes,mit Europa aufhörte, war der Papyrus nicht mehr zu erhalten. Man mußte deshalb dieBücher auf Pergament schreiben, wodurch sic aber sehr theuer wurden, und um das kostbarePergament für neue Schrift zu benutzen, wurde sehr häufig die frühere Schrift abgerieben.(S. Palimpsesten.) Der Mangel an Büchern war vom 7. 11. Jahrh. so groß, daßman oft in einer ganzen Stadt auch nicht ein einziges Buch fand, und daß selbst reicheKlöster nichts als ein Meßbuch hatten. Äls im 13. Jahrh. das Leinenpapier an die Stelledes bis dahin üblichen Baumwollenpapiers trat und dieses verdrängte, veränderte sich diesAlles sehr schnell, doch noch größer und gewaltiger war die Umänderung, welche die Erfin-dung der Buchdruckerkunst im 15. Jahrh. hervorbrachte.

Buch (Leopold von), einer der berühmtesten Geognosten der gegenwärtigen Zeit, geb.in Preußen 1777 und gegenwärtig preuß. Kanimerherr, erhielt seine Bildung gleichzeitigmit A. von Humboldt auf der Bergakademie zu Freiberg unter Werner, dessen vorzüglichsterSchüler er ist, obgleich er das System seines Lehrers, da es sich als unzulänglich und unrich-tig erwies, verlassen hat. Die physische Beschaffenheit der Erde durch eigenes Beschauen zuerforschen, durchreiste er in dieser Beziehung zunächst alle Provinzen Deutschlands, Skandi-navien bis zum Nordcap, mehre Theile von Großbritannien, Frankreich und Italien; auch