Bruytt Busche 739
hatten dagegen die Triumvirn, Antonius, Octavian und Lepidus, die Oberhand; sämmt-liche Verschworene waren vcrurtheilt worden, und man rüstete sich, B. und Cassius zu be-kriegen. Diese aber unterwarfen sich die Lycier und Nhodicr mit großer Anstrengung undgingen dann nach Europa zurück, um den Triumvirn die Spitze zu bieten. Ehe sie Asienverließen, hatte B. eine nächtliche Erscheinung, die ihn an seinen bevorstehenden Unter-gang mahnte. Das Heer ging über den Hellespont und sammelte sich, IS Legionen und20000 M. Reiter stark, in den Ebenen von Philipp! in Makedonien, wo auch die Triumvirn,Antonius und Octavian, mit ihren Legionen eintrafen, im Herbst des I. -12 v. Ehr. In einerersten Schlacht, bei welcher Octavian abwesend war, siegte B. über dessen Heer; Cassiusaber ward von Antonius geschlagen und tödtcte sich selbst. Etwa zwanzig Tage später wardB. durch das Ungestüm seines Heers zu einer zweiten Schlacht, vor der er jene Erscheinungwieder zu sehen glaubte, genöthigt, in welcher er unterlag. Er ward völlig geschlagen undentrann nur mit wenigen Freunden dem Verderben. Da er seine Sache rettungslos sah,bat er in der Höhle, wo er übernachtete, einen seiner Vertrauten, den Strato, ihn zu tödten.Lange weigerte sich dieser; als er B. aber fest entschlossen sah, hielt er ihm mit abgewandtemGesicht sein Schwert entgegen, in welches Jener sich stürzte.
BruyN ist der Name mchrer berühmter Künstler. — Insbesondere bedeutend warBartholomäus de B. von Köln, der zu Anfänge des 16. Jahrh. blühte und den Übergangder nordischen Kunst zur italienischen bezeichnet. Sein Hauptwerk sind die Gemälde desHochaltars von St.-Victor zu Tanten, vom I. 1536. — Abraham de B., gcb. zu Ant-werpen um 1540, gest. zu Köln in sehr hohem Alter, hat sich zugleich als Maler undKupferstecher bekannt gemacht. — Ihn übertraf in gleichen Künsten sein Sohn Nikolas deB., geb. zu Antwerpen um 1570. — Cornelis de B., gcb. im Haag 1652, hat sich durchseine Reisen berühmter gemacht als durch seine Gemälde. Er ging 1674 nach Nom, wo ersich drei Jahre der Malerkunst widmete, dann nach Neapel und andern Städten Italiens,schiffte sich hierauf nach Smyrna ein und durchreiste Kleinasicn, Ägypten und die Inseln desArchipels. Nach Vollendung seiner Reise beschäftigte er sich in Venedig wieder mehr mitder Malerei. Erst 1603 kehrte er in sein Vaterland zurück, wo er 1698 den Bericht überseine Reise veröffentlichte. Der Beifall, welchen das Werk fand, weckte von neuem seineReiselust. Er bereiste von 1701—8 Rußland, Persien, Indien, Ceylon und andere asiat.Inseln und gab nach der Rückkehr 1711 auch eine Beschreibung dieser Reise heraus. DerWerth beider Werke besteht mehr in der Schönheit und Genauigkeit der Abbildungen als inder Zuverlässigkeit der Bemerkungen. In der nachfolgenden Zeit lebte er wieder ganz derKunst, theils im Haag, theils in Amsterdam, und starb zu Utrecht.
Bryant (James), ein scharfsinniger Sprachgclchrtcr und Altcrthumsforscher, der aberdurch paradoxe Behauptungen, gewagte Hypothesen und Streitsucht einen Thcil seines Ver-dienstes schmälerte, war zu Plymouth 1715 geboren. Nachdem er als Erzieher der Söhnedes großen Marlborough dieselben auf Reisen begleitet, lebte er nur den antiquarischen Stu-dien. Sein erstes Werk waren die „Observations and inquiries relutiug tn vsriouo parlsvk ancient M)ti>o!og^" (Lond. 1767, 4.); sein wichtigstes Werk ist das „New sMem andsnal)-8is nk aneisnt mzdknlogx" (Lond. 1774—76). Er war es, der zuerst zu beweisensuchte, daß es nie ein Troja gegeben und daß der ganze trojanische Krieg Homer's Dichtungsei. Die sittliche Freiheit vertheidigte er gegen Priestlcy's Determinismus, die heilige Schrifterklärte er aus Joscphus, Philo und Justinus Martyr. Er starb am 14. Nov. 1804.
Buache (Philipp), ein berühmter franz. Geograph, geb. zu Paris 1700, widmete sichunter Dclisle der Geographie und dem Kartcnzeichnen, wurde >729 erster Geograph desKönigsund 17 30 Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Er begründete zuerst dasSystem von dem fortlaufenden Zusammenhänge der Gebirge auch unter dem Wasser undstarb am 27. Jan. 1773. Berühmt sind seine „(lonsiderations geagrapbiques et pbz siquessur les nnuvelies docnuvertes de la gründemer"(Par. 1753,4.) undder„cVtlasin 20 Folioblättern (Par. 1754). — Sein Neffe, Jean Nicolas B-, geb. 1740 zu Neu-ville-au-Pont im Marnedepartemcnt, bekannt unter dem Namen B- de la Neuvilleerwarb sich unter des Oheims Leitung sehr bald einen so ehrenvollen Ruf, daß er an Dan-