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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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727
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Brunnen 727

Lederfabriken, sowie sehr wichtige Färbereien; der Handel ist theils Klein-, theils Transithandelzwischen Böhmen, den übrigen östr.-deutschen Ländern, Polen, Rußland und Schlesien. DieFestungswerke sind in Promenaden verwandelt; der westlich bei der Stadt neben dem 600 F.hohen Petersberge liegende und 816 F. sich erhebende Spielberg mitherrlicher Aussicht, dessenWerke I80Svon den Franzosen zum Theil zerstört wurden, dient nur noch zum Staatsgefäng-niß. Außerhalb der Stadt steht die Zdcradssäulc, das älteste Denkmal Mährens. Auf demPeters-, jetzt Franzensberge mit seinen schönen Gartenanlagen und Terrassen ist18 l 8 ein 60 F.hoher Obelisk aus mährischem Marmor dem Andenken des Kaisers Franz, seiner Bundes-genossen und Heere, besonders der leipziger Völkerschlacht, errichtet. Nicht weit von derStadt liegt auch der Augarten, ein schöner Park, welcher in halb franz. und halb engl. Ge-schmack angelegt, von Kaiser Joseph ll. dem Publicum gewidmet wurde. Ein anderer Ver-gnügungsort, der Schreiwald, liegt westlich von der Stadt und enthält eine Badeanstalt.Auch befindet sich hier an trefflich gewähltem Punkte der Bahnhof, in welchem die Wien-brünner Eisenbahn endet. B. hat mehrmals schwere Belagerungen erfahren, so 1428durch die Taboriten, 1467 durch König Georg von Böhmen, welcher die Einwohner dafürzüchtigen wollte, daß sie sich an den Ungarkönig Matthias Corvinus angeschlosscn hatten,und im Dreißigjährigen Kriege durch Torstenson, der aber 1645 unverrichteter Sache ab-ziehen mußte. Nach der Kapitulation zu Ulm am 20. Oct. 1805 und der Einnahme Wiensverlegte Napoleon den Kriegsschauplatz in die Nähe von B., bis die Schlacht bei demnahen Austerlitz am 2. Dec. 1805 den presburger Frieden herbeiführte. Vgl. Elvert,Ge-schichte B.s" (Brünn 1828).

Brunnen nennt man jede mehr oder weniger künstliche Fassung der durch die Naturgebotenen Quellen. Die Brunnen traten sehr früh, als man natürliche Quellen trinkbarenWassers fand, an dieScelle der in quellenarmen Gegenden noch jetzt gewöhnlichenCisternen.Schon Abraham ließ Brunnen graben, der gehauenen Brunnen im Lande Gerar erwähnt be-reits das erste Buch Mosis, und auch das Wunder der Wassergabe in der Wüste dürfte wolin der einfachsten Weise durch die Zutageförderung einer im Verborgenen rieselnden Quellesich erklären lassen. Als eine höchst einfache Kunst hat die Brunnengräberei von ihrem erstenBeginn an wenig Fortschritte machen können; ihren Kulminationspunkt dürfte sie wol inden Artesischen Brunnen (s. d.) erreicht haben, obwol letztere in ihrem Einflüsse aufldieIndustrie gewiß noch nicht hinreichend gewürdigt werden. Zunächst hat es die Brunnen-gräberei mit der Auffindung der verdeckt liegenden Quellen zu thun, was in früherer Zeitdie sogenannten Brunncnsucher, angeblich mit der Wünschelruthe, besorgten. Eine genauereBeobachtung der verschiedenen Schichten der Erdrinde hat gelehrt, daß namentlich die soge-nannte Tertiairformation Quellen aufzuweisen habe, welche permeabel, d. h. dem Wasserden Durchgang verstärkend, andere aber, welche impermeabel, d.h. wasserdicht, sind. Zu denpermeablen Schichten gehören Sand, Sandstein, letzterer um so mehr je schieftiger oder zer-klüfteter seine Formation ist, Mergelkalk, Kreidekalk, Kalkschotter, Dammerde und zwar letz-tere je mehr in ihr der Sand verwaltet; zu den impermeablen aber Thon, Lehm, Kalkmergel,dichter Kalkstein u. s. w. Denken wir uns nun einen Theil der Erdrinde abwechselnd aussolchen permeablen und impermeablen Schichten, die eine über der andern liegend, zusam-mengesetzt, so wird die auf der Oberfläche sich ablagernde Feuchtigkeit sich durch die oben-'liegende Dammerde hindurch bis auf die erste impermeable Schicht ziehen und dort eine Ab-lagerung bilden, die stehen bleibt, sobald die letztgenannte Schicht wagerecht liegt, nach derliefern Stelle aber abfließt, sobald sich jene nach irgend einer Seite, dem natürlichen Gesetzeder Schwere zufolge, senkt. Wäre die Erdoberfläche überall mit Dammerdc bedeckt, so wür-den alle Wafferlager über der ersten undurchdringlichen Schicht sich finden. Da aber anvielen Orten die undurchdringliche Schicht und an Bcrgabhängen u. s. w. mehre derglei-chen abwechselnd mit solchen permeablen oder Filtrationsschichtcn zu Tage schießen, so ge-schieht es, daß auch über den unter der ersten impermeablen Schicht liegenden ähnlichenSchichten Wasseransammlungen stattsinden. Daher findet man Brunnen in sehr verschie-dener Tiefe, zu denen man sich oft durch Schichten harten Gesteins durcharbciten muß. Dienatürlich zu Tage treibenden Quellen in Brunnen zu verwandeln, bedarf es weiter nichts,als daß dieselben mit einem Brunnenkranz gefaßt und am Boden etwas geräumt werden,