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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Brunet Brum 725

als der Erste genannt, welcher die für die bildliche Darstellung so wichtige Wissenschaftder Perspective auffeste Regeln und zur Anwendung gebracht habe. Zugleich war er in derLiteratur nicht unerfahren, und namentlich galt er als ein tüchtiger Ausleger des Dante.Mit dem berühmten Bildhauer Donatello stand er in vertrautem Verhältnisse; Beide gingenzusammen, noch als junge Männer, nach Rom. Hier lag B. mit größtem Eifer dem Stu-dium der alten Baudenkmale ob, denn zwei Gedanken hatten sein Inneres ganz erfüllt; erwollte den Stil der antiken Baukunst wieder ins Leben einführen, damit die schwankendenFormen des ital.-goth. Baustils durch das schulgerechte System der Antike verdrängt werdenmöchten, und die mechanischen Kenntnisse der alten Baumeister sich wieder zu eigen machen,damit, es ihm möglich werde, die grandiose Kuppel des bis dahin unvollendeten Doms vonFlorenz aufzuführen. Der letztere war 1296 gegründet, und der Bau bis zur Kuppel fort-gesetzt worden; für diese aber wußte man keinen Rath, und in einer großen Versammlungvon Baumeistern kamen nur die ungeschicktesten Vorschläge für die Ausführung zum Vor-schein. Auch B. entwickelte seine Ansichten über das Unternehmen; als er aber sich dahin aus-sprach, daß er die Riesenwölbung ohne ein eigentliches Gerüst ins Werk richten und daß er garstatt Einer Kuppel deren zwei (eine um die andere, die äußere als Schutzkuppel der innern)wölben wolle, verlachte man ihn als einen Thoren. Endlich aber siegte doch die Sicherheitseiner Überzeugung, die er zugleich durch den Bau zweier kleinen Kuppeln nach seinem Sy-steme zu unterstützen wußte. Man übertrug ihm den Riesenbau, und er führte ihn so weit,daß nach seinem Tode nur noch die Laterne hinzugefügt werden mußte. Zu den wichtigstenBauwerken, welche B. außerdem in Florenz aufführte und in denen er den antiken Baustilin seiner ganzen Eigenthümlichkeit zur Anwendung brachte, gehören die Kirchen San-Spi-rito und San-Lorenzo, sodann die Anlage des kolossalen Palastes Pitti, nach dessen Systemsich verschöne toscanischePalastbau des 15.Jahrh. entwickelt hat. Er starb zu Floren; l-1-1-1.

Brunet (Jacq. Charl.), berühmter franz. Bibliograph, geb. l 780 zu Paris, wo seinVater Buchhändler war, begann seine bibliographische Laufbahn mit der Redaction mehrerAuctionskatalogc, unter denen besonders der des Grafen d'Ourches (Par. 1811) interessantist, und mit einem Supplement zu Cailleau's und Duclos'victionnsire bililiogrspllique"(Par. 1802). Später erschien sein , Manuel <lu lii-i-aire et de I'smatenr <ie Iivres"(3 Bde.,Par. 1810; 3. Aust., 1 Bde-, 1820), welchem die ,MouveIIes reckercties Oililiogrspkicprespour servir Oe Supplement au msnuel, etc." (3 Bde., Par. 1834; 4. Aust-, 184^2 43)folgten. Durch seinen, Manuel" trat er als würdiger Nachfolger des verdienten De»bure (s. d.), von dessen Werke sich das seinige nur durch die alphabetische Form unter-scheidet, und zugleich als ein neuer Begründer der allgemeinen Bibliographie auf. Eineverständige Anlage des Ganzen, Genauigkeit und Sorgfalt in den einzelnen Angaben, meistglückliche Auswahl des Aufgenommenen, weise Sparsamkeit und die durch Allgemeinheitseiner Muttersprache erhöhte Bequemlichkeit seines Werks haben demselben eine allgemeineVerbreitung verschafft. Wie Debure früher auch Buchhändler, hat er indessen besonders dieBücher berücksichtigt, welche im Handel vorzüglich Werth haben. Den Plan seines Werksversuchte Ebert (s. d.) mit den Rücksichten zu vereinigen, welche der eigentliche Gelehrte beiseinen Studien und Arbeiten zu nehmen hat.

Bruni (Leonardo), auch Bruno oder Brunus, aus Arezzo, weshalb er sich Are -tino nannte, einer der berühmtesten Gelehrten aus der Periode der Wiedererweckung derclassischen Literatur in Italien, geb. 1369, studirte in Florenz und Ravenna zuerst dieRechte, wurde aber dann durch den Griechen Emanuel Chrysoloras in Florenz den classi-schen Studien zugeführt. Seit 1405 versah er mehre Ämter am röm. Hofe und begleiteteJohann XXIIl. 1415 auf das Concil zu Kostnitz. Als aber Johann, nachdem er am 2.März seiner Würde entsagt hatte, zu Schaffhausen seine Entsagung widerrief, floh B. nachFlorenz, wo man ihn sehr bald anstellte und in wichtigen Angelegenheiten der Republik sichseiner bediente. Durch seineüistoriae üorentmae" (Ven. 1610) erwarb er sich das Bür-gerrecht in Florenz und wurde später, begünstigt von den Mediceern, Staatssecretair derRepublik. In diesem wichtigen Posten starb er am 9. März 1444, und Florenz und Arezzowetteiferten, durch prächtige Exequien und Denkmäler das Andenken ihres großen Bürgerszu ehren. B.'s Verdienste um die Ausbreitung und Förderung des Studiums der griech.