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Grausamkeit und Herrschsucht. Wegen des Mordes ihrer Schwester Galeswintha, die mitSiegbert's Bruder, Chilperich, dem Könige von Soissons oder Neustrien, vermahlt war, durch >
Fredegunde (s. d.), reizte sie ihren Gemahl zum Krieg gegen diesen, der Fredegundc ge- !heirathet hatte. Siegbert ward 575 ermordet, B. von Chilperich gefangen, aber spater nachAustrasien zurückgesendet, wo sie für ihren unmündigen Sohn Childebert regierte. Guntram,König von Burgund, schützte nach Chilperich's, seines Bruders, Ermordung, die der B. zu-geschrieben ward, dessen Sohn und Fredegundc, welche nach Childebcrt's Tode, im Z. 596,siegreich gegen B. Krieg führte, aber schon 597 starb. Vor den australischen Großen wichB. zu ihrem jünger» Enkel Theoderich II., dem bei der Erbtheilung Burgund, das 593 mitAustrasien versink worden, zugefallen war, und den sie zum Krieg gegen seinen Bruder -Theodebert von Austrasien anreizte. Dieser ward geschlagen und mit seinem Sohne 612 er-mordet. Nach Theoderich's Tod, im I. 613, wollte die 80jährige B. für den ältesten dervier unmündigen Söhne desselben von neuem die Regierung führen, die Australier aberwählten Chlotar II., Chilperich's Sohn, der B. gefangen nahm, sie des Mordes von zehnPersonen aus dem königlichen Hause bezüchtigte und, nachdem sie drei Tage lang gefoltert,dann auf ein Kameel gebunden, dem Heer zur Schau im Lager herumgeführt worden war,an den Schweif eines wilden Pferdes gebunden, zu Tode schleifen ließ. — Die Brune-hilde, die in der deutschen Heldensage als Gemahlin Gunther's, des Königs der Burgun-der, feindselig gegen Chrimhilde und deren Gemahl Siegfried erscheint, dessen Tod durchHagen sie veranlaßt, steht zu der australischen B. in keiner erweislichen Beziehung.
Brunei (Sir Marc Jsambert), der Erbauer des berühmten Themsetunnels, wurde1769 zu Hacqueville im Departement de l'Eure geboren, erhielt seinen ersten Unterricht imCollegium von Gisors und später im Seminar zu Nicaise. Da er keine Neigung zum Prie-sterstande hatte, aber der Vater ihn auch nicht Ingenieur werden lassen wollte, mußte er 1788Dienste in der franz. Marine nehmen. Die Revolution veranlaßte ihn 17 9 3 zur Auswan-derung nach Neuyork, wo er sich seiner Neigung zur Mechanik und den verwandten Wissen-schaften überließ und bald die Leitung einer Kanonengießerei und der Hafenbefestigungenübernahm. Zm 1.1799 ging er jedoch nach London, wo er seitdem geblieben ist, 1806für einen Klobenmechanismus zum Gebrauch der Marine eine öffentliche Belohnung von500000 Francs erhielt und später für die Admiralität eine Sägemühle in Chatam baute.
Er hatte sich durch diese und ähnliche Arbeiten bereits mannichfache Anerkennung erworben,als er endlich durch die Erbauung des Themsetunnels, jenes merkwürdigen Bauwerks, dessenPlan er schon 1819 fertig hatte, dessen Ausführung aber erst 1825 begonnen und nachÜberwindung der unsäglichsten Schwierigkeiten 1842 beendigt und am 25. März 1843unter großen Feierlichkeiten und der allgemeinsten Theilnahme eröffnet wurde, seinem Ruhmedie Krone aussetzte. (S. Tunnel.) B. ist Vicepräsident der Königlichen Gesellschaft der Wis-senschaften zu London, eine seltene Ehre für einen Ausländer, und seit 1841 Baronet. —Sein Sohn, der 1842 durch zufälliges Verschlucken eines halben Soverains dem Todenahe gebracht wurde und sich einer Menge gefährlicher Operationen unterwerfen mußte,hat sich ebenfalls durch Erbauung der Great-Western-Eisenbahn von London nach Bristoleinen ausgezeichneten Ruf als Civilingenieur erworben, wie er denn auch seinen Vater beim !Bau des Themsetunnels unterstützte.
Brunellen oder Pru nellen (kri^nvles) heißen die wohlschmeckenden, geschältenund vom Kerne befreiten, getrockneten, großen Pflaumen, die zu Brignoles in Frankreich,von welcher Stadt sie auch den Namen haben, zubereitet werden; dann versteht man dar-unter überhaupt alle geschälten und getrockneten Pflaumen. Die beste Sorte echter Bru-nellen, Pistolen genannt, hat eine hellbräunliche oder weißgelbliche Farbe und ein fast über-zuckertes Ansehen.
Brunelleschi (Filippo), einer der größten Baumeister Italiens, war zuFlorenz 1377 ,
geboren. Von der Natur mit einem eigenthümlich forschsamen Geiste begabt, erwarb er sichdurch mannichfache Kenntnisse und Fertigkeiten diejenige Freiheit des Blickes und Sicherheitdes Urtheils, die zur Ausführung großartiger Unternehmungen nöthig find. Er hatte zuerstdie Eoldschmiedekunst gelernt, von dieser war er zur Bildhauerkunst, dann zur Baukunstgekommen. Mit. vielem Eifer trieb er mechanische und mathematische Studien. Er wird