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sondern brachte es in den eigenthümlichen Übungen der norweg. Bergbewohner, namentlichin dem schwierigen Skienlaufen (einer Art Schlittschuhlauf) zu einer bewundernswürdigenFertigkeit. Ein älterer Bruder brachte ihn fast wider seinen Willen zum Studiren; dochschnelle Fortschritte auf dieser Bahn erhöhten seinen Muth, sodaß er schon 1763 auf dieUniversität zu Kopenhagen kam. Sein Eifer und seine Lust zum Predigen wurden zuerstüberwogen durch dichterische Versuche, unter welchen „Zarine", obgleich nur ein Nachklangder franz. rhetorisirenden Kunst, als das erste originale Trauerspiel in dan. Sprache ebensosehr die Austnerksamkeit als eine weit überlegene, geistreiche Opposition erweckte. Nicht höherbrachte er es in einer zweiten Tragödie „Einar Tambeskjelver" (1772), die nicht einmal aufdie Bühne kam. Allein es war auch dieses nicht das Feld, auf dem er Lorbern sammeln sollte.Im I. 1773 ward er an eine geistliche Stelle in der Nähe seiner Heimat berufen, die er imfolgenden Jahre mit einer andern in Bergen vertauschte, wo er nun seit 180-1 als BischofBergcns bis zu seinem Tode, im I. 1816, in reichem Segen mit gewaltigem Ansehen alsPrediger und erster Bürger unter seinen Mitbürgern wirkte. Man kann mit Recht vonihm als geistlichen Redner sagen, daß der Geist des Evangeliums ihn selbst im Innerstenerfaßt hatte. Er stand auf dem Grunde der evangelischen Wahrheit; bei ihm lebte undwebte Alles; das Menschenleben hatte er in seiner Tiefe erfaßt, daher bewegte sich seineRede in lauter Lebensdarstellungen. Auch als Patriot hat er einen gefeierten Namen hin-terlassen. Außer mehren belebten lyrischen Gedichten, die durch ein tiefes und wahres Ge-fühl sich auszeichnen, gibt es von ihm zwei nationale und Freiheitslieder („Norges Herlighed"und „Norges Skaal"), die eine bleibende Stelle in der Literatur behaupten werden. Seine„Digte" erschienen in einer zweiten Auflage (Christiania 1816).
Brunacci (Giovanni), geb. 1711 in Monselice, einem Örtchen im Paduanischen,studirte im Seminar von Padua Theologie und Philosophie, wendete aber bald seine Kräfteder antiquarischen Wissenschaft zu, welche er mit der Schrift „Vers nummsriakatavinorum"(Ven. 174-t) und andern gelehrten Abhandlungen, die sich in der Sammlung des Calogerafinden, bereicherte. Als er die Archive von Padua und Venedig emsig durchforschte, erregteer die Auftnerksamkeit des Bischofs von Padua, Cardinal Rezzonico, des nachmaligen Pap-stes Clemens' XIII., der ihn bewog, eine Geschichte der paduanischen Kirche zu schreiben,woran B. über 15 Jahre arbeitete. Sie war bis zum 12. Jahrh. fertig, als der Cardinal dieAbfassung in lat. Sprache verlangte, worauf B. die Übersetzung seines Werks begann. Erstarb aber 1772 und hinterließ Original und Übersetzung im Manuscript. Gedruckt sindvon ihm noch einige kirchenhistorische Arbeiten.
Brunck (Nlch. Franz Phil.), einer der genialsten Kritiker der neuern Zeit, geb. zuStrasburg am 30. Dec. 1720 , wurde von den Jesuiten in Paris in die Wissenschaften ein-geweiht, die er aber vernachlässigte, als er in das Geschäftsleben trat. Als Kriegscommissarwohnte er den Feldzügen des Siebenjährigen Kriegs bei. Ein Professor in Gießen, bei dem erim Winterquartier lag, erregte zuerst wieder in ihm den Eifer für die elastischen Studien. NachStrasburg zurückgekehrt, widmete er alle freie Zeit dem Griechischen und besuchte seit 1760,obschon er mit einem öffentlichen Amte bekleidet war, die Vorlesungen derHelleuisten dortigerUniversität. Der Eifer, der ihn zu diesem mühsamen Studium Muth gemacht hatte, „stiegdurch das Vergnügen, Schwierigkeiten zu überwinden, und so setzte sich allmälig die Über-zeugung in ihm fest, daß alle die Nachlässigkeiten, die er in den griech. Dichtern zu bemerkenglaubte, nur Nachlässigkeiten der Abschreiber seien. In dieser Meinung änderte er ganz will-kürlich, was ihm anstößig war, warf die Ordnung der Verse um und erlaubte sich Freiheiten,welche die Kritik durchaus verwerfen muß. Dennoch haben seit dem Wiedererwachen derWissenschaften wenige Gelehrte so kräftig wie B. die Fortschritte der griech. Literatur geför-dert. Bewundern muß man, wie Vieles und Wichtiges er in einem Zeiträume von 20 Jahrengeleistet hat, und als eine Sonderbarkeit mag noch erwähnt werden, daß er den griech. Textder von ihm bearbeiteten Dichter stets eigenhändig für den Druck abschrieb. Zuerst erschienetvon ihm die „Xnalecta veterum poetarum grase." (3 Bde., Strasb. 1772—76; 4. Aust.,1785), dann der Anakreon in verschiedenen Ausgaben (Strasb. 1778 und 1786) und hier-auf mehre Stücke der griech. Tragiker in einzelnen Zusammenstellungen; ferner die Aus-Conv.-Lex. Neunte Auch H- 46