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Brühl (Heinr., Reichsgraf von)
tetsein konnte, am 7.Apr. 1731 Obcrsteuer-Einnehmer, am ".Juni General-Accisdircctor,im Stcuerfache; er wurde am 13. Juni Direktor des Departements der innern Angelegen-heiten im geheimen Cabinct, am 25. Aug. Wirklicher Geh. Rath, 1732 am 12. Jan. Vice-Obersteuerdirector, am 11. Febr. Direktor des Zeitungswescns, am 2. Apr. Direktor der Kam-mer, der Rcntcrei und des Berggemachs und >733 am 8. Jan. Kammer-Präsident, gewiß einin seiner Art seltenes Beispiel schnellen Avancements. Als August l!. am 1. Febr. 1733zu Warschau starb, eilte er mit der Krone und den Neichskleinvdien Polens, die er damalszufällig zu verwahren hatte, nach Dresden zu dem künftigen Nachfolger und war sehr thätig,diesem die Thronfolge zu sichern, so bestritten sic auch war. Dadurch und durch schmeichle-risches Buhlen um die Freundschaft des Grafen von Sulkowski, des Licblings August's lll.,erwarb er sich allmälig, wenn auch nicht ohne Mühe, das Wohlwollen des ihm anfangs ab-geneigten Regenten, sodaß er ihn nun endlich auch in seinen'frühern Ämtern, was anfangsnicht geschehen war, bestätigte. Seitdem hörte das Glück nicht auf, B. zu begünstigen, der esmeisterhaft verstand, den König vollkommen zu beherrschen, und mit kluger Gewandtheit nachund nach alle Die von seinem Herrn entfernte, die es hätten versuchen können, ihm zu schaden.Kein Lakei trat ohne B.'s Genehmigung in des Königs Dienste, begab sich dieser in dieKapelle, so wurden zuvor auf dem Wege dahin alle Zuschauer entfernt. Nie wurde übrigensein Fürst sklavischer bedient als August III.; immer befand sich B. in seinem Gefolge, ganzeTage in seiner Nähe, ohne ein Wort zu sprechen, während der geschäftslose Fürst rauchendumhcrschlenderte und die Augen auf ihn warf, ohne ihn zu sehen. „B., habe ich Geld wardie stets wiederkehrende Frage, und um die Antwort „Ja, Sire" geben zu können, wurdendurch B. die Kaffen erschöpft und das Land mit Schulden belastet. Seine Stellung nochmehr zu sichern, verheirathete sich B. mit der Gräfin Franziska Mariana Antonia von Kollo-wrath-Krakowski, deren Mutter Oberhofmeisterin der Königin war. Durch dieses Verhält-nis und den daraus entstandenen Einfluß auf die Königin, bewirkte er endlich 1738 auch dieEntlassung des Grafen Sulkowski, der jetzt allein ihm noch im Wege stand, wobei ihm zu-gleich des Königs Gewissensrath, der Pater Euarini, den er durch das Versprechen, mit ihmdie Herrschaft zu theilen und katholisch zu werden, gewonnen hatte, kräftig unterstützte. NachSulkowski's Fall stand der Befriedigung seiner ehrgeizigen und habsüchtigen Plane kein Hin-derniß mehr entgegen. Nachdem er schon früher, am 25. Febr. 1733, Inspektor über sämmt-liche Staatskassen, am 23. Juni 1733 Cabinetsminister mit Conftrirung des Departementsder Civilangelegenheiten, am 6. Febr. 1737 Chef des Departements der Militairangelcgen-heiten und am 7. Febr. 1738 des Departements der auswärtigen Angelegenheiten, dessen Ver-waltung er anfangs mit dem Grafen Wackerbarth-Salmour, den er jedoch bald zu entfernenwußte, thcilte, geworden war, erhielt er unmittelbar nach Sulkowski's Äusscheiden am 1O.Febr.1738 die Stelle eines dirigirendcn OberkämmercrS und endlich 1737 die eines Premier-Mini-sters mit Bestimmung seines Rangs über alle Chargen im Kurfürstenthume Sachsen undunter Beibehaltung der meisten früher erhaltenen Staatsgüter, deren Einkünfte er unterdiesem Titel fortbezog, sodaß man sein Einkommen im Ganzen jährlich auf 52000 Thlr.anschlug. Nicht zufkicdcn damit, wußte seine Habsucht seinen Beschützer zu verleiten, ihnaußerdem noch mit Geschenken zu überhäufen. So erhielt er 1730 die Herrschaft Forsta undPforten in der Niederlausitz mit dem Rechte, den Titel eines Freiherrn von Forsta und Pför-tcn zu führen, ferner durch ein Donationsdccret vom 20 . Mai 1736 das an den Herzog vonWeißenfels früher für 52000 Thlr. von seiner Familie veräußerte Stammgut Gangloff-Sömmern mit vier Dörfern, Grunstädt, Kutzleben, Obcrtopfstädt und Hcrrenschwendc, undnach dem Tode der Königin die ganze Apanage derselben (die Starostei Zips), um sich dadurchfür die im Siebenjährigen Kriege erlittenen Verluste in Sachsen zu entschädigen. Dabeitrieb er mit Hülfe seiner ihm dienstwilligen Crcalurcn mit den damaligen Steuerscheinendie verderblichsten Operationen für das Land und erlaubte oder begünstigte fortdauernd dieschreiendsten Ungerechtigkeiten einer willkürlichen Cabinctsjustiz. Durch den Übertritt vonder evangelischen zur katholischen Kirche und durch einen Stammbaum, in welchem er seineAbkunft von einem Grafen Brühl, Woiwoden von Posen, darthat, hatte er seinem Planevorgearbeilet, auch in Polen Güter und Kronämter zu erwerben. Demgemäß kaufte erzu den bereits in Sachsen erworbenen Gütern mehre Herrschaften und bekleidete später