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Brugmans Brühl (Heinr., Neichsgraf von)
dem rheinischen Gymnasium viel nützte. Dagegen trat aber auch zwischen ihm, dem Freundedes Erzbischofs Grafen Spiegel in Köln und der bigoten katholischen Partei zu Koblenzbald eine merkliche Kalte ein. Kurz vor der Suspension des Erzbischofs von Köln, Drostevon Vischering, wurde B. nach Berlin berufen, um seine Erfahrungen und Personenkenntnißin dieser wichtigen Sache zu benutzen. Er brachte die Beschlüsse zurück, die aus seiner Handder Oberpräsident empfing. Dafür traf ihn der Haß des aufgereizten Haufens und der un-wissenden Geistlichkeit, die seine geistige Überlegenheit fürchtete. Nicht minder mußte er sichgegen allerhand Vorwürfe verantworten, als ihn die prcuß. Negierung im Dec. l 837, baldnach jener Suspension, nach Rom sendete, wo er bis zum Juni 1838 verweilte, um, wie esschien, den preuß. Gesandten Bunsen (s. d.) bei den Verhandlungen mit dem Papste mitseinem Rache zur Seite zu stehen. Nach seiner Rückkehr erhielt er die Anstellung in Berlin,die er mit Beibehaltung seiner srühern Grundsätze verwaltet. B. ist der Schwager des Ma-lers Cornelius und ein Mann von den angenehmsten Formen.
Brugmans (Sebald Justinus), ein sehr geachteter nicderländ. Arzt und Gelehrter,gcb. zu Franeker am 23. März 1783, der Sohn Antonius B-, der hier und nachmals zuGroningen Professor der Philosophie war, studirtc zu Groningen und erhielt, nachdem «schondurch seine Dissertation „l^itllologis Aruninguon" (Groning. 1781) und mehre Abhandlun-gen, die mit dem Preise gekrönt wurden, die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt und 1785 diemedicinische Doctorwürde erworben hatte, an van Swinden's Stelle zu Franeker den Lehr-stuhl der Philosophie und der Physik. Namentlich ließ er es sich angelegen sein, die Liebe füralle Zweige der Naturgeschichte in seinem Vaterlande mehr auszubilden. Auch begann erin Franeker sein Cadinet der vergleichenden Anatomie anzulcgen, das sich später zu einem derbedeutendsten in Europa ausbildete. Im I. 17S5 wurde er als Professor der Chemie an dieUniversität zu Leyden versetzt, und Ludwig Napoleon ernannte ihn beim Regierungsantrittezu seinem Leibarzt; auch billigte derselbe vollkommen die neue Organisation des Hospital-wesens und der Medicinalanstalten, die B. seit 1783 übertragen war. Ausgezeichnet warseine umsichtige, menschenfreundliche Thätigkcit bei dem durch dic Pulvcrcxplvsion im J. 1887über die Stadt Leyden herbeigeführten grauenhaften Unglück, wo er sich im Netten, Tröstenund Helfen unermüdlich zeigte. Nach der Vereinigung Hollands mit Frankreich ernannteihn Napoleon zum Generalinspector der Hospitäler und zum Rector der Universität zu Leyden.Seine Fürsprache tilgte nicht blvs alle Schulden der Universität, sondern verschaffte ihr aucheinen um 180080 Francs vermehrten jährlichen Zuschuß aus der Staatskasse. Ein noch grö-ßeres Verdienst erwarb er sich in den Militairspitälern, in denen unter seiner Direktion nie-mals ein Hospitalfieber wüthete, so wie nach der Schlacht bei Waterloo, wo er schnell ärzt-liche Hülfe für mehr als 20000 verwundete Krieger herbcischafftc. Die Universität zu Ley-den verdankt ihm auch die treffliche Anordnung ihrer naturgeschichtlichen Sammlungen,und daß ihr Alles zurückgegeben wurde, was 1795 nach Paris gewandert war. Erstarb am22. Juli 1819. Außer seiner thätigen Thcilnahme an der „Ukurmuonpnea butuvu" (seit1803) gedenken wir nur seiner in den Abhandlungen des Nicderländ. Instituts erster Claffe(Bd. I) niedergclegten Beobachtungen über eine innere, den Fischen eigenthümliche Organi-sation, die deren Fähigkeit zu schwimmen, mehr als der Schwanz und die Flossen begründet.
Brühl (Heinr., Reichsgraf von), Minister August's III., Königs von Polen undKurfürsten von Sachsen, wurde am 13. Aug. 1700, nach Einigen auf seinem väterlichenStammschlosse Gangloff-Sömmern in Thüringen, nach Ändern, was wahrscheinlicher ist,zu Weißenfels geboren, wo sein Vater die Stelle eines Oberhofmarschalls und Geh. Rathsam Hofe desHerzogs von Sachsen-Weißenfels bekleidete. B. war von fünf Kindern der vierteSohn und seine Mutter, eine geborene von der Heyde, aus den Häusern Chemnitz und Mis-lareuth. Frühzeitig trat er als Page in die Dienste der Herzogin Elisabeth, der Witwe des Her-zogs Johann Georg von Sachsen-Weißenfels, welche damals größtentheils in Leipzig sich auf-hielt, und sein einschmeichelndes Wesen und die Anmuth seiner Sitten gewannen ihm nichtnur dieGunst dieser Fürstin, sondern bald darauf auch dicAugust'sll., dessen Lcibpage er um1720 wurde. In der Folge ernannte ihn der König zum Kammerherrn und ließ sich von ihmauf allen Reisen begleiten. B. benutzte die Gnade des Königs zu seinem Vortheil und erlangterasch hintereinander mehre wichtige Staatsämter, namentlich, worauf er gar nicht vordere!-