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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
713
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Brüggemann

Signal dient, mehre andere Kirchen, ein schönes Stadthaus, einen bischöflichen und einenZustizpalast, eine Börse, ein Gymnasium, eine Akademie für Maler-, Bildhauer- und Bau-kunst, eine Navigationsschule, sowie Vereine für Landwirthschast, für Musik und für Natio-nalliteratur, einen botanischen Garten und eine Bibliothek. Außerdem gibt es ein Zucht-,ein Armen-, ein Findel- und ein Irrenhaus, sowie mehre wohlthätige Anstalten. B. zählt48000 E-, welche Leinen-, Baumwollen- und Wollenwaaren, besonders Damast, Spitzen,Leder, Stärke, Taback, Fayence, Seife, Lichter, Hüte, Cichorien, irdene Pfeifen, Chocolade,Strohhüte, Mundlack und Leim fabriciren. Es befinden sich hier Schiffswerste, Salz- undZuckerraffinerien, Färbereien, Bierbrauereien, Branntweinbrennereien, Ölmühlen und eineGlockengießerei. Starker und lebhafter Handel mit Leinwand, überhaupt mit Landes- undKunstproducten wird von hier ans getrieben, und Seeschiffe gelangen auf einem Kanäle biszur Mitte der Stadt. Seit 1838 ist die Stadt durch Eisenbahnen mit Gent und Ostendeverbunden und auf diese Weise in das große belg. Eisenbahnnetz mit ausgenommen. B.,das alte Brugä, wurde früh schon eine reiche und blühende Stadt, besonders seitdem dieHanse daselbst eines ihrer bedeutendsten Handelsdepots begründet hatte; ja im >3. Jahrh.war es der Hauptstapelort des nordischen Handels und gleich Venedig die reichste Handels-stadt, bis dif Entdeckungen der Portugiesen beide Städte gleichsam aus der Mitte des Welt-verkehrs zurückdrängten. Alle handelnden Völker hatten daselbst seit dem l 4. Jahrh. ihreConsulate und aus jener glänzenden Periode stammen noch die vielen dort befindlichen Denk-mäler der Bau- und Bildhauerkunst. Vgl. Rudds,OolisctionOs gruvnres au trait, rspre-sentant Iss plan.-i, OIUPSS, sisvations, jirvlils, vuütss, jOaionOs, ete. Oss piiusstianx I»»-nnmsols O'arclritecture et Oe sonst,tnre Oe In ville Os II. Oopnis le I4mejusgn' uu I 7mesiecls" (franz. und holländ., Brügge 1824, mit 56 Kpfrn.). B. stand in früherer Zeit unter denGrafen von Flandern. Zu Anfang des 14. Jahrh. bemächtigte sich Philipp I V. von Frankreichder Stadt, in die er nun eine Besatzung legte. Da sich aber dieselbe viele Bedrückungen gegendie Einwohner erlaubte, so griffen diese zu den Waffen und verjagten die Franzosen, woraufwieder die Grafen von Flandern Herren der Stadt wurden, der sie viele Rechte und Freihei-ten einräumten, was aber nicht hinderte, daß die freiheitsliebenden Bewohner mehrfach mirihnen in Streit und Krieg geriethen, wie;. B. 1381, wo Graf Ludwig von Flandern einevöllige Niederlage erlitt. Nach dem Ausstcrbcn der Grafen von Flandern gelangten die Her-zoge von Burgund in den Besitz der Stadt, die unter vielfacher Begünstigung bald wieder zuihrem alten Glanz und Reichthum gelangte, den jene noch dadurch zu erhöhen suchten, daßsie B. zum Sitz ihres Hofes machten. Durch die Vermählung der Erbtochter Karl desKühnen, Maria, mit Maximilian kam B. mit Burgund an das Haus Habsburg unddurch dieses an Spanien. Während der span. Herrschaft wurde hier durch Philipp II.1550 ein Bisthum begründet, das Papst Pius IV. bestätigte. Im niederländ. Befreiungs-kriege littB. ungemein; sein ehemals so bedeutender Handel schwand, es hörte auf, die reichsteHandelsstadt Flanderns zu sein und verlor seinen Glanz dadurch, daß Antwerpen allen Han-del an sich zu bringen wußte. Auch durch den span, und östr. Erbfolgerrieg erfuhr die Stadtvielfache Bedrängniß, sodaß sie sich nicht wieder zu der Bedeutung und Größe erhebenkonnte, welche sie im Mittelalter besaß.

Brüggemann (Joh. Heim. Theod.), Geh. Regierungsrath in der katholischen Ab-theilung des Ministeriums des Unterrichts und der geistlichen Angelegenheiten in Berlin, wurde1705 zu Soest in Westfalen von einfachen Bürgersleuten aus gemischter Ehe geboren.Seine Bildung erhielt er auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt und zu Münster, wo er sichneben der Theologie vorzugsweise den philologischen Studien widmete. Schon 1815 wurdeer Lehrer am Gymnasium in Düsseldorf. Eine vortreffliche Lehrgabe und tüchtiges Wissenzeichneten ihn vortheilhaft auS und nach seiner Ernennung zum Director der Anstalt, auchzugleich ein nicht gewöhnliches Talent im Dirigircn. Seine Richtung war durchaus die desverständigen Katholiken aus der Hermes'schen Schule ohne alle Hinneigung zum Ultramon-tanismus und ohne Intoleranz, weshalb er auch mit den protestantischen Lehrern im bestencvllegialischen Vernehmen lebte. Im I. 1832 wurde er als katholischer Schulrath nachKoblenz versetzt, wo er in der Regierung und im Provinzialschulcollegium praktische Brauch-burkeit, Geschästsgewandtheit und Pflichttreue bewährte und durch echte Wissenschaftlichkeit

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