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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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712
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712 Brüderschaften Brügge

ist, auch Nazareth und Litiz in Pennsylvanien und Salem in Nordkarolina ansehnliche Ge-meindcörtcr bilden. Ihre wichtigsten Missionen befinden sich auf de» drei dän. Inseln inWestindicn, ferner auf Jamaica, St.-Christoph, Antigua, Barbados, Tabago, in Surinam,unter den Indianern in Canada und in Georgia, in Grünland, Labrador und auf demVorgebirge der guten Hoffnung unter den Hottentotten und Kaffern. Im I. 18-11 hattesie 255 Missionare beiderlei Geschlechts, auf 56 Stationen verthcilt, unter deren Aufsichtgegen 60000 bekehrte Heiden standen. Die in verschiedenen Ländern zerstreuten Anhängerder Brüdergemeinde nicht gerechnet, schlägt man die Zahl der eigentlichen Eemeindegliedcr,die unter der Unitätsconferenz stehen, in Europa auf 14000, in den Vereinigten Staatenaus 5000 an. Der Herrnhutismus eignet sich nur für kleine Gemeinden; er würde alsGrundsatz der Staatsverwaltung und Police!, oder auch nur als Religionsverfassung großerStaaten, seine Vorzüge mit seinem wahren Charakter verlieren. So viel ist aber nicht zuleugnen, daß ihm die protestantische Kirche manche heilsame Einwirkung und namentlichden größern Eifer verdankt, mit welchem sich die neuere Theologie der Lehre von der PersonChristi zugewendet hat. Vgl. Cranz,Alte und neue Brüderhistorie" (Barby >772),(Hcgncr's)Fortsetzung von Cranz's Brüderhistorie"(3 Bde., Barby 17911804 und1816) und Schaaff,Die evangelische Brüdergemeinde" (Lpz. 1825).

Brüderschaften (religiöse), d. h. Gesellschaften zu ftommen Übungen, wechselseitigenDienstleistungen und wohlthätigcn Zwecken, führte das Bestreben, die geistlichen Orden nach-zuahmeu, schon im Mittelalter häufig zusammen. Sic wurden geschlossen entweder zwischenStiften und Klöstern, oder zwischen Klöstern und einzelnen Weltgeistlichen und Laien, oderendlich zwischen einzelnen Laien, die keine Klostergelübde ablegen, neben ihrem Weltlebenaber doch bei gewissen Gelegenheiten als Religiösen erscheinen wollten, welche letztere Ver-einigungen man Brüderschaften (egnsrutoriiitutes) im enger» Sinne nannte. Sie wurdenanfangs gewöhnlich ohne kirchliche Ermächtigung geschlossen, weshalb mehre dieser Gesell-schaften, welche die Anerkennung der Kirche nicht suchten oder nicht erlangten, den Charaktervon Sekten annahmen, die sie in den Verdacht der Ketzerei brachte. Hierher gehören untervielen andern die Begu inen (s. d.) und Begharden (s. d.), die Brüder und Schwe-stern des freien Geistes (s. d.), die Ap ostelbrüder (s. d.), die Geißler oder Fla-gellanten (s. d.), welche zwar von der Kirche einige Zeit geduldet, dann aber als Ketzerverfolgt und unterdrückt wurden. Zu ihnen könnte man selbst die alten Baucorporationenoder Brüderschaften der Bauleute und Gewerken (s. Bauhütten), von denen der Ordender Freimaurer (s. d.) seinen Ursprung hcrleitct, rechnen, da sie bisweilen Zunstgeheim-niffe errathen ließen, deren religiöser Gehalt auf eine eigenthümlichc, in den Augen der Kircheverfängliche Gnosis und Symbolik hindeutete. Die unter kirchlicher Aufsicht entstandenen oderwenigstens von der Kirche bestätigten frommen Brüderschaften hatten keine Geheimnisse,sondern anerkannt löbliche Zwecke. Sic vereinigten sich, entweder um ihre Religiosität gegen-seitig zu stärken, sich Bußen aufzulcgen und Andachten zu halten, oder um Fremden, Reisen-den, Schutzlosen, Bedrängten, Verlassenen und Kranken die nöthigcn Hülsslcistungcn zugewähren, was in einer Zeit, wo es ganz an Policei- und Armenanstalten mangelte, uni sonothwendiger war. Solche Brüderschaften waren dieBrückenbrüder (s. d.), die Ritterund Gesellen der heiligen H ermandad (s. d.) in Spanien, die Familiären und Kreuzträ-ger im Dienste der span. Inquisition (s. d.), die Kalandsbrüder(s. Kaland) und dieAlexianer oder Lollhardcn (s. d.). Zu den ältern Verbrüderungen sind auch zu zählen dieBüßer oder Büßenden (s. d.); keineswegs aber gehören hierher die BarmherzigenBrüder und Schwestern (s d.).

Brügge, franz. Lru^-es, eine starkbefestigte Stadt in der belg.Provinz Westflandern,liegt IStunde von der Nordsee entfernt an mehren Kanälen, die aus der ganzen Provinzsich hier im Mittelpunkte concentriren und B. mit Gent, Ostende, Blankcnberghe, Sluysund Damme verbinden. Die Stadt ist gut gebaut, der Sitz eines Gouverneurs, eines katho-lischen Bischofs, einer Handelskammer und eines Handelsgerichts und hat mehre bedeutendePlätze, darunter den großen Marktplatz mit geräumigen, im mittelalterlichen Stile erbautenHallen, die als Niederlagen für Leinwand, Getreide u. s. w. dienen; ferner einen Dom, eineKathedrale Unserer Lieben Frauen mit einem sehr hohen Thurm, der den Seefahrern zum