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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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Brückenau Brückenkopf 705

gelegen sein ließen, so der Orden der sogenannten Brückenbrüder (s. d.). In der späternZeit förderte das Bedürfniß sehr schnell die Zahl großer und schöner Brücken. HerrlicheDenkmale dieser Art aus der frühesten wie aus der neuesten Zeit hat gleich Italien, Spa-nien, England und Frankreich auch Deutschland aufzuweiscn. Die erste eiserne Brücke wurde1779 in England bei Coalbrookdale über die Severne erbaut, und es haben se.itdem dieselbenwie in England so in Frankreich und Deutschland Eingang gefunden. In neuester Zeit hateine Menge schöner Brücken die Entwickelung des Eisenbahnwesens hervorgerufen, beson-ders in England und in Deutschland.

Brückenau, ein Städtchen mit 1800 E. im bair. Kreise Unterfranken und Aschaf-fenburg, ist berühmt wegen des etwa eine halbe Stunde davon in einem reizenden wald-umkränzten und wiesenreichen Thale am Sinnflusse gelegenen Gesundbrunnens. Die dreiHauptquellen sind die brückcnaucr, wernarzer und sinnberger. Die elftere ist ein erdig-sali-nlsches Eisenwafscr, die beiden andern alkalisch-erdige Säuerlinge; alle haben einen beträcht-lichen Gehalt an Kohlensäure und werden zum Trinken wie zum Baden benutzt, die Eisen-quelle gegen Muskelschwächc, chronische Nervenleiden, Bleichsucht u.s.w., die beiden anderngegen chronische Affectionen der Schleimhäute und Hautausschläge. Neuerdings hat mandie beiden Sauerbrunnen, den riedenberger und kothener, entdeckt, die ebenfalls viel genutztwerden. Das Bad hat insbesondere als Lieblingsaufenthalt des Königs Ludwig sehr vieldurch Verschönerung gewonnen. Die Anlagen sind sehr geschmackvoll, die Gebäude schönund regelmäßig angelegt. Ein neues Badehaus wurde 1822 erbaut. Die Umgebungen sinddurch das Rhöngebirge höchst romantisch und Bergrcihen von mittler Höhe, mit alten Ei-chen und Buchen bedeckt, ziehen sich an beiden Seiten des Thals hin. Vgl. Zwierlein,Neueste Nachricht vom Bade B." (Fulda 181 l; 2. Ausl., 1817), sowie Schneider undWolf,Das Bad B. und seine Umgebungen" (Fulda 1831).

Brückenbrüder (kröres pontites, krutros Pontifices) nannte sich eine christlicheVer-brüderung, welche gegen Ausgang des 12. Jahrh. in Südfrankreich zu dem Zwecke sich bil-dete, um an den frequentesten Übergangspunkten großer Ströme Hospize anzulegen, Fährenzu unterhalten und Brücken zu bauen. Hatte schon in der alten Kirche Brücken- und Stra-ßenbau für verdienstlich gegolten, so federte das an Wallfahrten reiche Mittelalter zu der-gleichen Werken dringend auf. Ob nun der später kanonisirte Hirt Benezet Stifter oder nurMitglied der Brückenbrüderschast gewesen sei, ist ebenso ungewiß als der Antheil, den ihmdie Sage an dem um 1180 vollendeten Baue der Rhonebrücke zu Avignon beilegt. DieGesellschaft wurde 1189 von Papst Clemens 111. bestätigt; ihre innere Einrichtung warder der Ritterorden ähnlich, und ihre Glieder trugen als Abzeichen einen Spitzhammer aufder Brust. Sie wirkte in Frankreich sehr wohlthätig, löste sich jedoch allmälig meist in denJohanniterorden auf, dem damit die Güter der Brückenbrüder zufielen. Übrigens gab e§auch in andern Ländern fromme Vereine zu gleichem Zwecke, doch nicht unter gleichem Na-men. Vgl. Gregoire,Recberclres liistoriques sur les breres pontikes" (Par. 1818).

Brückenkopf, auch Brücken schanze nennt man das oder diejenigen Befestigungs-werke, deren Hauptbestimmung es ist, die über einen Fluß geschlagenen Brücken gegen feind-liche Angriffe sicherzustellen. Sie stützen sich dabei mit ihren beiden Flanken an den Fluß,und zuweilen befindet sich im Innern noch ein Reduit als letzter Zufluchtsort für die Besa-tzung, das zugleich den Zweck hat, zu verhindern, daß der Feind die Brücke nicht unmittelbardurch Geschützfcuer zerstören kann. Sind dergleichen Schanzwerke auf beiden Seiten desFlusses angelegt, so nennt man sie doppelte Brückenköpfe. Eine neue Theorie der Brücken-köpfe wurde vom franz. General Rogniat aufgestellt; nach ihr bestehen dieselben aus detaschir-ten Lünetten oder Fleschcn, welche weit in das Feld vorgreifen und sich gegenseitig secundi-ren. Den Kern einer solchen Verschanzung bildet alsdann ein zum unmittelbaren Schutzder Brücke vor derselben angelegtes Reduit. In diesem Sinne, aber im großartigsten Stil,ist die Festung Koblenz als Brückenkopf am Rhein angelegt, wobei die befestigte Stadtselbst das Reduit abgibt. Schon Cormontaigne und Bousmard haben zweckmäßige Vor-schläge zu Brückenköpfen im größern Stil gemacht. Aus früherer Zeit verdienen die Be-festigungen des Prinzen Condc im 1.1745 beim Rückzuge der franz. Armee in der GegendConv. - Lex. Neunte Aufl. II. 45