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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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704
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704 Brücke !

manche Systeme amerikanischen Ursprungs, und die Anwendung der vereinten Balken nachBavos u. A. Die meisten der in neuerer Zeit erbauten größcrn Brücken haben steinernePfeiler und hölzernen Oberbau. Die Eisenbahnen haben in Deutschland mannichfachc Ge-legenheit zu Erbauung größerer Brücken nach diesem Systeme gegeben. Auch bei den eiser-nen Brücken sind die Pfeiler meist von Stein, nur selten von eisernen Kästen zusammenge-setzt. Die steinernen Brücken bestehen, mit Ausnahme der Brücke von Loyang inChina, durchgehend aus Bogen, nach deren Form man sie auch unterscheidet; die gewöhn-lichsten sind die mit vollem Bogen. Die Gothen bauten auch Brücken mit Spitzbogen. Dieeisernen Brücken, nach Art der steinernen aus großen Stücken Eisen zusammengesetzt,welche eine außerordentliche Spannung gestatten, sind unter manchen Verhältnissen zu kost- i

spielig, als daß sie allgemein hätten werden können; doch finden sich in England und auch !

in Frankreich sehr bekannte der neuernZeit angehörigc eiserne Brücken, z.B.über die Themsein London und über die Seine in Paris. Großen Beifall fanden dieKettenbrückcnss.d.). !ZudcnbewcglichenBrückcn, welche vorzüglich im Kriege geschlagen werden, gehörent) die Lauf- oder Nothbrücken, bei denen in den Strom gefahrene Wagen oder Schiffer-kähnc die Pfeiler bilden, welche durch darübcrgclcgte Brcter verbunden werden, 2) die Scil-brückcn, aus zwei mit Pfosten überdeckten Seilen bestehend, die wegen des höchst schwieri-gen Aufspanncns der Seile sehr selten angelegt werden, 3) die Bockbrücken, bei denen einstarkes Brct die Unterlage des Bockes bildet, auf welchem die Balken ruhen, 4) die Schanz-korbbrücken, die aus hohen mit Erde gefüllten und durch einen Pfahl befestigten Schanz-körben bestehen, aber nur bei seichtem Wasser angcwcndct werden können, 5) die Schiff-brücken (s. d-), wohin auch das aus Schiff- und Bockbrückcn zusammengesetzte Systembeweglicher Brücken für militairische Zwecke zu rechnen ist, das neuerdings von Birago inWien angegeben und theilweise bereits in Ostreich und Sachsen cingeführt worden ist, 6) dieFloßbrücken, die auf Stämmen von weichen Holzarten ruhen und vorzüglich dazu dienen,um größere Flüsse zu überschreiten, 7) die Tonnen- oder Faßbrücken, wo man statt derSchiffeTonnen und Fässer zurUnterlage der Balken anwendet, wie dies >569 durch die Franzosen beiPoitiers geschah, 8) die Kasten- oder Sturmbrücken, die aus eigens dazu gefertigten Kästenbestehen, welche inwendig mit vielen Fächern versehen sind, die aber nur in ruhig fließendenoder stillstehenden Wässern, namentlich in Wallgräben, gebraucht werden können, ») die Bin-senbrücken, welche aus Hürden von Weidenruthcn zusammengesetzt und mit Binscnbündelnüberlegt werden, und 10) die fliegenden oder Gierbrücken, eigentlich nichts Anderes als anTauen befestigte Fähren. Die Zugbrücken, welche über Wallgräben und Kanäle führen,haben das Eigenthümlichc, daß sie nach Art einer Klappe mittels Ketten aufgezogen werde»können, wodurch die Verbindung aufgehoben wird. Besondere Gattungen dieser Brückenfind die Noll-, Dreh- und Fallbrücken, welche letztere so eingerichtet sind, daß durch eine ge-ringe Bewegung die darauf befindlichen Gegenstände hcrabgcstürzt werden können. Vgl.Gauthey,'Lraite <Ie la cnnstructiou lies poiits" (2 Bde., Par. 1809 13), Langsdorf,Anleitung zum Straßen- und Brückenbau" (2 Bde., Manh. und Heidelb. 181719)und Nöder,Praktische Darstellung der Brückenbaukundc" (Darnist. 1821) und über dieneuern Verbesserungen im Brückenbau Förster,Bauzeitung" und die^nnslcs <>«jionts ot eilsussees".

Die erste Brücke, deren die Sagengeschichte erwähnt, baute Nitokris, nach AndernSemiramis, zur Verbindung der beiden Theile Babylons. Die Chinesen verstanden schonsehr früh Brücken zu bauen; ihre sowie die Brücken der Perser zeichnen sich durch außer-ordentliche Größe aus. Die Brücke von Loyang über den Meerbusen von China ist die größtein der Welt; sie hat eine Länge von 20800 F. und ruht auf 300 Pfeilern, welche 7-t F.voneinander stehen. In Ägypten hinderten Holzmangel und häufige Überschwemmungen, inGriechenland die Feindseligkeiten der kleinen Staaten den Brückenbau. In Nom wardschon unter dem König Äncus Marcius die erste Brücke gebaut; doch die schönsten Brückenlegten die später« Kaiser in den Provinzen an. Von den kühnen Brückenbauen der Römerkönnen namentlich die vorhandenen Überreste großer Wasserleitungen, unter denen nur dernoch ganz erhaltene kvnt de Outtl angeführt werden mag, Zeugniß geben. Im Mittelalterwarm es vorzüglich fromme Vereine, die sich die Erbauung und Erhaltung der Brücken an-