Bruchsal
Brücke
chcn wird er erst dann nöthig, wenn die zur Vereinigung der Beuchenden bestimmte Aus-schwitzung der Knochcnmasse oder des Callus beginnt, was gewöhnlich erst gegen den 7. —12. Tag der Fall ist. Der Verbandapparat ist sehr verschieden, das gewöhnlichste Materialdazu sind Binden, Cvmpressen, Schienen von Pappe, Filz, Leder, Hol; u. s. w. Für Split-tcrbrüche hat man sich des nassen Sandes oder des Gypscs bedient, womit das ganze Gliedin einem Kasten umgosscn wird und bis zur gänzlichen Heilung unbeweglich bleibt; auchdie übrigen Verbände dürfen nur dann vorsichtig erneuert werden, wenn sie locker gewor-den, da sonst leicht Verschiebungen Vorkommen, in deren Folge dann der Knochen in krum-mer Richtung verwächst und das Glied verunstaltet, was sich dann nur durch künstlichesWicderzerbrechcn verbessern läßt. Die Verwachsung erfolgt bei den einzelnen Knochen inverschiedener Zeit, zwischen I0—70 Tagen, und ost müssen auch künstliche Mittel angcwen-det werden, um den Verknöcherungsproceß zu unterstützen.
Bruchsal, im bad. Mittelrheinkreise, an der Salzach im Bruchrain, einem Land-strich des Kreichgaues, wird in die Alt- und Neustadt und in die Vorstädte St.-Paul undSt.-Pcter eingetheilt. Es befinden sich hier ein schönes, in der ersten Hälfte des 18. Jahrh.im ital. Stil erbautes Schloß mit einem höchst anmuthigcn Park Wasserleitungen,Springbrunnen u. f w. und ein altes, jetzt zu Gefängnissen und Getreideböden benutztesSchloß; unter den Kirchen zeichnet sich die St.-Peterskirche aus; auch hat die Stadt einGymnasium, Blindcninstitut und Hospital. Die Zahl der Einwohner beträgt 7500, welcheWeinbau, städtische Gewerbe und Handel treiben. Die in der Mitte des 18. Zahrh. hiererrichtete Saline, die jährlich 7000 Ctr. Salz lieferte, ist seit Anlage der Salzwcrke Rap-penau und Dürrheim im I. 1826 aufgcgebcn worden. Mit Manheim, Karlsruhe undHeidelberg verbindet die Stadt die bad. Eisenbahn. B. war früher eine kaiserliche Pfalz,die Kaiser Otto I. > 002 seinem Vetter, dem Herzog Otto von Francicn, übergab, uni ihnsür den alten Palast zu Worms schadlos zu halten, welchen dieser nach seinem Wunschedem Bischof Burkard von Worms abgetreten hatte. Nach dem Aussterbcn des alten worm-sischen Hauses der Herzoge von Francicn kam B. durch Erbschaft an das jüngere fpeicrischeHaus dieser Herzoge, deren Haupt damals König Konrad II. der Salier war. Doch schondessen Sohn Heinrich Hl. schenkte B. 1056 dem Hochstift Speicr, unter dessen Schutz derOrt als Residenz der Bischöfe von Speicr allmälig zur Stadt heranwuchs und dem cs biszum lunevillcr Frieden verblieb, worauf cs 1802 nebst den Thcilcn des Bisthums am rechtenRheinufcr an Baden überlassen wurde.
Brücke nennt man jede gang- oder fahrbare Verbindung zweier entweder durch Was-ser oder durch Vertiefung voneinander getrennter Punkte. Diese Verbindung ist entwedereine feste oder eine bewegliche. Die festen Brücken sind entweder von Holz, Stein oderEisen und ruhen meist auf Pfeilern, deren Errichtung vielen Schwierigkeiten unterliegt.Um den Grund zu einem Pfeiler zu legen, muß zuerst mittels einer starken Thonwand dieStelle, wo er errichtet werden soll, umdämmt und, ist dieses geschehen, das in der Umdäm-mung befindliche Wasser durch Schöpfwerke herausgehoben werden. Besteht der Grund nicktaus Stein oder festem Erdboden, so wird ein Rost gelegt, d. h. es werden Balken vonEichcn-vdcr Erlenholz als Grundlage bis auf die Sohle des Flußbettes eingerammt. Auf den Rostkommt die Grundmauer zu liegen, die stärker als derPfeilcr und stromaufwärts zum Schußgegen das Eis durch Vorpfeiler geschützt sein muß. Neuerdings indeß bedient man sich immerallgemeiner des hydraulischen Kalks und des mit diesem bereitetet, sogenannten Betons zuden unter Wasser liegenden Fundamenten der Brücken, ja man hat wol auch kleinere Brü-ckenbogen massiv aus solchem Beton gegossen (sogenannte Monolithcnbrücken). Nachihrer Construction thcilt man die hölzernen Brü ckcn in I) Pfeilerbrückcn, wo die Bal-ken auf steinernen Pfeilern ruhen, 2) Pfahl- oder Jochbrücken, bei denen die Balken aufJochen liegen, ») gesprengte Brücken, -1) gehängte Brücken und 5) gesprengte und gehängteBrücken (s. Hängewerk); ferner 6) Bogendrücken, die von wirklich hölzernen Bogen,was aber sehr selten der Fall ist, getragen werden, 7) Hängebogenbrückcn, wo die Bogenaus krummgehauenen oder verzahnten Hölzern bestehen, 8) Balkcnbogenbrückcn, an denendie Balken eine gewaltsame Spannung erhalten haben, und 0) Bohlenbogcnbrücken, welcheans Bohlen bestehen, die den Radkränzen ähnlich sind. Hierzu kommen in neuerer Zeit noch
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