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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
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702
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702 Bruch j

lomis, (7slotomis) schreiten, wodurch nach Durchschneidung der bedeckenden Haut, die Ver> >wachsungen und Einschnürungen mit dem Messer gelöst werden. Dies ist weder eine ge- sfahrlose noch leichte Operation, da sie eine sehr genaue Kenntniß der anatomischen Verhält-nisse im gesunden wie im kranken Zustande erfodcrt, verbunden mit großer Umsicht und Ge- >schicklichkeit, indem sich der cinzuschlagende Weg nie im voraus genau bestimmen läßt und >

Verletzungen der Nerven, Gefäße und des Bauchfells bei Leisten- und Schcnkelbrüchen fast j

immer den Tod herbeiführen. Das Wiederkehren des Bruchs sucht man durch die Retention lzu verhindern, welche entweder durch Bruchbänder oder die Nadicalcur erzielt wird. Die !

Bru ch b ander (IZi-nebei-imn) sind eigenthümlich geformte Vcrbandstücke, an welchen man i

den Kopf(Pclotte) und den Befestigungsapparat unterscheidet; letzterer ist nach der Art 'des Bruchs verschieden, wirkt aber im Allgemeinen mit oder ohne Federkraft, und man , ttheilt hiernach die Bruchbänder in elastische und unelastische, von denen in der Regel idie ersten vorzuziehen sind, da sie allein hinlänglich freie Beweglichkeit mit sicherm Zurückhal-ken des Bruchs verbinden. Der Kranke muß anfangs jede starke Bewegung und Anstren- s

gung meiden, eine leichte, nicht blähende Diät führen und sorgfältig darauf achten, daß das <

Bruchband in seiner richtigen Lage sich befindet. Auch wenn sich die Bruchpforte geschieh i

scn, muß er das Bruchband mindestens noch ein Jahr hindurch tragen und darf es erst i

allmälig anfangs blos des Nachts ablegen. Die Nadicalcur sucht die Verschließung des <

Bruchrings und des Bruchsackhalses durch dynamisch oder mechanisch wirkende Mittel her- <

bcizuführen. Die Arzneimittel, welche häufig als .^rcsna gepriesen werden und besonders !

aus adstringirendcn und aromatischen Substanzen bestehen, sind von sehr zweifelhafter Wir- e

kung; dies gilt auch von den Ätzmitteln, Vesicatoren u. s. w., sowie von den Compressionen; ;

ja auch die Operation, welche für jede Bruchart verschieden ist, hat bisher verhältnismäßig t

wenig günstige Resultate geliefert, da sie nur die Verschließung des Bruchsackhalses, nicht des i

Bruchrings herbeizuführen pflegt, weshalb man sie nur da, wo kein Bruchband anzulegen s

oder Einklemmung zu fürchten, vornehmen darf. Vgl. die Schriften über Brüche von A. !

G. Richter (1785), A. Coopcr (I80l und 1827), Scarpa (1813 und 1822), Lawrence >

(1818), Cloquet (1817), Hesselbach (I82!>) und Brünninghausen,Über die Brüche, denGebrauch der Bruchbänder und über das dabei zu beobachtende Verhalten" (Würzb. 18ll). !

UntcrKnochenbruch oder Beinb ruch (b'ractura) versteht man die plötzliche Treu- -nung des Zusammenhangs eines Knochens durch eine äußere mechanische, drückende oder zcr- zrende Gewalt, Stoß, Schlag, Fall u. dgl. Doch vermag auch eine übermäßige Contraction eines lan dem Knochen gehefteten Muskels allein denselben zu brechen. Je nach der Richtung, inwelcher die Gewalt cinwirkte, erhält auch die Trennung des Knochens eine verschiedene Rich- f

tung, und man unterscheidet daher Ouerbrüchc, schiefe Brüche und Längenbrüche, e

wo der Knochen der Länge nach gebrochen ist. Wirkt die Gewalt nur auf eine Stelle des <

Knochens, so entsteht der einmalige Knochenbruch, wirkt sie aber auf mehre Stellen zu- l

gleich und hebt hier den Zusapimenhang auf, so erfolgt ein zwei-, dreifacher Knochenbruch. l

Geschieht die Trennung in dem ganzen Durchmesser des Knochens gleichmäßig scharf und i

gerade, so hat man einen einfachen Bru ch, ist sie dagegen ungleich und zerspringt das e

Knochengewcbe in Splittern, so nennt man dies einen Splitterbruch; wenn die Treu- r

nung vollständig erfolgt und die ganze Dicke des Knochens bricht, so ist es ein vollkomme- ^ kner Bruch. Für die Behandlung der Knochcnbrüche ist es von der größten Wichtigkeit, e

daß der Arzt den Kranken möglichst zeitig in einem solchen Zustande finde, daß das gebro- c

chenc Glied keine weitern Veränderungen nach dem erfolgten Bruche erlitten hat, daher l

muß der Transport nach der Behausung des Kranken, wenn er überhaupt nicht zu um- e

gehen ist, auf eine solche Weise geschehen, daß sich der gebrochene Theil dabei möglichst we- i

nig verändert. Das erste Geschäft des Arztes ist, den Bruchenden ihre normale Lage wie- k

dcrzugeben (Einrichtung des Bruchs); ist solches geschehen, so kommt Alles darauf an, die f

Bruchflächen in fortwährender inniger Berührung zu erhalten, was durch eine zweckmä- l

ßige Lagerung des Thcils auf Kissen, Polster, Pappschienen u. s. w., bei Brüchen der im- >

tcrn Extremitäten auf besonders dazu eingerichteten, mit einem Apparat zur fortdauernden c

Extension versehenen Betten geschieht. So lange Entzündung, Geschwulst, Wunden vor- d

Händen sind, muß jeder feste Verband vermieden werden, und auch bei ganz einfachen Brü' c