Druckschrift 
2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
699
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Broxtermann Bruce (James) 609

er am 26. Juni >757 zu Prag starb. Außer der Achtung und Liebe, die das Heer für ihnhegte, folgte ihm der Ruhm, daß ihn Friedrich II. seinen Lehrer in der Kriegskunst nannte.

Broxtermann (Theobald Wilh.), ein durch seine Schicksale und Schriften der Auf-merksamkeit würdiger Mann, geb. im Juni 1771 zu Osnabrück, wo sein Vater Advocatwar, studirte, nicht aus Neigung und Wahl, sondern durch den Willen des Vaters be-stimmt, seit 179» die Rechte in Göttingen, worauf er in seiner Vaterstadt als Jurist zuprakticiren anfing. Der Widerwille jedoch, den er hierbei kundgab, führte mit seinem stren-gen Vater manche Conflicte herbei, welche sich zuletzt so steigerten, daß B. 1795 heimlichdie Flucht ergriff und ohne bestimmten Plan und Zweck nach Holland ging. Für den Wohl-fahrtsausschuß der Provinz Geldern schrieb er nun, jedoch meist ohne seinen Namen, Me-moiren zur Belehrung des Volks über Tagesinteressen, auch erhielt er den Preis für seineConcurrcnzschrift über die Theilung der Marken. Da jedoch die ihm gemachte Hoffnung aufAnstellung sich hinausschob, trat er 1797 als Archivar und Kanzleirath in die Dienste desHerzogs Wilhelm von Baiern, bei dem er erst in Landshut und seit 1799 in München lebte,wo er schon am 14. Sept. 18»» starb. Unter seinen Schriften nennen wir die Ballade„Benno, Bischof von Osnabrück" (Münst. 178!»), „Gedichte" (Münst. 1794), neu auf-gelegt unter dem Titel „Poetische Erzählungen" (Lp;. 1808) und das Trauerspiel „Ehrge-fühl und Liebe, oder der Eid" (Brandend. 1799). Lange Zeit vergessen, wurde er wieder inErinnerung gebracht durch Wedekind, der dessen „Sämmtliche Werke" (Osnabr. 1841)sammelte. In seinen Dichtungen neigte er sich hauptsächlich dem Epischen zu, doch versuchteer sich auch im Dramatischen und bearbeitete mit selbständiger Auffassung de» „Cid". Ampopulairsten wurde sein Lied „Mit Eichenlaub umkränzt die Scheitel".

Bruce, ist der Name einer berühmten schot. Familie, diemitRobcrt I. den schot. Thronbestieg (s. Schottland) und später nach England übcrsiedelte.

Bruce (James), berühmt durch seine Reisen, geb. am 14. Dec. >73» zu Kinnaird inSchottland, studirte zwar in Edinburg die Rechte, gab jedoch den Plan, Sachwalter zuwerden, bald auf und trat in das Geschäft eines Weinhändlers, dessen Tochter er heirathetc.Nach dem frühen Tode seiner Frau besuchte er das Festland. Nach England zurückgekehrt,ward er durch Vermittelung des Lords Halifax 1763 als Consul in Algier angestellt, woer sich eifrig mit dem Studium der morgenländ. Sprachen beschäftigte. Nach mehrenReisen sowol in das innere Afrika als an den Küsten des Mittelländischen Meers, ging erin Begleitung eines geschickten Zeichners 1767 nach Asien und besuchte Baalbek und Pal-myra, wo er von den wichtigsten Denkmälern des Alterthums Zeichnungen machte, die er derköniglichen Bibliothek zu Kew in der Grafschaft Surrey schenkte. Im Frühling 1768 kam ernach Kairo und verfolgte gegen Ende des Jahres den Lauf des Nil stromaufwärts. Er kamjedoch zu Wasser nicht weiter als nach Syene, kehrte hierauf nach Kenne zurück und reiste miteiner Karavane bis Koffeir am Rothen Meere, von wo er nach Dschcdda segelte. Von hiersteuerte er dann an der Küste hin und kehrte im Sept. > 7 69 nach Masua, an der afrik. Küste desRothen Meers, zurück. Unter Beschwerden und Gefahren kam er endlich bis Gondar, Abyssi-niens Hauptstadt, wo er sich bei der hier ausgcbrochenen Blatternkrankhcit durch Anwendungder europ. Behandlungsart sowol am Hofe als beim Volke großes Ansehen erwarb. Erblieb über drei Jahre in Abyssinien, besuchte die Quellen des westlichen Nilarms und brachteein ganzes Jahr damit zu, seine Reise nördlich durch Nubien und die Ungeheuern Wüsten,welche dieses Land von Ägypten trennen, nach Alexandrien fortzusctzen, das er im Mai 1773erreichte. Nach einer Abwesenheit von elf-Jahren kehrte er nach Schottland zurück, heirathetczum zweiten Mal und schien sich allen literarischen Arbeiten entzogen zu haben, als der Todseiner Gattin 1785 ihn veranlaßtc, durch die Ausarbeitung seiner „Travels int» ^lHssiniu"(5 Bde., Edinb. >79», 4.; deutsch von Volkmann, 5 Bde.,Lpz. 179»—92) sich Zerstreuungund Trost zu verschaffen, die sogleich von vielen Seiten her bitter angegriffen, ja sogar fürersonnen erklärt wurden. Ein Sturz von der Treppe endete sein Leben im Apr. 1794. Ob-gleich mit Kenntnissen mancherlei Art ausgerüstet und mchrcr neuern und ältern Sprachenkundig, entbehrte er doch den ruhigen, unbestechlichen Blick, der den Mann von tiefermGehalte verkündigt. Mehre seiner Behauptungen sind zwar sehr abenteuerlich, allein diefrüher gegen ihn vorgebrachte Anklage großer Unzuverlässigkeit, wo nicht Lügenhaftigkeit,