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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
697
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Browne (Georg, Reichsgraf von) 6! 7

rückkchren und siel den Franzosen in die Hände, die ihn mehre Jahre aufJslc-dc-France ge-fangen hielten. B. war nebst dem Pflanzcnmalcr Fcrd. Bauer in Ncuholland zurückgeblie-ben, besuchte manche Gegenden zuerst, die damals im Naturzustände, jetzt mit blühendenKolonien beseht sind, ging nach Vandicmcnsland und dann auf die Inseln der Baß-Straßeund kehrte >805 mit einer Sammlung von 4000 Arten neuholländ. Pflanzen nach Eng-land zurück, wo ihn die Bearbeitung dieses Materials, des reichsten, das bis dahin ausjenen entlegenen Ländern nach Europa gebracht worden, mehre Jahre beschäftigte. VonBanks zum Bibliothekar der berühmtesten Privatsammlung naturhistorischer Werke, die esje gegeben, gewählt, genoß er nicht nur eine sorgenfreie Lage, sondern auch den freien Ge-brauch aller vorhandenen Hülfsmittel und gab einen?roclrc>mus tlorae idiovue Hollan-«liae etc." (Lond. 1810 ) heraus, den er selbst, mit der eigenen Arbeit, ihrer Vortrefflichkeitungeachtet, nicht ganz zufrieden, später unterdrückte, den aber Oken in derIsis" abdruckte

> und Nees von Escnbcck (Nürnb. 1827) vermehrt erscheinen ließ. Diese phytographische Ar-beit ist nicht nur durch Rcichthum an vergleichenden Beobachtungen von allgemeinem Jn-

! teresse, sie stellt auch ein Muster auf, wie solche Werke abgcfaßt werden sollen, und beweist,daß selbst bei einer systematischen Aufzählung höhere Gesichtspunkte verfolgt werden können;der Phytographie hat sie sicherlich eine neue Richtung gegeben. Von einem höhern Stand-orte aus die Pflanzenwelt betrachtend und großen Rcichthum an geistreichen Naturan-schauungen verrathend, verbreitete sich B. in denOenerul remsrks nn tke bot«nz' «f terracmstralis" (Lond. 18! 1 , 1.) und auch in einer spätcrn Schrift über die Vertheilung derPflanzenfamilien in Neuholland. Mit besonderer und leicht erklärlicher Vorliebe für jenesLand erfüllt, in welchem er einen Schah wissenschaftlicher Erfahrungen gesammelt hatte,gab er endlich ein8u^>Iei»entiim j>ri,num llorae idiorae Ilollaiilliae etc." (Lond. 1830)heraus, zu welchem die von andern Reisenden dort zusammengcbrachtcn Herbarien denStoff lieferten. Sein großer und gegründeter Ruf vcranlaßte auch andere Reisende, ihn

> für die Bearbeitung ihrer Sammlungen zu gewinnen. So lieferte er die botanischen An-

! hänge zu den Berichten der Polarrcisenden Roß, Parry und Edw. Sabine, auch unter-stützte er den Chirurg Nichardson, der als Frauklin's Begleiter Vieles aufgcfunden hatte.Er beschrieb nach und nach das von Horssicld auf Java 1802 15 gesammelte Herbarium,die von Salt in Abyssinien, von Oudney und Clapperton im Innern Afrika und von Chri-sten Smith, dem Begleiter Tuckey's während der Expedition nach dem Kongostromc, zusam-mengebrachten Pflanzen. Als Erbe der reichen Sammlungen und Bibliothek des l 820 ge-storbenen Banks, die dereinst an das Britische Museum übergehen sollen, und von einer er-staunlichen Menge Pflanzen der verschiedensten Erdgegendcn umgeben, wurde er nichtnur der größte Pflanzcnkcnncr, sondern benutzte auch dieses Wissen für höhere Zwecke.Das natürliche System verdankt ihm zumal sehr Vieles, denn obgleich er aus Grundsatzsowol in Einthcilungen als in Sprache möglichst einfach zu sein stets gestrebt hat und allenunnäthigen Neuerungen abhold geblieben ist, so that er doch sehr Vieles für Begrenzungälterer und Aufstellung neuer Familien. Auch im Felde der Pflanzenphysiologie hat er vieleThätigkeit entwickelt. Er wieS zuerst nach, daß die Pollenkörper bis zu den Eichen derPflanzen gelangen, und eine seiner wichtigsten Entdeckungen ist die noch immer nicht genü-gend erklärte selbständige Bewegung der Moleculartheilchcn im Pollen. Seine von Neesvon Escnbeck übersetztenVermischten botanischen Schriften" (4 Bde., Lpz. 182520 unsNürnb. >827-34) sind eine wahre Schatzgrube für wissenschaftliche Botanik.

Browne (Georg, Ncichsgraf von), russ. Feldmarschall, von Geburt ein Irländer, auseinem alten katholischen Adelsgeschlechte, geb. am 15. Juni 1608, machte seine Studien zuLimerick und trat 1725 in kurpfälzische und 1730 als Capitainlieutenant in russ. Kriegs-dienste, wo er sehr bald Gelegenheit fand, bei einer Meuterei durch Muth und Entschlossen-heit sich hervorzuthun. An allen Kriegen, die Rußland von jener Zeit an bis 1762 führte,nahm er ehrenvollen Theil. Bei Krozka gericth er in türk. Gefangenschaft und ward drei-mal als Sklave verkauft, bis ihm endlich der franz. Gesandte in Konstantinopel seine Frei-heit wieder verschaffte. Als Generalmajor ward er im Siebenjährigen Kriege bei Zorndorfvon den Preußen gefangen, denen er aber wieder entschlüpfte, und später so schwer verwun-det, daß er nicht wieder zur Armee gehen konnte. Peter III. ernannte ihn zum Feldmarschall,