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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
695
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Brown (John)

heraus. Durch sein Verwenden wurden die erste Merinoheerde aus Spanien und aus derLevante Angoraziegen nach Frankreich gebracht. Im I. 1789 ward er Mitglied der Na-tionalversammlung, doch machte er sich wenig bcmerklich. Nach Eröffnung des Conventszog er sich nach Montpellier zurück. Als er hier nach dem 31. Mai als Girondist verhaftetwurde, rettete er sich nach Madrid, wo die Botaniker Ortega und Cavanilles ihn freundlichaufnahmcn, die außgcwanderten Royalisten aber auf seine Wegweisung drangen. Durchseinen Freund Sir Joseph Banks erhielt er in dieser bedrängten Lage einen Kreditbrief vonl 999 Louisdor, um auf einem engl. Schiffe nach Indien zu gehen. Ein Sturm zwang dasSchiff, in den Hasen von Lissabon cinzulaufcn. Ungeachtet der Fürsprache des HerzogsLafoens, der ihn verborgen hielt, trieben ihn neue Verfolgungen auch aus diesem Zufluchts-orte. Nachdem er Algsrvien und Andalusien durchirrt, ging er endlich, unter dem Titeleines Arztes des amerik. Gesandten zu Marokko, nach Afrika. Hier beschäftigte er sichwieder mit der Botanik und sendete namentlich an Banks mehre Sammlungen. Von derEnügrantcnliste gestrichen und nach Frankreich zurückgekchrt, ward er zum Konsul zu Mv-gadvr und zum Reisenden des Instituts ernannt, dessen Mitglied er, den Statuten zuwider,trotz seiner Abwesenheit geblieben war. Nachher kam er als Konsul nach den kanarischenInseln und später in gleicher Eigenschaft nach dem Cap, bis der Minister Chaptal, sein Ver-wandter, ihn zum Professor der Botanik zu Montpellier ernannte. Hier schrieb er seinen„kilemlms pllilititriiin mou^pbllonsium" (Msntp. 1805). Durch Napoleon ward er 1895zum Mitgliede des Gesetzgebenden Körpers ernannt. Er starb am 27. Juli 1807 in Folgeeines Falles, der die Wirkung bei ihm hervorgebracht hatte, daß er alle Namen und Sub-stantiva vergaß, während die Adjectiva, mit deren Hülfe er die Gegenstände bezeichnete, sichihm leicht und in Menge darbotcn.

Brown (John), der Stifter des nach ihm benannten mcdicinischcn Systems, gcb. 1735zu Buncle in der schot. Grafschaft Berwick, zeigte schon früh ungewöhnliche Talente, wes-wegen ihn seine Altern, die von geringem Stande waren, von einem Weber, bei welchem erlernte, Wegnahmen, um ihn studiren zu lassen. In seinem 16. Jahre ward er auf die lat.Schule in das Städtchen Dunst gebracht, wo er durch außerordentlichen Fleiß alle seine Mit.schüler übertraf. In der Erntezeit freilich mußte er als Schnitter arbeiten, um sich dadurchdie zu seinem Studiren nöthigen Mittel zu verschaffen. Ausdauer uyd Geschicklichkeit er-warben ihm aber sehr bald die Stelle eines Untcrlehrers an der Schule. Damals,ging seinPlan dahin, Religionslchror der Separatisten zu werden, zu deren Sekte seine Altern sichhielten. Ein Besuch des Gottesdienstes zu Dunst zog ihm indcß den Unwillen der Sepa-ratisten zu und veranlaßte seinen Übertritt zur herrschenden Kirche. Um Medicin zu studiren,ging er endlich nach Edinburg. Hier erwarb er sich durch Übersetzen sowie durch Unterricht-geben in der lat. Sprache seinen Lebensunterhalt; auch vcrheirathcte er sich 1765. In derersten Zeit nach seiner Verheirathung lebte er in sehr angenehmen Verhältnissen; alleinbald gerieth er in die größte Noch. Vorzüglich freundlich nahm sich indeß seiner der Pro-fessor Cullcn an, indem er ihm nicht nur den Privatunterricht in seiner Familie übertrug,sondern ihm sogar erlaubte, Abcndvorlesungen zu halten und in diesen seine eigenen Morgen-vorlcsungen zu wiederholen, wozu er ihm selbst seine Hefte anvertraute. Im Laufe der Zeitentstanden jedoch zwischen Beiden Mishelligkeiten, welche, obschon erst nach Jahren, zuoffener Feindschaft führten. Nachdem B. seine „Llemenra metlie.iime" (Edinb. 1779)herausgegebcn hatte, worüber er Vorlesungen hielt, zerfiel er wegen der darin ausgestelltenneuen Theorie der Heilkunde mit allen Lehrern der Medicin )n Edinburg, und cs wurden nachund nach die Reibungen zwischen den Professoren und Ärzten in Edinburg und B.'s An-hängern in den I. 1782 und 1783 so arg, daß es den Studenten verboten wurde, in ihrenDissertationen Stellen aus B.'s Schriften anzuführen. Durch übermäßige Lebendigkeitbeim Vortrag und durch die üble Gewohnheit, sich dabei durch Opiumtinctur zu ermuntern,wurde er bis zum Wahnsinn erhitzt und seine Gesundheit gänzlich untergraben. Schuldenwegen kam er >776 ins Gefängniß, wodurch jedoch seine Vorträge nicht unterbrochen wurden.Auch nachdem er sich 1786 nach Londomgewcndet, wo er aber wenig Anhänger fand, setzteer sein unregelmäßiges Leben fort, sodaß sich endlich seine besten Freunde von ihm zurück-zogen. Er starb in London am 7. Oct. >788 am Schlagflusse. Edinburg nahm sich seiner

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