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gegen die Verwaltung Durham's (s. d.) in Canada ausgesprochenen Tadel, die sich nurals Ausflüsse persönlicher Gereiztheit bezeichnen lassen. Doch blieb er in den Hauptftage»der Politik, wie in Beziehung auf Wahlreform, Getreidegesetze, Volksbildung und Eman-cipation der Neger, den sters von ihm befolgten Grundsätzen treu. Ein Aufenthalt zu Parisim Z. >839 gab ihm Veranlassung zu einer anonym herausgegebencn, interessanten Flug-schrift über die Parteien in Frankreich. Im I. 1 84« sprach er in einer merkwürdigen, dieZustände Englands hell beleuchtenden Rede zum Thcil gegen O'Conncll und mittelbar gegendas Whigministcrium, wodurch er sich den Beifall der großen Mehrheit der Mitglieder desOberhauses gewann; dann aber, was von Tories und Whigs mit gleichem Schweigen aufgenommen wurde, über die schmerzlichste Wunde, woran Großbritannien leidet, über die! gesellschaftliche und politische Stellung der arbeitenden Elasten. Er bemerkte, wie die große^ Masse derselben nicht länger durch Bande der Freundschaft oder nur der Neutralität mitden andern Ständen verknüpft sei, wie jetzt das Eigenthumsrecht in Reden vor Tausendenund Hunderttauscnden fort und fort bestritten werde, wie sich die Kluft zwischen dem rcprä-scntirten und nicht repräscntirten Theile der Nation immer mehr erweitere. Als Mittel derendlichen Herstellung eines befriedigendem Zustands bezeichnte er die Abschaffung derKorngesetzc und die Ausdehnung der Repräsentation auf eine größere Bevölkerung, imGegensätze der jetzigen auf das geistlose Metall gegründeten Verfassung. Auch im I. 1842erklärte er sich wiederholt für die gänzliche Aufhebung aller Beschränkungen des Kornhan-dels, die wol nach und nach erfolgen möge, aber endlich eine totale sein müsse; zugleich erhober sich gegen die vom neuen Toryministerium vorgcschlagcne und durchgeschte Einkommentaxe,indem er eine Vermögenssteuer nur in außerordentlichen Fällen, dann aber mit Unterscheidungzwischen Capitaleinkommen und Arbeitseinkommen, so wie ohne Neid erregende Exemtionenfür zulässig hielt. Auch der Besuch des Königs Friedrich Wilhelm's IV. von Preußen inEngland gab dem geistvollen Staatsmanne zu fehl merkwürdigen Äußerungen Anlaß. B. ist! nicht blos einer der größten Nechtsgelehrten, die England je besaß, sondern auch mit den man-nichfachfien Kenntnissen in fast allen andern Bereichen der Wissenschaft ausgerüstet. Durchdie Fülle seines Geistes, durch treffenden und oft in schneidenden Spott übergehenden Witz,durch glänzenden Vortrag, durch die Kraft und Biegsamkeit seiner Stimme einer der erstenl Redner, ist ihm im Wettstreite der parlamentarischen Debatte kein Gegner überlegen. Bei^ einigen Gelegenheiten schien er in seinen Ansichten zu schwanken und seinen Ruf als öffent-licher Charakter vor den Augen der schnell urtheilenden Menge mit einer gewissen Keckheitaufs Spiel zu sehen. Allein in der Hauptsache söhnte sich bald wieder die öffentliche Meinungmit ihm aus und glaubte die Triebfeder seiner erst getadelten Handlungen in einem gesundeni Ehrgeize zu entdecken, der es im Bewußtsein hervorragender Kraft nur unwillig erträgt, sichdurch schwächere Talente den angemessenen Wirkungskreis versperrt zu sehen. Wie B. aufdem Schauplatze des öffentlichen Lebens glänzend hervorragt, so ist er im Privatleben liebreichund wohlwollend gegen seine Angehörigen, treu in der Freundschaft, geistreich und lebendiganregend im geselligen Verkehr. Neuerdings gab er seine „Szioecims" (4 Bde-, Edinb.>838) und „LIretdies ok 8t-»tesmen in tlre time ak Lleorge III" (Edinb- 1839) heraus.
Broussais (Franc. Jos. Vict.), der Begründer des nach ihm genannten mcdicinischcnSystems, geb. am 17. Dcc. 1772 zu St.-Malo, trat frühzeitig, nachdem er das Collo-gium zu Dinon besucht hatte, als Schiffswundarzt in die franz. Marine und vollendetedann seine medicinischen Studien in Paris, wo er auch bis 1895 prakticirtc. Hierauf trater wieder bei der Landarmee in Militärdienst, ging mit dieser nach Holland, Deutschland,Italien und Spanien, wurde 1814 amMilitairhospitale Val-de-Eräce und 182« als ersterProfessor an demselben angestellt. Im 1.1832 kam er als Professor der allgemeinen Pa-thologie und Therapie in die medicinische Facultät, später als Mitglied in das Institutund starb am 17. Nov. 1838 auf seinem Landsitze zu Vitry. Sein Leichcnbegängniß wurdemit großem Pomp gefeiert und ihm 1841 im Hofe des Val-de-Gräce eine Statue gesetzt.Seine „üistoire lies plilegmssies ou intlummutious ellroni^uW" (2 Bde., Par. 18«8; 3.Aufl., 3 Bde., 1826), ein sehr gediegenes Werk, und das „Lxuinen 6« la cloctiöne meckwslegöue'rulement süoptee" (Par. 1816; 4. Aufl., 4 Bde., 1829—34) sind als die Haupc-schriften anzusehen, worin er sein System, den Bro ussai s is m u s, niedergclegt hat, dessen