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Brougharn and Baut
gaben. Nach dem Schlüsse des Parlaments bewarb er sich um die Vertretung der StadtLiverpool, wo aber Canning, von Pitt begünstigt, den Sieg errang. Er war zwei Jahre langnicht im Parlamente, bis er abermals für einen verfallenen Flecken, Winchelsea, gewähltwurde. Als England zur Theilnahmc an der Heiligen Allianz cingcladcn ward und dies imHause der Gemeinen zur Sprache kam, erklärte er sich unumwunden gegen einen Bund zurVerthcidigung der mit keinem Angriffe bedrohten Christenheit. Nach der Vertagung desParlaments machte er 1816 eine Reise auf das Festland und besuchte in Cvmo die Prin-zessin von Wales, die ihn zu ihrem Sachwalter wählte. Als die Prinzessin 1820 nach Eng-land zurückkchrte, um ihre Ansprüche auf die Rechte einer brit. Königin geltend zu machen,war B. ihr beredter und glücklicher Vcrtheidiger im Oberhause und reizte dadurch den Königzu noch leidenschaftlicherer Erbitterung. Verdienten Ruhm erwarb er sich auch durch seinevielfältigen Bemühungen zur Verbesserung der Volkserzichung in England. Schon 1818war auf seinen Antrag ein Ausschuß des Hauses der Gemeinen zur Untersuchung diesesGegenstands ernannt worden, der unter V.'s Vorsitze bis >818 thätig war und in mehrenBerichten die Wurzel des Übels aufdccktc. Die Rede, die er in demselben Jahre zur Begrün-dung seines Antrags auf eine eingreifende Verbesserung der Volkserzichung hielt, gehörte zuden glänzendsten Beweisen seines umfassenden Geistes. Seine Bemühungen aber scheitertenan dem Versuche, die reichen Stiftungen der Hähern Lehranstalten zur Beförderung der Volks-bildung zweckmäßiger zu benutzen. Ebenso erfolglos war 1820 sein Antrag auf Einführungder KirchspielAulcn in England, den er aufgeben mußte, da sein vermittelnder Vorschlag,diese Schulen der bischöflichen Aufsicht zu unterwerfen, die zahlreichen Anhänger der andernprotestantischen Glaubensparteien dagegen einnahm. Desto thätiger suchte er außerhalb desParlaments für die Bildung des Volks zu wirken. In Verbindung mit patriotischen Freun-den gründete er 1819 eine Kleinkinderschulc in London und seinem uncrmüdetcn Eifer ver-danken auch die so wichtig gewordenen Bildungsanstalten für Handwerker ihre Entstehung.Seine Grundsätze über Volkserziehung machte er durch seine treffliche Schrift „?ractical ol>-rervutions uz,on tke sllucatioii ok tlie psopie" (Lond. >825) zu einem Gemeingut. Mit !diesen Bemühungen stand die durch ihn beförderte Stiftung einer Gesellschaft zur Verbreitunggemeinnütziger Kenntnisse in Verbindung, die seit 1825 eine Reihe Volksschristcn heraus-gab, deren einige er selbst verfaßt hat. Jm J. 1825 ward er Lord-Nector der Universität Glas-gow; auch bethätigte er eine eifrige Theilnahmc an der Gründung der londoner Üniversität.
Während er als vielbeschäftigter Sachwalter wirkte, blieb er im Parlament der stand-hafte Wortführer für die wichtigsten Volksinteressen; besonders war er bemüht, eine durch-greifende Verbesserung der brit. Gesetzgebung und Rechtspflege herbeizuführen, deren Noth-wcndigkcit er 1828 mit siegender Gründlichkeit entwickelte. Für die Aufhebung der Cor-porations- und Testacten, für die Emancipation der Katholiken war er einer der eifrigsten jKämpfer. Als sodann der Lordkanzlcr Lyndhurst mit Wellington's Ministerium gefallenwar, rief die Stimme des Volks B. auf diesen Ehrenplatz, den er, weder durch Herkunft noch ^
durch Familienverbindungen begünstigt, sich selbst gewonnen hat. Unter dem Titel B. and >
Vaux ward er zum Baron und Lordkanzler ernannt. Auch auf diesem neuen Schauplätzebewährte er seinen Ruhm bei den Verhandlungen über die Neformbill im I. 1831, in einerseiner kräftigsten Reden. In dem mit seinem Amte verbundenen richterlichen Geschäfts-kreise zeigte er die ihm eigene unermüdliche Thätigkeit, indem er alsbald verjährte Misbräucheaufhob, die seine nächsten Vorgänger geschont hatten, und im Laufe eines Jahres alle einer-. ledigten Rechtssachen zlir Entscheidung brachte. Eine seiner ersten Maßregeln war die Ver-besserung des gerichtlichen Verfahrens bei Bankrotten, die er trotz dem heftigen Widerstandeder Sachwalter durchsetzte und wobei er einen rühmlichen Beweis seiner Uneigennüßigkeitgab, da die neue Einrichtung sein Diensteinkommcn jährlich um mehr als 7000 Pf. St. ver-minderte. Als zu Ende des I. 1831 ein Toryministerium an die Spitze der Verwaltunggestellt wurde, kam wieder Lord Lyndhurst an B.'s Stelle, und da sich der Letztere durch ei-nige Jndiscrctionen das Misfallen der Häupter der Whigs und König Wilhelm's IV- zu-gezogen hatte, so ward er auch in das > 835 zu Stande gekommene Whigcabinet nicht aus-genommen. So kam B., ohne zu dem System der Tories übcrzutreten, in eine oppositionelleStellung gegen die Whigs und ließ sich zu einigen Schritten hinrcißen, wie >838 zu dem