Brougham and Vaux
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wirkte für die Annäherung der liberalen an die katholische Partei und erklärte sich hier»nach als Mitglied eines 1827 eingesetzten Ausschusses für die auch von den Katholiken ver-fochtene unbedingte Freiheit des Unterrichts. Gegen 1830 hin näherte cr'sich wieder mehrdcrRcgicrung, die ihm lockende Aussichten im Staatsdienste cröffnetc, als die JulirevolutiondenAnstoß für die Trennung Belgiens vonHolland gab. Nach dem Kampfe in Brüssel kamer aus dem Haag, wo die Gcneralstaaten außerordentlich versammelt waren, nach Brüssel.Er unterhielt auch von hier aus noch Verbindungen mit dem Prinzen von Oranien in Ant-werpen, stimmte jedoch bald darauf im Nationalcongresse für die Ausschließung des HausesOranien und schloß sich nun entschieden der neuen Ordnung an. Unter der provisorischenRegierung war er Chef des Finanzausschusses und dann Finanzminister; im ersten Ministe-rium des Königs Leopold ward er Minister des Innern. Nach dem kurzen unglücklichenFeldzüge gegen Holland kam er an die Spitze des Kricgsdepartcments, wo er sich um dieReorganisation des Heers große Verdienste erwarb. Da jedoch seine Federungen für dasKriegsbudget gekürzt wurden und die Debatten über einen im Drange der Umstände ab-geschlossenen Licferungscontract selbst ein nachteiliges Licht auf seine Unbestechlichkeit zuwerfen drohten, gab er im März 1832 seine Entlassung. Bald darauf wurde er General-direktor der Münze; zugleich aber trat er aus der Kammer mit der Erklärung, daß er fürimmer auf die parlamentarische Laufbahn verzichte. Im 1.1833 übernahm er an der neu-gegründeten liberalen Universität zu Brüssel eine unentgeltliche Professur. Sehr bedeutendvergrößerte sich sein Wirkungskreis, als er zu Anfang des I. > 835 mit dem Projecte derBelgischen Bank hcrvortrat. Als Director derselben trug er wesentlich zur Entwickelung desAssociationsgeistes bei, bis er nach der 1838 eingetretenen Bankkrisis auf wiederholtes An-suchen seine Entlassung erhielt. Durch seinen Scharfsinn, verbunden mit großer Gewandtheitin der Sprache, erregteer in der Kammer allerdings Aufsehen; allein seine oberflächlicheBildung, sein Stolz und der Mangel an höhern Grundsätzen befähigten ihn nicht zur Ver-waltung höherer Staatsämter.
Brougham and Vaux (Henry Brougham, Baron), der frühere Lordkanzlervon Großbritannien, ist 1770 in London, nach andern Angaben in Edinburg, geboren. Un-ter dem Veirathe des Geschichtschreibers Robertson, des Oheims seiner Mutter, erhielt erseine erste wissenschaftliche Bildung. Fünfzehn Jahre alt, begann er seine Studien auf derUniversität zu Edinburg und schon im 17. Jahre schrieb er einen Versuch über die Ge-schwindigkeit des Lichts in den „kbilosoplncul trunssctinns". Obschon er sich so in die Tiefender Mathematik verlor, war doch eine Wirksamkeit im öffentlichen Leben früh das Ziel, demer nachstrebtc. Er las die Musterreden der Griechen und Römer, lernte die Kunst des münd-lichen Vortrags nach der Sitte junger Briten in einem berühmten Privatvereine, dem 8z»e-culLtive clnl), und widmete sich mit Eifer der Rechtswissenschaft. Nachdem er schon 1803 inGesellschaft des Lords Stuart de Rothesay eine Reise durch einen großen Theil Europasund namentlich in Paris die Bekanntschaft Carnot's gemacht hatte, trat er als Sach-walter vor den schot. Gerichten auf. In seinem „lngiüiy intn tlie colvnml polic^ »s tlie«uroycLn poerers" (2 Bde., Land. 1803), worin er den Ursprung und die Verbreitung desNegerhandels nachwies, gegen den er sich schon damals aufs entschiedenste erklärte, gab erBeweise seiner umfassenden Kenntnisse und seines scharfen praktischen Blicks. Das 1802entstandene „blckmburFi, roviecv" verdankt großentheils seiner Mitwirkung den Einfluß, denes auf die Richtung des literarischen Strcbens gewann. Sein Ruf als gerichtlicher Rednerwar bereits in Schottland begründet, als ihn einige von ihm übernommene wichtige Rechts-sachen, namentlich ein Proceß der Herzoge von Noxburgh, vor die Schranken des brit. Ober-hauses führten. Ein weiteres Feld öffnete sich ihm hierdurch und wies seinem Ehrgeize einhöheres Ziel. Er ließ sich nun in London nieder; doch sein Wunsch, in das Parlament zu kom-men, ward erst 1810 erfüllt, wo er für den vom Herzoge von Bcdford abhängigen verfallenenFlecken Camclford einen Sitz erhielt. Einer seiner ersten Schritte in dieser neuen Laufbahnwarsein 1811 von beiden Häusern angenommener und zum Gesetz erhobener Antrag, denSklavenhandel für ein Hauptvcrbrechen zu erklären. Er nahm seitdem an allen wichtigenVerhandlungen Theil und zeigte besonders 1812 , in der Bekämpfung der den Handel derNeutralen vernichtenden Geheimrathsverordnungen von 1807, seine glänzenden Redner-
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