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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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690 Brotfruchtbaum Vronckere

Körner durch Handmühlcn zu mahlen und aus Mehl Brot zu backen, schon sehr früh ,'mGebrauche war. Die Römer lernten das Brotbacken von den Macedoniern, und schon früb-zeitig gab es, nach des Plimus Bericht, in Rom öffentliche Bäcker, obgleich das Getreide nochin Mörsern zermalmt wurde. Von Nom aus theiltc sich der Gebrauch der Brotbackens zu-nächst dem westlichen Europa mit, von wo aus cs sich dann nördlicher verbreitete. Währendfrüher das Roggenbrot allgemein verbreitet war, hat seit dem l 8. Iahrh. das Weizenbroteine so außerordentliche Verbreitung gefunden, daß jenes fast nur in Deutschland noch dasVorrecht behauptet. Brot aus andern Getreidcarten hat entweder nur eine locale Verbrei-tung gefunden, wie z. B. das Maisbrot, oder es dient, wie das Haferbrot, das Brot mit Zusatzvon Hülscnfrüchten, in neuerer Zeit auch von Kartoffeln, in den Zeiten der Hungersnoihvon Baumrinde, u. s. w. nur als billiges Surrogat für Arme und in den Zeiten der Theuc-rung. Alle diese Surrogate aber ersetzen keineswegs das Roggen- und Wcizenbrot; sic sindmehr oder weniger schwer, unverdaulich und unschmackhaft. Die Gährung des Teigs desRoggenbrots wird durch Sauerteig, die des Weizenteigs durch Hefen bewirkt. In neuererZeit hat die Brotbäckerei besonders durch zweckmäßige Einrichtung der Backöfen und durchmechanische Vorrichtungen zum Kneten (Knetmaschinen) manche, jedoch zum Thcil nur aufumfangreiche Bäckereien großer Städte anwendbare Verbesserungen erfahren. Vgl. Otto,„Lehrbuch der rationellen Praxis der landwirthschaftlichcn Gewerbe" (2. Aufl., Braunschw.1840). — Brottaxen, d.h. obrigkeitliche Bestimmungen über den nach dem Gewicht undder Güte bestimmten Preis des Brots, wie solche noch in vielen Gegenden und Ländern, vor-züglich Deutschlands, des Zunftzwanges wegen festgesetzt werden, haben für das Gemein-wohl nicht den Nutzen, den man sich gewöhnlich davon verspricht. Denn wenn der Bäckernicht um des eigenen Vorthcils für die innere Güte und richtiges Gewicht zu sorgen sichgenöthigt sähe, so könnte er dieselben auf die verschiedenste und leichteste Weise umgehen.

Brotfruchtbaum (^rtocarpun). Die Brotfruchtbäume gehören in die Familie derArtocarpeen, haben einhäusige, in Kätzchen gestellte Blüten und tragen kuglige, äußerlich ,höckerige, inwendig mit Mark erfüllte Früchte (Scheinbeercn), die in manchen seit uraltenZeiten cultivirtcn Varietäten samenlvs sind. Für die Eingeborenen Polynesiens sind sie dievorzüglichsten Nahrungspflanzcn und den Kartoffeln oder dem Getreide unserer Länder ver-gleichbar. Die vor der Reife abgenommcne, ein weißes mehliges Mark enthaltende Fruchtwird, geschält und in Blätter eingewickelt, zwischen heißen Steinen gebacken und liefert eineangenehme, jedoch hinsichtlich des Geschmacks dem Wcizenbrot ganz unähnliche, mehr denBananen (Pisang) sich nähernde Speise. Die reife Frucht schmeckt faulig; die öligen Kernesind eßbar, der Bast liefert Zeuge wie der Papiermaulbeerbaum, das weiche leichte Hol; dient !zu Hausgeräthen und der Milchsaft der Rinde zu Vogcllcim. Die frühem Secreisenden !haben mit etwas übertriebenem Enthusiasmus von diesen Gewächsen gesprochen, die in unfern -botanischen Gärten Vorkommen tlnd nach Wcstindien und Südamerika verpflanzt wordensind. In Polynesien pflanzt man besonders den Brotfruchtbaum mit eingeschnittenen Blättern(,V. mcis»), einen schlanken 40—50 F. hohen Baum, dessen Frucht 3—4 Pf. schwer wird;in Südasien und seinen Inseln hingegen den ganzblätterigen Brotfruchtbaum, der eine 25—

.30 Pf. schwere Frucht trägt.

Brotwasser nennt man einen Weißen, starken Neckarwein, der bei dem MarktfleckenStetten im Remsthale unweit Stuttgart erbaut wird.

Brouckere (Charl. de), einer der Hauptförderer der belg. Revolution, geb. in Ma-siricht 1791, stammt aus einer in den Provinzen Limburg und Lüttich begüterten Familie.Sein Vater bekleidete unter der franz. Herrschaft ansehnliche Ämter und war im Anfänge derRegierung König Wilhelm's I. erst Gouverneur der Provinz Limburg, dann Mitglied derersten Kammer der Eeneralstaaten. B. empfing seine Bildung in der Polytechnischen Schulezu Paris und verrieth früh vielseitige Anlagen, aber auch einen raschen, ungezügelten Geist-Er betrat anfangs die militairische Laufbahn, ging aber dann in den Civilstaatsdienst über.Als Deputirtcr der Provinz Limburg bei der zweiten Kammer der Eeneralstaaten beantragterr in der Session von 1827—28 die Abschaffung zweier, die Freiheit der Presse und derPerson beschränkender Decrete vom I. 1815 und erwarb sich dadurch den Ruf eines Vor»kämpfers für die Volksrechte. Er nahm Thcil an der Nedaction mehrer liberaler Blatter,