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2 (1845) Balde bis Buchhandel
Entstehung
Seite
689
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Broschiren Brot 68!)

historische» Bildern bereits frostig und studirt. Sein Hauptwerk dieser Art, Christus imLinibus, befindet sich in der Galerie von Florenz. Ungleich anziehender ist er in seinen Por-traitbildcrn, unter denen sich vortreffliche Arbeiten finden. Erstarb um 157». — SeinNeffe iinKSchülcr, Aleffandro Allori (s.d.), nahm des Oheims Richtung und Namen an.

Broschiren, eigentlich brochiren, heißt bei den Seiden- und Musselinwebcrn, viel-farbige Blumen und erhabene Figuren, zuweilen auch Gold und Silber, in Seidenstoffeciinvebcn. Man unterscheidet in dieser Beziehung genauer lancirtc und eigentlich dro-sch irte Sto ffe. Bei erstem gehen die die Figuren bildenden Fäden durch das ganze Zeugdurch und liegen nur in den gehörigen Stellen auf der rechten Seite flott, bei den letztemkehrt der Figurfadcn an der Grenze der Figur um und das Ganze wird dann der Platt-stichsiickerei ähnlich. Zu letzterer Arbeit bedient man sich besonderer mit dem Webstuhlzu verbindenden Einrichtungen, unter denen die in Deutschland namentlich von Elberfeldaus verbreitete Broschirladc zu nennen ist. — Broschirte Stoffe heißen auch imweitern Sinne alle solche, deren Muster oder sonstige Eigenthümlichkcit durch flottlicgendeSchußfäden gebildet wird; daher drosch irt er Atlas solcher heißt, auf dessen rechter Seitenicht die Kettenfäden, wie beim gewöhnlichen Atlas, sondern die Schußfäden flott liegen.(S.Wcbcn.) — Der Buchbinder bezeichnet mit Broschiren das Heften der Bücher inPapier oder dünne Pappe im Gegensätze des Bindens. Das Heften in dünne Pappe nenntman stcifbroschircn, das bloße Heften mit schmalem Rückenfalz, ohne Umschlag, fälzenund derartige geheftete Schriften fieifbroschirte und gefälzte. Während früher nur England,Frankreich und Belgien die Bücher broschirt versendeten, hat man neuerdings auch inDeutschland mehr und mehr, namentlich bei allen in Lieferungen erscheinenden Werken,diese Sitte nachgeahmt.

Brosses (Charl. de), ein sehr gründlich gebildeter franz. Geschichtsforscher, geb. zuDijon am 8. Febr. 1709, studirte die Rechte, dabei aber auch mit besonderer Vorliebe Ge-schichte. Im I. 1739 machte er eine Reife nach Italien; ein Ergcbniß derselben waren seine„flettres s»r 1'etstds Is ville U'Uerciilanum" (Dijon 1750). AufBuffon's, seines Jugend-freundes, Veranlassung schrieb er dann die ,,H!stnire des naviAutinns nux terres austrides"(2 Bde-, Dijon 1756, - 1 .), in der er dem südlichen Festlande, an welches man damals glaubte,den Namen Magellanicn gab, das er aber auch zum ersten Male Australien und Polynesiennannte. Hierauf arbeitete er die Abhandlung ,,v» culte ries dieux tätiebes »» pnrsüsle <!si'-mcienne reÜFiou de nvec Is rel'igßon srtuells Os In ldd^ritie" (Dijon 1760),

der er den „Truite de la torinstinu mvcnuiHiie des langues" (2 Bde., Par. 1765) neueAusl., 1801 ; deutsch, Lpz,l777) folgen ließ, der bei manchen Mängeln viele neue und tiefeUntersuchungeip geistreiche Vermuthungen und Ansichten enthielt. Fast sein ganzes Lebenhindurch beschäftigte er sich mit dem Sallust, dessen Lücken er auszusüllen bemüht war. Zndiesem Bchufe hatte er nach und nach über 700 Bruchstücke dieses Geschichtschreibers ge-sammelt, aus denen er mit beträchtlichen Einschaltungen die „klistoüe ds >a repudUtp.isr»ni!imL «Inns le oours du septieme siecls pur 8rduste" (3 Bde., Dijon 1777, 4.) zusam-mensehte, die noch mehrBeifall gefunden haben würde, wenn der Stil mit der Tiefe und demScharfsinne der Nachforschungen übereingestimmt hätte. So zeitraubend diese verschiedenenArbeiten waren, so hinderten sie ihn doch nicht, auch seinen öffentlichen Ämtern treu vorzu-stehen. Er starb als Präsident des Parlaments zu Bourgognc am 7. Mai 1777 auf einerReise in Paris. Vgl. Fvisset, „I>e President de 8., lnstoire des Isttres et des pgrlemeiit»>!>I I Siems siecls" (Par. 1832). — Sein Sohn, Nene, Graf von B-, geb. zu Dijonam 12. März 177 >, der mehre Präsecturstellen bekleidete und am 2. Dec. 1833 starb, be-sorgte eine neue Ausgabe der Briefe seines Vaters aus Italien, die unter dem Titel „Italisi> ^ a eent aas" (2 Bde., Par. 1833) erschien.

Brot aus mehlartigen Substanzen bereitet, finden wir schon im frühesten Alterthumeerwähnt. Zwar kannte man das gesäuerte Brot.zur ZeitAbraham's noch nicht; allein schonMoses untersagte solches den Israeliten beim Genüsse des Osterlamms. Die Griechen hattender Sage nach das Brotbacken vom Gott Pan gelernt; unstreitig lernten sie es durch Phöniz.und ägypt. Colonisten, welche nach Griechenland kamen, in deren Heimat die Kunst, dieConv.-Lex. Neunte Ausl. II. 44