686 Brongniart (Alexandre) Brongniart (Adolphe Theodore)
Denkmäler griech. Stils" (2 Bde., Par. 1826—30, 4.), die gleichzeitig französisch erschiennen. Dieselben gaben Anlaß zu einem Angriffe im „Hermes" (Bd. 32), worin dem Ver-fasser vorgeworfen wurde, daß er Villoison's zahlreiche Papiere in der königlichen Biblio-thek zu Paris, besonders in Beziehung auf die Insel Ceos, auf eine ungebürliche Weise,ohne die Quelle zu nennen, benutzt habe. B. suchte diese Beschuldigung in der Schrift„Über den Aufsatz im Hermes unter dem Titel: Villoison und B.z ein Beitrag zur Ge-schichte der Plagiate, lies: Ein Beitrag zur Geschichte der Pasquille" (Par. 1836) abzu-wcisen, nachdem schon früher Hage in der Schrift „B. und Villoison" (Kopenh. 1828) dieVertheidigung desselben unternommen hatte. Außer mehren kleinen archäologischen Schrif-ten, z. B. ,,^ll sccount of some Arselr. vases tound near Vulci" (Lond. 1832) und „DieBronzen von Siris" (Kopenh. 1837, 4.), lieferte er namentlich schätzbare „Beiträge zurdän. Geschichte aus nordfranz. Manuscripten des Mittelalters" (2 Hefte, Kopenh. 1817—18). Auch gab er die „Denkwürdigkeiten aus Griechenland in den Z. 182? und 1828,besonders in militairischer Beziehung" (Par. 1833) aus den Papieren des ehemaligengriech.Majors, Friedr. Müller aus Altdorf, heraus.
Brongniart (Alexandre), Mitglied der Akademie, Ingenieur en chef der Bergwerke,Professor der Mineralogie am äardin des plante- und Director der Porzellanfabrik zuScvres, ist zu Paris am 5. Febr. 1776 geboren. Schon frühzeitig Schriftsteller, machtezuerst seine Abhandlung „8»r la collios de Lkampi^ox" in dem „ävurnsl ries mines"(1787) größeres Aufsehen, der er die „(llsssikcation des rsptiles" folgen ließ. Im Facheder eigentlichen Mineralogie schrieb er den „Irsite elementsire de Mineralogie »vec desapplications am arts" (Par. 1807), „Introduktion a la Mineralogie" und das „lableauwetbodigue et cbaracteristigue des principslss especes minerales" (Par. 182 4), in welchemer ein chemisches, dem damaligen Stande der Wissenschaft gemäßes System durchsührte.Vorzüglicheres leistete er in der Geognosie, wo vor Allem seine mit Cuvier herausgegebene»vescription geologicjiis des environs de ksris" (Par. 1811; 3. Aust., 1835) hervorleuch-tel, welche unter den Hauptgrundlagen für eine bessere Kenntniß der neuern, bis dahin vomaufgeschwemmten Lande nur wenig unterschiedenen, über der Kreide liegenden, sogenanntentertiären Gebirgsformationen gehört, deren untere Glieder sich in dem pariser Becken aus-gezeichnet entwickelt finden. Obgleich seit jener Zeit die Gegend um Paris mehrmals undgenau untersucht ward, so blieb doch der von B. festgestellte Befund unangefochten, wennauch gegen die Theorie der Bildung andere Ansichten ausgestellt wurden. Auch gab er höchstwerthvolle geognostische Beobachtungen über den Bau der Apenninen und Alpen (1821und 1823) und über die skandinavischen Felsblvcke, welche sich über die norddeutsche Ebeneverbreiten (>828), sowie eine Menge hierher bezüglicher anderer interessanter Abhandlungenheraus. Mit Desmarest lieferte er ein wichtiges petrefactologisches Werk über die Trilobi-ten(Strasb. 1822). In der systematischen Geognosie verfolgte er stets einen doppeltenGesichtspunkt; er gruppirte die Gesteine, welche die Erdrinde bilden, einestheils blos mine-ralogisch, ganz abgesehen von ihren Lagerungsbeziehungen, dann aber wieder blos in Hinsicht ihrer Lagerungsverhältnisse, oder in der Art, wie sie Formationen bilden. In der erste»Hinsicht haben wir seinen „Lsssi dune classilicstion minerslvAigue des roebes melangees^(Par. 1813) zu erwähnen, den er in der „(ülsssikcation et caracteres mineralogstgues de»rocbes bomozenes et keterogenes" (Par. 1827; 3. Ausl., 183») weiter ausgejührt-Ein vollkommenes System der Geognosie, nach den Formationen und Lagerungsverhältnisten, lieferte er in dem „lableau des terrains gui composent 1'ecorce du ^lobe" (Par1828; deutsch von Kleinschrod, Strasb. 1830), dem ein „Imbleau de la distributiv» mstkodigu« des especes minersles, suivie dsos le c urs de Mineralogie lait au Uuseua»d'bistvire naturelle" (Par. 1833) folgte.
Brongniart (Adolphe Theodore)^ Mitglied der Akademie und Professor der Botanikam äardin des plante«, der Sohn des Vorigen, geb. zu Paris am 14. Jan. 1801, hat sich sowolum die Physiologie der Pflanzen der Jetztwelt als um die Kenntniß der vorweltlichcn Vege-tation große Verdienste erworben. Als Redacteur der botanischen Section der ausgezeichne-ten „Zonales des Sciences naturelles" hat er theils in diesem Journale, thcils in den älter»,,^onai-« de la societe d'liistoire naturelle de ksris^ theils in den ,,/innales du wuse«