Bristol
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zum Marschall von Frankreich erhob. Im Z. 16 lI verlieh ihm Ludwig XIII. die Würdeeines Pairs und Herzogs. Er starb 1621. — Von den übrigen Familicnglicdern erwähnenwir noch Lo uis HerculeTimole'on de Cosse, Herzog von B., der Pair und Groß'Würdenträger von Frankreich war und im Sept. 1792 zu Versailles mit vielen andern ge-fangenen Adeligen vom wüthenden Pöbel ermordet wurde, und dessen Sohn, Timole'ondeCosse, Herzog vonB., der unter Napoleon Kammerherr der Kaiserin Mutter, beider Rückkehr der Bourbons einer der Ersten war, die sich Ludwig XVIII. zuwendetcn, dafür,um Pair erhoben wurde und sich seitdem unausgesetzt als Anhänger der absoluten Mon-archie gezeigt hat.
Bristol (Jean Pierre), nach dem Dorfe, in welchem er erzogen wurde, de Quarvilleoder Warville genannt, einer der Männer, die auf die erste Entwickelung der franz. Revo-lution, deren Opfer er später ward; den größten Einfluß gehabt haben, war zu Chartres 1754geboren, der Sohn eines Gastwirths und zwar der dreizehnte. Nach Vollendung seiner Stu-dien in Paris trat er in die Dienste eines Procurators, bei dem auch Robespierre arbeitete;doch sehr bald entsagte er der juristischen Praxis, um sich der schriftstellerischen Laufbahn zuwidmen. Gleich durch sein erstes Werk, „Hicoi-W des lois criminelles", fand er den Bei-fall und die Ermunterung Voltaire's und d'Alembert's, und seine „Hibliotlieque des loiscriminelles", ein zu Paris angcfangenes, zu London beendetes und zu Ncufchatel gedrucktesSammelwerk brachte ihn bei den angesehensten Gelehrten und Juristen in Achtung. Da eraber ohne Mittel war, faßte er, um seine Lage zu sichern, den auch von d'Alembcrt gebillig-ten Plan, nach London zu gehen und daselbst unter dem Titel „Ii.)ce,im" eine gelehrte Zeit-schrift zu gründen, in der er die Kräfte der ausgezeichneten Geister aller Nationen zu con-centriren gedachte. Es gelang ihm auch in der That, die Zeitschrift ins Leben treten zu las-sen; allein zu wenig unterstützt, mußte er sie bald wiederaufgeben, worauf er nach Pariszurückkehrte. Hier wurde er, da man ihn für den Verfasser eines gegen die Königin gerich-teten Pamphlets, das der Marquis de Pcllcport verfaßt hatte, hielt, in die Basiille gesetzt underst nach vier Monaten auf Verwenden der Frau von Genlis und des Herzogs von Orleansfreigegeben. Mit Klaviere gab er sodann unter Mirabeau's Namen mehre Schriften überdie Finanzen heraus, die große Theilnahme fanden. Um diese Zeit wurde er auch durch Du-crest, den Bruder der Frau von Genlis, mit dem Herzoge von Orleans bekannt, der dieVerbindung mit ausgezeichneten Publicisten für seine Ncformprojecte und Angriffe gegendie Minister suchte, und ließ sich sogar willig finden, in dessen Kanzlei im Palais-NoyalDienste zu nehmen. Hier lernte er die ganze Verdorbenheit jener Männer und Hofleutekennen, die dem schon wankenden Staate von ihrer Höhe aus durch Reformen zu Hülfe kom-men wollten. Zeitig genug von der lettre decaciiessdie wegen des in der Kanzlei des Herzogsvon Orleans vorbereiteten Complots, das im Parlament ausbrach, gegen ihn ausgefertigt war,in Kenntniß gesetzt, floh er nach London, wo er sich in die Gesellschaft für die Abschaffungdes Negerhandels aufnehmen ließ. Später kehrte er nach Frankreich zurück und gründet?hier 1788 einen ähnlichen Verein unter dem Namen „8ociete des smis des noirs", derschnell alle die eifrigen Freiheitsfrcunde in sich vereinigte und ihn behufs des Gesellschafts-zwecks nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika sendete. Bei seiner Rückkehr brachdie Revolution aus, die er nun mit allen seinen Wünschen und Kräften unterstützte. Er ver-öffentlichte eine Menge Flugschriften, welche große Wirkung hatten und die Aufmerksamkeitauf ihn lenkten, und gründete namentlich das Journal „4.« pstriote Iran^ms", das bald derMittelpunkt der ersten Freiheitsmänner und ihrerJdeen wurde. Der Einfluß, den er dadurchals Publicist auf die öffentliche Meinung und die Entwickelung der Ereignisse erhielt, warunberechenbar. Zwar mangelten ihm mit seinen Freunden Sieyes und Pe'thion einige Stim-men, um in die Generalstaaten treten zu können, allein er hatte doch die Eenugthuung, daßman ihn in der Versammlung bei Entwerfung der Constitution wiederholt als Autoritätanzog. Als er nachher, ungeachtet des heftigsten Widerstandes des Hofes, von der pariserGemeinde für die Nationalversammlung gewählt wurde, sammelte er hier weniger durchseine Persönlichkeit als durch seine gründliche juristische und publicistische Bildung baldalle die jungen und glänzenden Geister um sich, die ihr Talent und ihre Opposition gegen den
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