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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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Bristol

Hof und den absoluten Thron richteten. So gewann er, ohne eigentlich das Haupt einer poli.tischen Partei zu sein, auf alle Acte der ersten Revolution den entschiedensten Einfluß, wurdeaber auch vom Hofe und der Reactionsparkei so bitter gehaßt, daß man für alle Anhängerder Reform den Schimpfnamen ttrissolir, erfand. Da sich später dieselben Männer wirk-lich zu einer politischen Partei unter dem Namen der Girondisten, zu denen auch B. gehörte,vereinigten, so entstand die Gleichbedeutung beider Benennungen. Für den Convent wurdeB. vom Departement der Eure und Loire gewählt. Seine Opposition hatte indeß durch dieMaßregeln der cxaltirten Partei eine andere Richtung erhalten, und der Hof fing an, ihnals seinen sichern Freund zu betrachten. Er widcrsetzte sich sowol den Septembermännernals dem Processe und der Verurtheilung des Königs. Als Ludwig XVI. sein Urthcil ver-nahm, rief er aus: „Ich glaubte, B. würde mich gerettet haben." B. hatte indessen, in derAnsicht, daß es der geeignetste Weg sei, den König zu retten, für dessen Tod, aber mit derAppellation ans Volk gestimmt. Eifrig betrieb B. die Kriegserklärung der neuen Repu-blik gegen England und Holland, und es war dies sein letzter politischer Act. Fortwährendvon der täglich an Macht und Ansehen zunehmenden Bergpartei angegriffen, bald des Ro>yrlismus, bald des Federalismus beschuldigt, unterlag er am 31. Mai mit seinen übrigenFreunden, den Girondisten. Er wurde des Einverständnisses mit dem Hofe beschuldigt, zuMoulins verhaftet und in die Abtei gebracht, wo er, sein Todesurtheil voraussehend, unterdem Titel „V>eM L mes enfantt" seine Memoiren schrieb. Am 30. Oct. 179-1 mußte er mit20 seiner gleichgesinnten Genossen das Schaffet besteigen. Man hatte ihn beschuldigt, vomHofe große Summen erhalten zu haben, um sein Talent gegen die Revolution zu wenden,man hatte sogar das Gerücht verbreitet, England habe ihm Millionen gegeben, um die Re-volution in Frankreich zu erwecken und zu nähren; aber der gründlichste Gegenbeweis dafürist wol, daß er, der nie ein Verschwender war und die strengsten Sitten bewahrte, seine Fa-milie in der größten Dürftigkeit zurückließ. Er war weder ein Genie noch ein großer Red-ner-, aber ein gebildeter und stets milchiger Charakter, der mit Unrecht und nur darum ver-leumdet worden ist, weil ihn seine Ansichten und Grundsätze gegen beide Parteien trieben.

Bristol, eine der wichtigsten Handelsstädte Großbritanniens, bildet ein eigenes Ge.biet in der Grafschaft Somerset und liegt an den schiffbaren Flüssen Avon und Farnewelche bedeutend erweitert, mit Uferstraßen versehen und für Schiffe von 1000 Tonnentragbar gemacht sind, beinahe zwei Meilen vom Meere. Es hat einen für Seeschiffe geräu-migen Hafen, auf dessen Ausbauten man von 1803—9 mehr als 600000 Pf. St. verwen-dethat, und mehre Vorstädte, welche besser gebaut sind als die mehr unregelmäßige Alt-stadt, so namentlich die schöne Vorstadt Clifton mit den öffentlichen Plätzen Noyal-Vork-Crescent und Lower-Crescent. Die Stadl ist der Sitz eines Bischofs, hat eine große AnzahlKirchen, Kapellen und Bethäüser, unter denen die gokhische Kathedrale (vgl. Britton, „8>-stor^ anck sntiquitie» okDristol cslkeclral", Lond. 1830, 3., mit Kupf.), die Kirche der heil.Maria Nadcliffc und die Lordmayors-Kapelle die sehenswerthesten sind, einen prachtvollenbischöflichen Palast, eine im griech. Stil erbaute Börse, sieben Privatbanken, ein Theater,einen Handelspalast mit einem großartigen Porticus, wo die Kaufleute täglich von 3—1Uhr zusammenkommen und alle inländischen Zeitungen, Schifferlisten sowie eine kleineBibliothek vorfinden, und eine 210 F. hohe und 30 F. breite Kettenbrücke über den Avon,unter welcher Fahrzeuge mit vollen Segeln durchfahren können. Unter den öffentlichen Ge-bäuden zeichnen sich ferner noch aus die Gcrichtshalle, der seit 1825 bei dem Kirchhofe St.-James eröffnete und bedeckte Bazar und das 1826 vollendete großartige Rathhaus. Znder Stadt befinden sich eine Blindenanstalt, eine Brunnenanstalt, ein Bcsscrungshaus fürverirrte Mädchen, ein Armenhaus, eine große Anzahl Hospitäler und andere wohlthatigeAnstalten. Es bestehen daselbst eine auf Subscription gegründete und 1829 eröffnete Uni-versität, ein Gymnasium, eine Seeakadcmie und viele andere Schulen, ein literarisches In-stitut und eine öffentliche Bibliothek. Die zahlreichen Fabriken liefern namentlich Teppiche,Wollen-und Baumwollenwaaren, Spitzen, Segeltücher, Seidenwaarcn, Hüte,Leder,Stein-gut, Nadeln, Messing, Zinnwaaren, Vitriolöl, Terpcnthin und Farbewaaren; außerdem gibtes viele Kupfermühlcn, Zuckersiedereien, Bierbrauereien, Brennereien, Twistspinncreienund Seifensiedereien. Die Nähe bedeutender Kohlengruben hat sowol in B. wie in dessen

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