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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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Vriseis Vrifsac

tich plötzlich festgcnommcn, wurde sie nach Paris gebracht. Unter ihren Papieren fand maneinen Aufsatz, der eine Gcncralbeichtc ihres Lebens, die Bestätigung der erwähnten und vieleranderer Vergiftungen und die Enthüllung von Ausschweifungen und fleischlichen Vergehen seitihrer frühesten Zugend enthielt. Sonderbar genug war die Marquise auch als die Beschütze-rin der gedrückten Unschuld aufgetreten und hatte aus Mitleid für ein junges Mädchen, daswegen Vermögensrücksichten in ein Kloster gesperrt wurde, deren ganze Familie vergiftet.Dabei war sie bigot und besuchte fleißig die Kirchen. Anfangs leugnete sie Alles und gabvor, die bei ihr Vorgefundene Eeneralbeichte im Anfalle eines hitzigen Fiebers geschrieben zuhaben; aber mittels der Tortur, die sie übrigens mit großer Standhaftigkeit aushielt, be-kannte sie endlich alle ihre Missethaten. Sie wurde darauf, weil sie von Adel war, am 16 .Juli 1676 enthauptet und erlitt diese Strafe, ohne irgend eine Bewegung zu verrathen,nur daß sie dabei über den religiösen Eifer der Geistlichkeit spottete. Weil sich die Anwen-dung ihres Giftes, das man mit dem Namen Successionspulver belegte, zu verbreitenschien, so ließ Ludwig XIV. einen besonder» Gerichtshof, dietlllambre arllente (s. d.),einsetzen, der sich vorzugsweise mit der Entdeckung und Bestrafung dieser Art Verbrechenbefassen sollte.

Briseis, die Tochter des Brises, der nach Dictys König zu Pedasus und Priester inLyrnessus war, wurde vom Achilles erbeutet, nachher aber dem Agamemnon zu Theil, als:r die Chrvseis zurückgeben mußte, jedoch später dem Achilles (s. d.) zurückgcgeben.

Brissac (Charles de Cosse, Graf von), Marschall von Frankreich, geb. um 1505,that sich von früher Jugend an durch glänzende Waffenthaten hervor. Er wurde 1540Großfalkonier und 1542 Generaloberst des franz. Kriegsvolks zu Fuß. Im folgendenJahre commandirte er die leichte Cavalerie in Piemont und focht auch tapfer in Flandern.In den I. 1544 — 46 kämpfte er mit ebenso viel Tapferkeit als Geschick gegen die Englän-der und die Kaiserlichen in der Champagne und in Flandern, und 1547 wurde er Großmei-ster der Artillerie. Von sehr wohlgefälligem Äußern, dabei von Ehrgeiz entbrannt, wußteer sich auch bei Hofe Einfluß und Ansehen zu verschaffen; er war besonders der Günstlingder Diana von Poitiers, die ihm bei jeder Gelegenheit Vorschub zu leisten suchte. Jm Z.1556 wurde er, nachdem er schon vorher Haushoftneister geworden, zum Marschall vonFrankreich erhoben, und Heinrich II. verlieh ihm das Generalcommando in Piemont. Mitwenigen Truppen, von Gelde entblößt, wußte er hier glücklich den Kaiserlichen zu widerste-hen. Um die schlecht besoldeten Kriegsknechte unter den Fahnen zu erhalten, opferte er aberauch einen Theil seines eigenen, nicht unansehnlichen Vermögens. Sein würdiger Gegnerwar lange Zeit der Marquis von Gonzaga, mit dem er sich nicht allein in den Waffen, son-dern auch in der Politik zu messen strebte. Doch machte man ihm in dieser Stellung den Vor-wurf, daß er sich in zu ausgedehnter Weise der Spionerie bedient und mit einem Haufenitalien. Banditen umgeben habe, die seine Politik unterstützen mußten. Im 1.1559 er-nannte ihn Heinrich II. an Coligny's Stelle zum Gouverneur der Picardie; Karl IX. gabihm 1562 die Commandantur von Paris und 1563 das Gouvernement der Normandie. Erstarb am 3I.Dcc. 1563. — Sein Bruder, Arthus de Cosse, Grafvon B., vor seinerErhebung zum Marschall von Frankreich unter dem Namen Gonnor bekannt, leistetcKarl IX. wichtige Dienste in den Kämpfen gegen die Hugenotten. Auf Befehl der Katha-rina von Medici wurde er 1574 gefangen gesetzt, weil er verdächtig war, der Partei deiHerzogs von Alencon anzugehören, und erst nach siebzehnmonatlicher Gefangenschaft vonHeinrich III. wieder freigelassen. Erstarb 1582. — Ti mole'on de Cosse, Grafvon B-,der Sohn Charl. de Cosse"s, wurde mit dem Könige Karl IX. erzogen, der ihn später milGunstbezeigungen überhäufte. Er kämpfte in den königlichen Heeren gegen die Hugenottenund ging dann 1565 nach Malta, um die Insel gegen die Türken vertheidigen zu helfen.Auch nach der Rückkehr fuhr er fort, die Partei des Hofes und der Katholiken eifrigst zuunterstützen. Er siel 1569 bei der Belagerung von Mucidan inPerigord. — Sein Bru-der, Charl. de Cosse, Graf von B., hielt sich in den Religionskriegen an den Herzogvon Guise und war besonders während der Unruhen in Paris sehr thätig. Heinrich III. ließihn zwar einmal verhaften, doch wurde er sogleich wieder sreigegeben. Im I. 1594 erhielter das Gouvernement von Paris, welche Stadt er dann Heinrich IV. übergab, der ihn dafür