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von neuem accreditirt und folgte > 8N6 dem preuß. Hofe, als dieser flüchtete. Im I. I8V7ging er als Gesandter nach London, wurde aber von hier 1810 nach Stockholm zurück-berufen , wo er noch gegenwärtig als Mitglied des Collegiums zur Berathung der allge-meinen Neichsangelegenheiten wirkt. Jm J. 1829 ernannte ihn die Königliche Akademiezu ihrem Mitglieds. Im I. 1835 vermachte er seine 10000 Bände starke, täglich sich meh-rende Bibliothek, die besonders in der gricch. und modernen Literatur, sowie an schweb. Ge-schichtsquellen sehr reich ist, der Universität zu Upsala, deren philosophische Facultät ihn 1839zum Ehrendoktor promovirte, während gleichzeitig der König ihn zum Baron ernannte.B. hat gründliche Studien gemacht und namentlich ausgezeichnete Sprachkenntnisse sicherworben. Gleich gewandt wie in der klassischen Sprache des alten Roms, ist er in seinerMuttersprache, in der franz., deutschen und engl. Sprache. Seine ersten „Gedichte" (2Bde., Lpz. 1789) ließ er unter dem Namen Selmar erscheinen; auch gab er in Paris ei»Bändchen Gedichte für seine Freunde heraus, dann folgten die „Philosophischen Ansichtenund Gedichte" (Bcrl. 1801), die er anonym herausgab. Für das Gedicht „Die Welt desGenius" erhielt er 1821 von der Königlichen Akademie den ersten Preis. Lange Zeit hieltman ihn für den Verfasser der „Memoiren des Herrn von S—a", die aber von Welt-mann (s. d.) herrühren, der jedoch Manches aus seinen Unterredungen mit B. niedergeschric-ben haben mag. In der Zeisschrift „8vea" (Heft 11) ließ er 1828 „Hkbilcker" abdrucken.Viele Jahre stand er mit Frau von Stack in lebhaftem Briefwechsel, wie er es denn über-haupt liebt, sich in Briefen mit seinen Freunden über die interessantesten Gegenstände derLiteratur und praktischen Philosophie auszusprechen.
Brinviüierö (Marie Madelaine, Marquise von), jene berüchtigte Giftmischerin, diezur Zeit Ludwig's XIV. Frankreich in Furcht und Schrecken setzte, war die Tochter Dreuxd'Aubray's, Lieutenants bei der Stadt Paris, und erhielt eine sorgfältige Erziehung. Nochjung wurde sie an den Marquis de B. verheirathet, der später Mestre de Camp bei demRegiment Normandie ward. Beide Gatten lebten bei großem Vermögen sehr verschwende-risch und hatten einen Rittmeister, Jean Baptiste de Godin, Seigneur de St.-Croix, zumgemeinschaftlichen Freunde, der bald über den Marquis eine unbedingte Herrschaft auszu-üben wußte und mit dessen jungen Frau in ein verbrecherisches Verhältniß trat. Auf An-suchen der Familie d'Aubray wurde deshalb St.-Croix in die Bastille gesetzt, nach einemJahre aber wieder entlassen. Während dieser Gefangenschaft lernte er einen Italiener, Na-mens Exil!, kennen, der ihn in die Geheimnisse der Bereitung und Anwendung eines furcht-baren Giftes einweihte. St.-Croix setzte nach seiner Befreiung den Umgang mit der Mar-quise B. fort und theilte ihr sein Geheimniß, wahrscheinlich auch die Plane, die er daraufgründete, mit. Mit Hülfe eines Bedienten, Jean Amelin, genannt Chaussee, vergiftete nundie Marquise ihren Vater, ihre zwei Brüder und ihre Schwestern, um sich zur Fortsetzungihres schwelgerischen Lebens mit St.-Croix das ganze Familienvermögen anzueignen. Auchgestand sie später, daß sie ihrer Kammerfrau, mehren andern Personen ihrer Umgebungund verschiedenen Kranken in den Hospitälern, denen sie sich trostbringend näherte, das Giftgereicht habe, besonders um die Wirkungen desselben zu beobachten. Man hatte bei allendiesen Personen Zeichen der Vergiftung wahrgenommen, konnte aber nicht auf den wahrenUrheber derselben kommen. Ihren Gemahl vergiftete die Marquise mehre Male, aber St.-Croix gab ihm, aus Furcht, er müsse nach dessen Tode das fürchterliche Weib heirathen,stets Gegengift, welches die Wirkung aufhob. St.-Croix starb plötzlich im I. 1672 an denFolgen seiner Giftbcreitung; vor seinem Tode hatte er verordnet, der Marquise 31 an ihngerichtete Briefe und ein versiegeltes Kästchen auszuhändigen, oder Beides uneröffnet zuverbrennen. Man untersuchte indeß diese Gegenstände und fand in dem Kästchen eine MengeGift, in den Briefen Andeutungen über sein verbrecherisches Verhältniß zur Marquise.Fast zu gleicher Zeit hatte man den verdächtigen Chaussee eingezogen, der seine Theilnahmean den Verbrechen auch eingestand, die Marquise vielfach anschuldigte und 1673 hingerich-tet wurde. Die Marquise hatte jedoch Gelegenheit gefunden, sich durch die Flucht zu retten;sie floh nach England, von da nach Deutschland und dann nach Lüttich. Schon in ihrerAbwesenheit war sie in Frankreich zum Tode mit dem Schwert verurthcilt worden; in Lüt-Conv.-Lex. Neunte Ausl. II. ^3
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