672 Brindisi Brinkman
Ravelin (s. d.) auf oder vor dem Glacis des Bedeckten Wegs vorgelegte Werke, theilsmit, theils ohne Flanken, aus zwei Facen bestehend, zu dem Zwecke, die Belagerung der Fe-stung zu verzögern und zu erschweren. Sie haben gewöhnlich 150 — 200 F. lange Facenund 50 — 60 F. lange Flanken, sodaß sie 2 — -100 Mann und einige Geschütze fassenkönnen. Dient die Brille zur Verschanzung einer Vorstadt oder offenen Stadt, wo dannihre offene Kehle durch Palissaden oder eine crenelirtc Mauer verschlossen wird, so nennensie die Franzosen auch Redoute (s. d.).
Brindisi, das alte Brundusium oder Brundisium, ist eine sehr alte, von Kre-tern, nach Andem von Äoliern gegründete Stadt in Calabrien, am Adriatischen Meere, zwi-schen zwei Vorgebirgen und den Flüßchen Patrico und Mastna gelegen, die ursprünglich ei-gene Fürsten hatte, dann aber von den Römern genommen und zur Colonie gemacht wurde.Seit dieser Zeit hob sich die Stadt außerordentlich, wozu besonders der treffliche Hafen undder Umstand beitrugen, daß man von da, wie noch jetzt geschieht, gewöhnlich nach Griechenlandund Asien überfuhr, weshalb auch die Appische Heerstraße bis hierher ausgedehnt wurdeAls Pompejus der Große im Hafen zu B. eine Flotte zu sammeln im Begriff war, suchteCäsar ihn hier cinzuschließen, allein jener entkam mit der Flotte nach Griechenland. DerHafen wurde zuerst durch die Römer, nachher durch den Herzog Johann Anton von Tarent,welcher aus Furcht, es möchten vcnetian. oder neapolitan. Schiffe in denselben einlaufcnund sich der Stadt bemächtigen, ein mit Steinen geladenes Schiff versenken ließ, und späterdurch die Venetianer zerstört, sodaß er für größere Schiffe nicht mehr zu gebrauchen warZu Ä. wurde der Trauerspieldichter Pacuvius geboren, Virgil starb daselbst. Das jetzige B.gehört zur neapolitan. Provinz Terra di Otranto, ist eine alterthümliche, schlecht gebauteStadt, mit Wällen und Bastionen umgeben, und wird durch das auf einer vor dem Hafenliegenden Insel befindliche Fort St.-Andrea beschützt. Es zählt etwa 6000 E-, währendes im 12. Jahrh. 60000 hatte. Der Hafen ist noch immer der einzige Kriegshafen ander neapolitan. Küste des Adriatischen Meers. Eine engl. Gesellschaft hat zu Anfänge desI. 1843 bei der neapolitan. Negierung um die Erlaubniß nachgesucht, denselben reinigenund wiederherstcllen zu dürfen.
Brindley (James), einer der berühmtesten engl. Wasserbaumcister, wurde 1716 zuTunsted in der engl. Graftschaft Derby von armen Altern geboren. Nachdem er einen nurdürftigen Unterricht erhalten hatte, kam er, 17 Jahre alt, zu einem Mühlenbauer in dieLehre. Eine Wasserhebungsmaschine, die er für eine Steinkohlengrube arbeitete, brachte ihn1752 zuerst in Ruf. Eine nach einem ganz neuen Plane gebaute Seidenspinnmaschine undandere ähnliche Werke erwarben ihm die Gunst des Herzogs von Bridgewater, der ihm dieAusführung seines großartigen Plans einer Kanalverbiudung zwischen seinen Besitzungenzu Worsley und den Städten Manchester und Liverpool übertrug. (S. Bridgewater-Kana l.) Seitdem wurde bis zu seinem Tode keine Unternehmung dieser Art in Englandwenigstens ohne seinen Rath begonnen. Unter Anderm machte er auch den Plan zur Trocken-legung der Marschen in Lincolnshire und zurEntschlämmung der Docken zu Liverpool, auchbeschäftigte ihn ein Plan, England und Irland durch eine Schiffbrücke zu verbinden. Somannichfaltig und sinnreich seine Erfindungen waren, so einfach waren die Mittel, durchwelche er seine Zwecke erreichte. Er hatte selten ein Modell oder eine Zeichnung vor Augen,und wenn er auf eine wesentliche Schwierigkeit stieß, pflegte er sich zu Bette zu legen und,ohne etwas zu genießen, oft mehre Tage über die Beseitigung derselben nachzudcnkenEr starb 1772.
Brinkman (Karl Gust., Baron von), schweb. Staatsmann und Dichter, geb. am24. Febr. 1764 auf dem väterlichen Gute im Kirchspiele Brannkyrka in der Landcshaupk-mannschaft Stockholm, studirte zu Upsala und besuchte dann die Universitäten zu Halle, woer mit Schleiermacher in sehr innige Verbindung trat, Leipzig und Jena. Erst >790 kehrteer nach Schweden zurück, wo er sich nun der diplomatischen Laufbahn widmete. Er wurde1792 Legationssecretair der schweb. Gesandtschaft in Dresden und 1798 Geschäftsträger inParis, das er nach dem 18 . Brumaire verlassen mußte. Hierauf, kam er 1801 in gleicherEigenschaft an den prcuß. Hof, wo er in seiner diplomatischen Function sich suspendirt sah,als sein König die prcuß. Orden zurücksendete. Sehr bald wurde er indeß in Berlin