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2 (1845) Balde bis Buchhandel
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Brillen

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ner. vor den Augen getragen werden, um die Fehler des Gesichts zu verbessern. Kurzsichtige,welche sie für entfernte Gegenstände brauchen, müssen concavc, Weitsichtige dagegen, welchesich ihrer bei nahen Gegenständen bedienen, müssen convexe Linsengläser anwcndcn. Je gro-ßer der Fehler des AugeS in beidenFällen ist, desto schärfer müssen die Gläser, d.h. desto kleinerihre Brennweite, sein; doch muß bei der Auswahl derselben mit großer Vorsicht verfahrenwerden, um sic gerade nur so scharf als nöthig ist zu nehmen, da die Augen sich leicht andiese Gläser gewöhnen, und ihr Fehler durch zu scharfe Gläser leicht noch größer werden kann.Die Brillengläser müssen geschliffen und gut polirt, rein von Ungleichheiten und Ritzen und,was die gewöhnlichen Brillen betrifft, völlig farblos sein; kreisrunde etwas größere sind fürdie Augen zweckmäßiger, als die jetzt beliebten kleinen ovalrunden, über welche man leichthinaussehen kann; die Fassung ist am besten von dunkler Farbe. Gewöhnlich nimmt manzu denselben Krön- oder Spiegelglas, das dem Flintglase jedenfalls vorzuziehen ist; Brillenaus brasil. Bcrgkrystall, welches Manche empfehlen, haben ihres hohen Preises ungeachtetkeine wesentlichen Vorzüge. Die gewöhnlichsten Brillengläser für Kurzsichtige haben zwi-schen 4—30 Zoll, die für Weitsichtige zwischen 15—80 Zoll Brennweite. Die Optiker be-zeichnen die verschiedenen Grade der Schärfe der Brillengläser durch Nummern und zwardie schärfsten Gläser mit den niedrigsten, die schwächsten mit den höchsten, verfahren aber da-bei nach sehr verschiedenen Grundsätzen und oft ganz willkürlich. Die beste Bezeichnungs-art ist die, wo die Nummer die Brennweite des Glases in Zollen bedeutet; hierbei ist diedoppelt so große Nummer auch immer halb so scharf u. s. w. Unter der Benennung Con -servations- oder auch wol Präservativbrillen sind nicht etwa Brillen von besonde-rer Einrichtung zu verstehen, sondern solche / welche die Augen angeblich in ihrem Zustandeerhalten und einer Verschlechterung derselben Vorbeugen sollen. Indessen gibt es eigentlichsolche Brillen gar nicht, am wenigsten für gesunde Augen, da diese durch concave und con-vexe Gläser, wenn deren Brennweite auch noch so groß ist, nur verdorben werden können,und ganz flache Gläser, sogenannte Plangläser, keine, andere Wirkung haben können, alshöchstens den Staub und andere das Auge afficirendc Körper abzuhalten, welche Bestim-mung die stets mit dünnen Plangläsern, deren Oberflächen parallel sind, versehenen Staub-brillen haben. Farbige Brillen werden von solchen Personen, deren Augen sehr reizbar sind,getragen, um die zu große Helligkeit beleuchteter Gegenstände zu mildern; hierzu ist himmel-blaues oder grünes Glas am besten, während Bernstein, woraus man in England Brillenzu verfertigen angefangen hat, wegen der dem Auge weit weniger zuträglichen gelben Farbenicht empfohlen werden kann. Sie sind namentlich auf den Schncefeldern der Polargegen-dcu, z. B. in Sibirien, wohlthäiig. Als besondere Arten Brillen haben wir noch zu erwäh-nen: l) Periskop!sehe, d.h. umsichtige, Brillen, welche zum Durchsetzen nach allen Sei-ten, ohne die sonst nöthigc Wendung des Kopfes, da man bei gewöhnlichen Brillen nur durchdie Mitte des Glases oder geradeaus ganz deutlich sehen kann, eingerichtet und auf der einenSeite hohl, auf der andern erhaben geschliffen sind. Sic wurden zuerst von dem EngländerWollaston angegeben, von Peter Dollond in großer Vollkommenheit verfertigt und von Cau-chvix in Paris noch verbessert. 2) Staarbrillen, d.h. sehr convexe Brillen, für Solche, dievom Grauen Staar glücklich operirt worden sind und nachher fast immer in hohem Grade anWeitsichtigkeit leiden. 3)Brillcn für Schielende, welche den Zweck haben, die Augenvom Schielen zu entwöhnen, und gar keine Gläser, sondern nur zwei kurze und leere Röhrenhaben, nach deren Richtung sich der Augapfel wenden muß. Den Alten, Römern undGriechen, waren die Brillen nicht bekannt, wiewol sie die vergrößernde Kraft einer hohle»,mit Wasser angefülllen Glaskugel kannten. Der berühmte Roger Baco (s. d.) scheint dieWirkung der concaven und convexen Gläser bereits gekannt zu haben. Gewiß ist, daß dieBrillen im Anfänge des l4. Jahrh. in Italien bekannt waren. Gewöhnlich setzt man ihreErfindung zwischen 1280 und 1310 und schreibt sie dem Mönche Alex, de Spina aus Pisazu, welcher 1313 starb; dagegen wird auf einer Grabschrift in Florenz der florenlimscheEdelmann Salviano dcgli Armati, gest. l3I7, als Erfinder der Brillen genannt. Wie demauch sei, für ausgemacht ist wol so viel zu halten, daß diese so überaus nützliche und wvhl-thätige Erfindung in Italien gemacht worden sei.

Briüen oder Lünetten nennt man alle einer Festung im Hauptgraben vordem