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und sich eine prachtvolle Sommerwohnung im orient. Stil, Norme pavilion genannt, er-baute, sodaß auch die Großen seines Hofes veranlaßt wurden, daselbst ihren Sommer-aufenthalt zu nehmen. In der Nahe von B. ist der 1134 F. lange, wie eine Brücke ge-baute Damm merkwürdig, der von einer starken Eisenkctte getragen wird, die auf jederSeite vier aus Gußeisen bestehende hohle Säulen halten. Auch findet sich bei B. eineMineralquelle. Von B. aus versuchte König Karl I. nach der unglücklichen Schlacht beiWorccster nach Frankreich zu entfliehen, wurde aber hier ergriffen und nach London zurück-geführt. — Unter dem Namen Brighton gibt es noch zwei Orte in den VereinigtenStaaten von Nordamerika und einen auf Vandiemcnsland.
Brigittenorden oder Orden von St-Salvator hieß ein ans Nonnen undMönchen gebildeter geistlicher Verein, welchen Birgitte, gewöhnlich Brigitte genannt,eine schweb. Heilige aus königlichem Geschlechte, nach dem Tode ihres Gemahls zu Wad-stena in Ostgothland zu Ehren des Erlösers um 1363 stiftete. Es war eigentlich ein Nön-nenorden, der unter einer Äbtissin stand, dem aber zum Dienste in der Kirche eine AnzahlMönche beigegeben war. Brigitte wollte unmittelbar durch Christus zur Stiftung diesesOrdens aufgcfodert worden sein und von ihm über die ganze Einrichtung desselben, die derdes Ordens von Fontes raud (s. d.) ähnlich war, Belehrung erhalten haben. Nach derZahl der Apostel, mit Einschlußdes Paulus, solltejedes Kloster 13 Priester, nach der der vierHauptlehrer der alten christlichen Kirche vier Diakonen, und damit die Zahl der Glieder jedesKlosters, ohne die 13 Priester, mit der Zahl der Jünger Christi übereinstimme, 60 Nonnenund 8 Laienbrüder zählen. Um aber bei dieser Vereinigung beider Geschlechtcrzum beschau-lichen Leben Zucht und Ehrbarkeit aufrecht zu erhalten, wohnten die Mönche in einem vomKloster abgesonderten Gebäude und mußten auf jeden geselligen Umgang mit den Nonnenverzichten. Später ging Brigitte nach Rom und stiftete daselbst das Hospiz für Wallfahrerund studirendc Schweden. Im I. 1371 machte sie eine Wallfahrt nach Jerusalem undstarb nach ihrer Rückkehr zu Nom am 23. Juli 1373; ihre Gebeine aber wurden nachSchweden in das Kloster Wadstena gebracht. Ihre Kanonisation erfolgte 1301 durchBonisaz Vlll. und 1415 durch die Kirchenversammlung zu Kostnitz. Großen Ruf erhieltendie „Usvelstiones 8t.-Lrigittae", namentlich auch die zu Gunsten der unbefleckten Em-pfängniß Mariä; sie sind sehr oft (zuerst Rom 1488, 4.) gedruckt und in neuere Sprachenübersetzt worden. Ihr Orden fand im Ganzen wenig Beifall; in den nordischen Neichenward er bei der Reformation aufgehoben, länger erhielt ersieh im Süden Europas, wo er bisins 17. Jahrh. bestand. Ihre Tochter war die sogenannte schwedische Katharina (s. d.).
Brillant heißt überhaupt ein geschliffener Edelstein, insbesondere derDiamant (s. d.).
Brillat-Savarin (Anthelme), ein geistreicher franz. Schriftsteller, geb. am I. Apr.1755 zu Belley, bekleidete eine kleine Gcrichtsstelle, als die Revolution ausbrach. Von sei-nen Mitbürgern zur allgemeinen Ständeversammlung gesendet, nahm er nur an unwichti-gem Verhandlungen Theil. Sehr bald wurde er Präsident des Gerichts zu Ain, verlor aberdiese Stelle durch die Revolution vom 10. Aug. 1792. Nachdem er dann einige Zeit Mairevon Belley gewesen war, ward er als Federalist vor das Tribunal gezogen und entging derihm drohenden Gefahr nur durch eine schleunige Flucht. Nach einem kurzen Aufenthalte inder Schweiz begab er sich nach den Vereinigten Staaten. Während seiner Abwesenheit wur-den seine Güter mit Beschlag belegt; doch gelang es ihm, nachdem er >796 nach Frankreichzurückgekehrt war, seinen Namen wieder von der Liste der Emigranten streichen zu lassenHierauf ward er Secrctair im Stabe der Armee in Deutschland, dann Commissar dcs Di-rektoriums. Im I. 1800 erhielt er einen einflußreichen Posten am Cassationshofe, den erbis zu seinem Tode am 2. Febr. 1826 rühmlich verwaltete. Fast alle seine Werke warenanonym erschienen, sodaß er erst nach seinem Tode, namentlich durch seine geistreichesiologie «iu goüt" (Par. 1825; herausgcg. von Nicherand, 2 Bde., Par. 1834, und vonBalzac 1840) als Schriftsteller bekannt ward. Von seinen übrigen Schriften erwähnen wirdie „Vues et projels ck'ecvnomie politique" (Par. 1802) und „lössui tiistorihue et eritiqueL»r >e >Inel" (Par. 1819).
Brille, entstanden aus Beryll, d. i. Edelstein, welches Wort im Mittelalter für jedesGlas gebraucht wurde, nennt man diejenigen Gläser, die von kurz- und weitsichtigen Perso-
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